Herzchakra öffnen: Übungen und Meditationen, um das Anahata zu stärken

Das Herzchakra gehört zu den sieben Energiezentren des Körpers, die unseren ganzen Körper und unseren Geist beeinflussen. Wenn du sehr verschlossen bist oder leicht in eine emotionale Abhängigkeit gerätst, kann es dir helfen, dich mit dem vierten Chakra (Anahata) zu befassen. Denn dort sitzen all diese Themen. 

Falls du dich zum ersten Mal mit dem Thema Chakrenlehre befasst, lohnt es sich, dir einen Überblick über alle sieben Chakren und deren Bedeutung zu verschaffen, bevor du dich mit dem Herzchakra befasst. 

 

Eigenschaften und Bedeutung des Herzchakras

Das Herzchakra sitzt, wie der Name schon sagt, auf Herzhöhe, allerdings in der Mitte der Brust. Es ist das vierte Chakra und bildet somit genau die Mitte der sieben Chakren. Daher kommt ihm die besondere Funktion des verbindenden Elements zwischen den oberen Chakren (Kronenchakra, Drittes Auge und Kehlchakra) und unteren (Wurzel-, Sakral- und Solarplexuschakra) zu. 

Es fungiert wie eine Brücke oder ein Vermittler zwischen Körper und Geist. Mitgefühl, Selbstlosigkeit und Liebe stehen für dieses Chakra. Es entwickelt sich etwa im vierten Lebensjahr, in welchem Freundschaften und das Teilen eine große Rolle spielen. 

Das Herz ist die Brücke zwischen Ego und Seele; es ist der Ort der Entwicklung vom ICH zum WIR.
Wanda Badwal

Blockiertes Herzchakra und die Symptome 

Ob dein Anahata-Chakra blockiert oder nicht geöffnet ist, bemerkst du an allem, was mit tiefen Gefühlen zu tun hat. Beispielsweise, wenn du dich einsam und dir selbst fremd fühlst. Vielleicht bist du auch sehr anhänglich und gibst dich schnell auf, um anderen mehr geben zu können. Auch Selbstmitleid, Überempfindlichkeit, Kaltherzigkeit, ein Mangel an Selbstliebe oder fehlendes Mitgefühl sind Indizien für ein nicht ausgeglichenes Herzchakra. 

Herzchakra-Übungen

Egal, ob nun eine dieser Blockaden auf dich zutrifft oder du einfach das Gefühl hast, dass du etwas für dein Herz und die Balance des Chakras tun solltest, es gibt viele Übungen, die dir dabei helfen können. Grundsätzlich ist alles, wobei es dir warm ums Herz wird, ein Schritt in die richtige Richtung. 

Journaling- und Reflexionsfragen für dein Herzchakra

Gerade dann, wenn du Zugang zu deinem Herzen und deinem Herzchakra bekommen möchtest, kann es von großem Wert sein, in dich hinein zu lauschen und auf deine innere Stimme zu hören. Ein guter Weg dafür ist es, einfach aufzuschreiben, was in dir vorgeht. Folgende Journaling-Fragen richten sich an dein Anahata-Chakra und ermöglichen dir den Zugang zu diesem:

  • Was sind deine Herzenswünsche
  • Wo in deinem Leben könntest du mehr Liebe hinfließen lassen? 
  • Wann verschließt du dein Herz und weshalb?
  • Wofür bist du heute dankbar?
  • Was lässt dich sehr emotional werden?
  • Wenn du zuhörst, was möchte dein Herz dir sagen? 

 

Herzchakra-Yoga-Übung: die Schulterbrücke

Herzchakra-Übungen sind vor allem die Asanas, die den Brustkorb öffnen und das Herz entfalten. Ideal sind Rückbeugen oder Drehhaltungen. Die Schulterbrücke (Setu Bandha Sarvangasana) ermöglicht eine tiefe Atmung in die Brust, wobei die Frontseite deines Körpers gedehnt wird. Zudem sorgt die Asana Schulterbrücke für einen starken Rücken. Sie wirkt kräftigend und schenkt deinem Herzzentrum die Energie, die es braucht.

  • Lege dich auf den Rücken auf deine Matte, stelle deine Beine hüftbreit auf und wandere mit den Füßen nah an dein Gesäß heran.
     
  • Hebe dein Becken mit der Einatmung nach oben. 
     
  • Verschränke die Hände unter deinem Gesäß und bringe dadurch deine Schulterblätter enger zusammen.
     
  • Die Knie ziehen nach vorne, die Oberschenkel fallen nicht auseinander, sondern bleiben parallel. 
     
