Lerne negative Gedanken zu akzeptieren

Meditation & Achtsamkeit
Lerne negative Gedanken zu akzeptieren

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass wir tendenziell eine Vorliebe für das Negative haben. Das hat einen guten und auch gesunden Grund: Unser Gehirn reagiert normalerweise stärker auf einen negativen Reiz als auf einen positiven Impuls der gleichen Stärke. Eine solche Reaktion war notwendig, um unser Überleben zu sichern. Vor Millionen von Jahren war es wichtiger, darauf zu achten, ob sich auf dem Schatten am Wegrand um einen Bären handelt, anstatt sich an der Blume zu erfreuen, die dort erblühte. Auch wenn wir uns in vielen Dingen weiterentwickelt haben, so denken wir heute immer noch wie unsere Vorfahren, die in Höhlen gelebt haben.

Was damit gemeint ist, am Negativen festzuhalten, kannst du gleich einmal überprüfen, indem du dir folgende Fragen beantwortest: Woran erinnerst du dich, wenn du jetzt an die letzte Woche zurückdenkst? An die vierzig Sachen, die gut gelaufen sind, oder an das eine Ereignis, dass nicht so schön war? Denkst du mehr an eine große Erledigung auf deiner To-do-Liste, die du nicht geschafft hast, oder an die 30 kleinen Sachen, die du erfolgreich abgeschlossen hast? Fällt dir eher die kleine Kritik deines Kollegen ein, oder die zehn Komplimente, die du von deinen Kunden erhalten hast? Wahrscheinlich fallen auch dir eher die kleinen Misserfolge ein, oder?

 

Dir deiner selbst und deiner eigenen Gedanken bewusst zu werden, ist ein sehr wesentlicher Schritt, besser mit deinen negativen Gedanken umzugehen.
Redaktion

Keine Sorge, mit dieser Tendenz bist du nicht alleine! Die meisten Menschen reagieren so, weil es evolutionsbedingt viel wichtiger war, das Negative im Blick zu haben, als sich an den schönen Dingen zu erfreuen. Deshalb kannst du dich darüber freuen, dass du normal bist und ein gut funktionierendes Gehirn hast! Du kannst dir sogar auf die Schulter klopfen und dich darüber freuen, dass dein Gehirn sich redlich darum bemüht, dein Überleben zu sichern. Das ist die gute Nachricht! Oder findest du nicht? Freuen kannst du dich übrigens auch darüber, dass du es bereits bemerkst, wenn du dich wieder mal über die Maßen ärgerst, grübelst, traurig bist oder an allem etwas auszusetzen hast. Das ist nämlich gar nicht so selbstverständlich, sich selbst mit etwas Abstand, das heißt: aus der Perspektive einer inneren Beobachterin oder eines Beobachters wahrzunehmen. Manche Menschen haben die Tendenz, die Schuld immer bei den anderen zu suchen, anstatt zu erkennen, dass sie selbst diejenigen sind, die primär das halbleere Glas sehen anstatt das halbvolle. Deshalb bist du auch hier schon auf einem guten Weg, um einfach besser zu leben. Dir deiner selbst und deiner eigenen Gedanken bewusst zu werden, ist ein sehr wesentlicher Schritt, besser mit deinen negativen Gedanken umzugehen. Dann nehmen sie dich nicht mehr so lange und so intensiv in Beschlag.

 

Lache über das, was ist

Meistens sind es übrigens uralte Denkmuster und Glaubenssätze, die eine Situation oder einen Menschen mit einem negativen Urteil abstempeln oder selbst dem schönsten Vorhaben den Wind aus den Segeln nehmen. Perfektionismus, überhöhte Erwartungen, unrealistische Vorstellungen und überzogene Wünsche führen dazu, dass sich negative Gedanken zu düsteren Szenarien aufplustern, und wir schon dort Gefahren wittern, wo noch gar nichts passiert ist. Wenn du dir also im ersten Schritt deine Denkmuster bewusst machst, nimmst du ihnen die Macht. Und wenn es dir dann in einem zweiten Schritt gelingt, darüber zu lachen, dass du deinem Gehirn gerade wieder auf den Leim gegangen bist, dann werden sich die Gedanken schon bald in Luft auflösen. Probier’s aus!

 

Mach keine Geschichte aus einem Gedanken

Ein Gedanke ist nur ein Gedanke. Gibst du ihm keine Aufmerksamkeit, wird er weiterziehen wie eine Wolke am Himmel oder sich in Luft auflösen. Steigst du hingegen auf ihn ein und gehst du ihm nach, entsteht in Windeseile eine Geschichte daraus. Ein Horrorszenario. Eine Katastrophe. Ein Drama. Nimm den Gedanken also einfach nur wertfrei als einen Gedanken wahr, benenne ihn mit „Denken. Denken.“ Oder mit „Grübeln. Grübeln.“ oder „Katastrophieren. Katastrophieren“, lächle ihn an und wende dich etwas anderem zu: einem angenehmen Duft, einem tiefen Atemzug, einem wohltuenden Schluck Tee. Lenke deine Aufmerksamkeit einfach nur um. Damit entschärfst du den negativen Gedanken und hast deinen Kopf wieder frei für eine andere Erfahrung.

 

Gib dein Bestes und geh weiter

Natürlich geht all dies nicht von heute auf morgen. Sich seiner selbst und der eigenen negativen Gedanken bewusst zu werden, sie zu akzeptieren und sich nicht mehr darin zu verlieren, braucht Übung. Gib einfach jeden Moment dein Bestes. Stress dich nicht. Überfordere dich nicht. Sei gut zu dir und geh einfach weiter. Möglichkeiten zu üben gibt es ja genug! Bleib einfach dran. Von Moment zu Moment. Von Gedanke zu Gedanke.

 

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