Krisen bewältigen und überwinden mit Resilienz

Wie kann man eine Krise bewältigen?

Obwohl die Sinnkrise von Ferrarifahrenden Mittvierzigern unter dem Schlagwort der Midlifecrisis bereits seit gut einem halben Jahrhundert in aller Munde ist, erkennen Experten in den Unsicherheiten des aktuellen Innovationszeitalters erhöhtes Krisenpotenzial. Tatsächlich gibt mittlerweile jeder dritte Deutsche unabhängig von der Schichtzugehörigkeit und Altersklasse an, in der Vergangenheit eine schwere Lebenskrise durchlebt zu haben.

Das Alltagsleben unterwirft sich sicherheitsspendenden Routinen, die fernab aller Bedrohungen den Anschein einer vorhersehbar funktionierenden Welt erwecken. Sobald eine Krise über den routinierten Alltag hereinfällt, offenbart sich die eben noch vorhersehbar erschienene Welt als unberechenbar, wodurch übliche Bewältigungsstrategien versagen und Regelmäßigkeiten nicht mehr existieren. Damit der Betroffene die Situation nicht als aussichtslos erlebt, muss er sich ohne Gewohntes in einer veränderten Welt orientieren.

Jede private und berufliche Krise basiert auf körperlichen oder psychischen Ausnahmebelastungen, die das Weltbild in den Grundfesten erschüttern. Zu den verbreitetsten Krisenarten zählen laut Psychologen Veränderungs- und Verlustkrisen, wie sie in Folge von Kündigungen, Trennungen, Todesfällen oder Krankheitsdiagnosen eintreten.

Obwohl sich Menschen aus evolutionsbiologischen Gründen nur ungern Veränderungen aussetzen, zwingen Krisenereignisse ohne das gewohnte Sicherheitsnetz der Routinen zum Umgang mit unbekannten Situationen und motivieren Betroffene so zur Neuerfindung der eigenen Person.

Warum kommen manche Menschen mit einem Schicksalsschlag scheinbar spielend zurecht, während andere fast daran zerbrechen? Warum kann sich der eine selbst aus einer Krisensituation befreien, während der andere selbst mit professioneller Hilfe auf der Stelle zu treten scheint? Sicher hast du dir solche Fragen auch schon einmal gestellt.

Hier findest du hilfreiche Möglichkeiten, mit denen du leichter aus Lebenskrisen herausfindest. Denn es gibt eine gute Botschaft: Resilienz, die Fähigkeit, Lebenskrisen mit psychischer Stärke zu begegnen und diese zu meistern, kann verbessert werden!

Hier erfährst du 5 wichtigsten Schritte bei der Krisenbewältigung:

 

Nimm die Last von deinen Schultern!
Redaktion

1. Raus aus der Opferrolle: Vertraue auf deine innere Kraft

Oft kommt es hart auf hart: Entwickeln sich in einem Lebensbereich Probleme, bleiben weitere Lebensbereiche davon selten unberührt. Krisenkettenreaktionen entstehen, weil du in der Anfangsphase jeder Krisensituation kaum klar denkst und dich selbst überforderst. 

Es gibt Bereiche im Leben, in denen du deine Widerstandsfähigkeit schon unter Beweis gestellt hast. Im Sport? Im Job? In der Konfrontation mit Menschen, die dich bedrängt haben? Du bist kein unbeschriebenes Blatt, wenn es um Stärke und Krisenbewältigung geht. Und sicher haben dich auch schon Freunde um Rat gefragt. Genug Gründe für mehr Selbstvertrauen!

Vertrauen in deine innere Kraft und dich selbst zu entwickeln ist eine der wichtigsten Maßnahmen, mit denen du deine seelische Widerstandsfähigkeit gegenüber Belastungen im Leben stärken kannst. Wenn du an dich und deine Problemlösefähigkeiten glaubst, ist das der erste Schritt für eine erfolgreiche Bewältigung von Schwierigkeiten. Dein Mantra könnte kurz und effektiv sein: „Ich schaffe das!“

 

2. Krisen überstehen mit deinem Sozialen Netz: Bitte um Hilfe

Damit du trotz kopfstehendem Leben einen klaren Kopf behältst, gib dir genügend Zeit zur Initialschockverarbeitung. Indem du dich mit Freunden und Familie umgibst, spürst du auch ohne Routinen Sicherheit und Rückhalt. Familie und Freunde, aber auch Kollegen und Nachbarn können ein tragfähiges Netz sein, das dich auffängt, wenn du eine Krise bewältigen musst. Pflege und stärke deine sozialen Beziehungen daher gut. Diese Menschen werden dich tragen, wenn du einmal nicht mehr weiterweißt.