  • Presse die Fußsohlen in deine Matte und atme tief ein und aus.
     
  • Spüre, wie dein Brustkorb sich weitet und du ganz automatisch mehr Raum schaffst. 
     
  • Hebe das Becken noch ein Stück mehr nach oben. 
     
  • Halte die Asana ein bis zwei Minuten und lass deinen Brustkorb immer weiter und offener werden.
     
  • Löse die Haltung, indem du auf die Zehenspitzen kommst und dich langsam Wirbel für Wirbel zum Boden zurückrollst.
     
  • Spüre nach: Wie fühlt sich deine Brust an? Wie fühlt sich dein Rücken an?

Du kannst die Schulterbrücke auch dynamisch praktizieren. Dafür hebst du mit der Einatmung das Becken und senkst es mit der Ausatmung. Die Arme können dabei neben dem Körper liegenbleiben, Handflächen zur Matte, oder du hebst sie mit der Einatmung nach oben und hinten und senkst sie mit der Ausatmung. So kannst du noch mehr Raum im Brustkorb schaffen.
Wenn du die Übung in deine Yoga-Routine einbauen möchtest, eignet sie sich besonders am Ende deiner Praxis, da sie auch eine sehr beruhigende und entschleunigende Wirkung auf den Körper hat.

Auf dein Herz-Chakra zu meditieren, verbindet dich mit deiner dir innewohnenden Freude und Zufriedenheit, mit dem Licht des inneren Lehrers.
Wanda Badwal

Herzchakra-Meditation

In der Meditation erkennen wir nicht nur unser wahres Selbst, sondern haben auch die Möglichkeit zu entdecken, was wahre Liebe für uns bedeutet. Die folgende Herzchakra-Meditation unterstützt die Öffnung deines Herzens. 

  • Begib dich in einen aufrechten Meditationssitz und schließe die Augen.
     
  • Beginne damit, deine Hände aneinanderzureiben, sodass Wärme zwischen deinen Handflächen entsteht. Lege dann deine Handflächen auf dein Herzzentrum – die linke Hand über die rechte.
     
  • Spüre bewusst in deinen Herzraum. Wie fühlt sich dein Herz in diesem Moment an? Groß oder klein? Eng oder weit? Begrenzt oder frei? Nimm wahr, ohne zu urteilen.
     
  • Nimm ein paar tiefere Atemzüge und spüre bei jeder Einatmung, wie sich dein Brustkorb hebt und ausdehnt. Spüre mit jeder Ausatmung, wie sich dein Brustkorb senkt.
     
  • Löse nach ein paar Atemzügen deine Hände und lege sie leicht auf die Oberschenkel.
     
  • Stelle dir nun vor, wie du durch dein Herz ein- und wieder ausatmest. Spürst du, wie es mit jedem Atemzug größer und voller wird?
     
  • Lass deinen Atem mit der Zeit wieder mühelos und ruhiger werden.
     
  • Senke dann zum Abschluss das Kinn in Richtung Herz. Lege noch einmal die Handflächen auf dein Herzzentrum und schenke deinem Herzen ein Lächeln. Namaste.

 

Alltagsrituale für das Herzchakra

Immer dann, wenn du die Liebe und die Wärme in dir selbst aktivierst, öffnest du dein Herzchakra. Wenn du Großzügigkeit, Güte und Mitgefühl anderen gegenüber zeigst, wenn du einem lieben Menschen ein Geschenk machst, jemandem bei etwas hilfst oder für jemanden da bist. 
Aber auch Dinge, die dein Herz erfüllen, weil sie dir guttun, wie zum Beispiel, etwas Berührendes zu lesen oder in die Stille zu gehen und zu entspannen, heilen dein Herz. 

Es kann auch ein schönes Ritual sein, dir Herzchakra-Affirmationen an den Spiegel zu kleben und diese jeden Tag zu lesen, wie zum Beispiel:

  • »Ich bin vollkommen.«
  • »Ich bin Liebe.«
  • »Ich nehme mich so an, wie ich bin.« 

 

Fazit: Dein Herzchakra öffnen

Die Arbeit mit deinem Herzchakra kann sehr bereichernd sein und dich immer wieder mit dir selbst, deinen Bedürfnissen und deinen Wünschen verbinden. Auch dann, wenn du traurig oder deprimiert bist, hilft es, dich an die Übungen zu erinnern, die dir und deinem Herzen guttun. Denn sobald du Raum schaffst, Öffnung zulässt und Weite in dein Anahata-Chakra bringst, wirst du sehen wie viel Platz dort für tiefe Liebe, Freude und Glück herrscht.