Achtsam durch den Advent (3/3)

Meditation & Achtsamkeit

Heute möchten wir dich dazu einladen, dir der Fülle deines Lebens bewusst zu werden. Das ist besonders sinnvoll in den Tagen vor Weihnachten, in denen wir vor lauter To-Do-Listen und Überfluss gar nicht mehr sehen, wie gut es uns geht. Und besonders an den Tagen, an denen die Tage dunkel sind, die Geschäfte voll sind und unser Blick auf das gerichtet ist, was uns fehlt, tun wir gut daran, auf das zu schauen, was wir bereits haben.

Evolutionsbiologisch sind wir dafür anfällig, schnell den Mangel im Blick zu haben und auf das halb leere Glas zu schauen. Dabei nehmen wir gar nicht mehr wahr, was für ein Glück wir haben. Das führt dazu, das wir glauben, uns ginge es schlechter als den anderen, wir wären benachteiligt oder etwas Wichtiges würde zu unserem Glück noch fehlen. Infolgedessen machen sich Traurigkeit, Gefühle des Mangels und des eigenen Ungenügens breit und vergiften die Atmosphäre.

 

Die Perspektive wechseln

Wie wäre es deshalb, wenn du in den kommenden Tagen – oder besser noch in den nächsten Wochen – die Welt unter der Überschrift »Dankbarkeit und Wertschätzung« betrachten würdest? Sich bewusst mit Dankbarkeit und Fülle auseinanderzusetzen und wieder den Blick auf das auszurichten, was wir bereits haben, entstresst unser Gehirn. Richte deshalb doch einmal den Blick auf das halb volle Glas.

Auch wenn das am Anfang nicht immer leicht ist, werden wir uns zunehmend beschenkt fühlen und immer mehr Momente der Fülle in unserem Leben finden, für die wir dankbar sein können. Bereit? Dann legen wir los!

 

Wenn es darum geht, uns selbst einen Dank zu schenken, werden wir geizig.
Redaktion

Rituale der Dankbarkeit

 

Dir selbst danken

Wie wär’s, wenn du dir heute einmal selbst dankst. Und zwar für all das, was du in den letzten Jahren erreicht und geleistet hast. Wir werden nicht müde, den Menschen in unserem Umfeld dafür zu danken, was sie für uns tun. Aber wenn es darum geht, uns selbst einen Dank zu schenken, werden wir geizig. Vielleicht ist es an der Zeit, dass du dir einmal dafür dankst, dass du dich um deinen Körper kümmerst oder darauf schaust, dass du dich regelmäßig bewegst oder auf deine Ernährung achtest.

 

Deinem Körper danken

Und nun könntest du deinem Körper danken. Beginn bei den Füßen. Wann hast du deinen Füßen das letzte Mal dafür gedankt, dass sie dich von A nach B tragen? Überhaupt noch nicht? Dann wird es Zeit! Ein Mensch, der im Rollstuhl sitzt, würde sich wahrscheinlich nichts sehnlicher wünschen, als laufen zu können. Für diejenigen unter uns, die gesunde Füße haben, ist es hingegen eine Selbstverständlichkeit. Das ist es aber keinesfalls. Deshalb ist es höchste Zeit, deinen Füßen zu danken.

Weiter geht’s mit den Beinen, deinem Becken, dem Rücken, Bauch, Organen, Armen etc. Bis hin zu deinen Sinnen: Augen, Ohren, Nase, Zunge. Wann hast du deinen Augen das letzte Mal dafür gedankt, dass du mit ihnen die vielen schönen Wunder dieser Welt sehen kannst? Oder deinen Ohren: Wann hast du deinen Ohren ein kleines »Dankeschön« geschickt, weil du durch sie deine Lieblingslieder hören kannst?

 

Deinen Freunden danken

Du wirst sie auch haben: Menschen, die dich einfach bedingungslos lieben. Egal, wie zickig oder nervig du an manchen Tagen auch sein magst. Es sind Freunde, die mit dir durch dick und dünn gehen und hinter dir stehen, weil sie dich einfach lieben. Hast du ihnen schon einmal für ihre Freundschaft gedankt? Hast du ihnen schon einmal gesagt, wie froh du bist, dass sie in deinem Leben sind? 

Wenn du es noch nicht getan hast, dann nutze die nächste Gelegenheit. Deine Freunde werden dich noch mehr lieben, wenn sie sehen, dass du ihre Freundschaft wertschätzt und sie nicht für selbstverständlich hältst.

 

Dem Leben danken

Auch wenn es für uns so selbstverständlich erscheint, aber unsere Lebensumstände sind es nicht: Wir haben keinen Krieg, haben elektrisches Licht, können rund um die Uhr Wasser trinken oder duschen. Wir können glauben und lieben, was und wen wir wollen. Und all das ist nicht selbstverständlich! 

Es gibt zahlreiche Länder, in denen Menschen verfolgt und getötet werden nur deshalb, weil sie Juden, Tibeter, Somalier oder homosexuell sind. Auch wenn wir uns selbst und gerne als den Mittelpunkt der Welt sehen und uns tendenziell für besser halten als andere Menschen, ist es ein Glücksfall, dass wir hier geboren wurden und hier leben. Dafür können wir mehr als dankbar sein.

 

Den Produzenten danken

Hast du dir schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie viele Menschen daran beteiligt waren, dass du morgens eine Tasse Kaffee trinken kannst? Da gab es einmal einen Bauer, der im Schweiße seines Angesichts eine Kaffeeplantage gegründet hat. Dann gab es dort Menschen, die ein Haus gebaut haben, in dem der geerntete Kaffee lagern konnte.

Dann gab es Straßenbauer, die die Straßen vom Feld zum Flughafen gebaut haben. Flugzeugbauer, Straßenbauer in unserem Land, Architekten, die hier Lagerhallen gebaut haben, wo der Kaffee ankam usw. Das Wasserwerk, die Rohrleger, den Hausbauer – all die Menschen, die etwas produziert und fabriziert haben, habe ich noch gar nicht erwähnt. Wie wär’s, wenn du auch all diesen Menschen einen kleinen Dank schicken würdest.

Es gäbe noch so viele Möglichkeiten, die Praxis der Dankbarkeit zu kultivieren: mit deiner Familie, deinen Kollegen, der Natur. Dankbarkeit macht uns reich. Sie kann auch dich darin unterstützen zu erkennen, wie wertvoll dein Leben und die Menschen darin sind.

 

Mehr für dich