Resilienz zeigt sich auch in der Fähigkeit, andere um Hilfe zu bitten. Das kann die Mutter oder die beste Freundin sein, in sehr schwierigeren Situationen aber auch der Gang in eine Beratungsstelle, die es in jedem größeren Ort gibt. Dies nimmt Last von deinen Schultern, weil du merkst, dass du in der Krisensituation nicht alleine bist.

 

3. Krisen meistern: habe Lösungen im Blick

Es gibt zwei Möglichkeiten, auf Probleme zu reagieren. Du kannst in einem pauschalen Weltschmerz versinken. Als erste Reaktion schadet das auch nicht. Dann jedoch solltest du dir dein Problem anschauen. Krisen bewältigen heißt nämlich vor allen Dingen, Lösungsansätze durchzuspielen und auf Möglichkeit der Realisierung zu prüfen. Das vermittelt dir das Gefühl der Handlungsfähigkeit und stärkt deine Resilienz.

Indem du deine gegenwärtige Situation anerkennst und akzeptierst, fokussierst du deine Kräfte auf den produktiven Kampf um Lösungswege. Negativem setzt du idealerweise bewusst Positives entgegen, beispielsweise durch die Erinnerung an Probleme, die du in der Vergangenheit bewältigt hast.

Bei der Bewältigung von Krisen können dir auch meditative Entspannungstechniken helfen, um wohltuenden Abstand von der Krisensituation zu gewinnen und quälende Gedanken auszuschalten. Anstatt weiterhin gegen das Eingetretene anzukämpfen und dabei wertvolle Energie zu vergeuden, programmierst du deinen Geist beim Meditieren zum Loslassen.

4. Optimismus und Ausdauer stärken, um Krisen zu überstehen

Wer hat deiner Meinung nach eine größere Aussicht auf eine Bewältigung einer Lebenskrise? Der Mensch, der mit der Bemerkung „ich schaffe das sowieso nicht“ den Kopf in den Sand steckt? Oder eher derjenige, der Mut und Entschlossenheit beweist, sich nicht unterkriegen zu lassen? Du wirst es ahnen: Zu den ganz wichtigen Resilienzfaktoren gehört unbedingt ein gesunder Optimismus!

Manche Probleme lassen sich nicht einfach so im Vorübergehen lösen. Wer hier schnell aufgibt, verpasst wertvolle Chancen. Doch Ausdauer, ebenfalls einer der wichtigen Resilienzfaktoren, kannst du lernen. Ideal ist in diesem Zusammenhang der Sport. Marathon, Fitnesskurs oder Wettkampfsport sind ideal, wenn es darum geht zu lernen, dass du beharrlich sein und die Zähne zusammenbeißen kannst.

 

5. Hilfe in Lebenskrisen: Erfahrungen sammeln und aufschreiben

Die eigentliche Krisenbewältigung beginnt, sobald du dich von deiner Krise nicht mehr überwältigt fühlst. Identifiziere mit klarem Geist alle Faktoren, die dich in die gegenwärtige Situation geführt haben. Studien zufolge finden größere Lebenskrisen auf sich wiederholenden Kleinkrisenereignissen Nährboden, wodurch du deine Vergangenheit in Krisensituationen idealerweise auf sich wiederholende Pattern analysierst.

Laut Psychologen haben Krisenereignisse für Betroffene oft eine weit zurückreichende Botschaft, wodurch du dich bei der Situationsanalyse im Idealfall tief unter die Oberfläche vortastest und den Krisenfall an seinen Wurzeln löst. Damit dich Gefühle bei der Bewältigung nicht überwältigen und sich neue Perspektiven eröffnen, verschaffst du dir während der Situationsanalyse mithilfe von Gedankenexperimenten räumliche und zeitliche Distanz.

Dazu malst du dir beispielsweise aus, was du in fünf Jahren im Entspannungsurlaub über den gegenwärtigen Krisenfall denken würdest. In Tagebüchern festgehaltene Analysen auf Ursachenfaktoren und Entwicklungsoptionen erleichtern dir neben dem Neustart das zukünftige Risikomanagement.

Gute Vorerfahrungen sind für künftige Krisensituationen wichtig. Wenn du dich gerade in einer scheinbar ausweglosen Situation befindest, kannst du dies gleich mit einer wertvollen Übung für die Zukunft verbinden: Schreib deine Situation detailliert auf, die Gedanken, die du in Bezug auf diese Lebenskrise hast und was du alles unternimmst, um diese zu meistern.

Rückschläge kannst du ebenso notieren wie Menschen, die dir auf deinem Weg geholfen haben. Bei der nächsten Krisensituation hast du dann Schwarz auf Weiß, dass es immer eine Lösung gibt!

 

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