Lebensziele finden: Wie du deine Herzenswünsche erkennst und verwirklichst
Erkenne deine wahren Wünsche im Leben und lerne, wie du deine Ziele mit Leichtigkeit und Sinn definierst
Was sind typische Lebensziele?
Lebensziele sind die großen Herzenswünsche, die Menschen im Leben erreichen wollen. Sie helfen dabei, Entscheidungen zu treffen und dem eigenen Handeln einen Sinn und eine Richtung zu geben, ein bisschen wie ein innerer Kompass.
Gleichzeitig gibt es in jeder Lebensphase gesellschaftliche Erwartungen – etwa einen hohen Bildungsabschluss zu erreichen oder einen bestimmten Karriereweg einzuschlagen. Diese Erwartungen können uns oft von unseren eigenen Lebenszielen entfernen, wenn beispielsweise dein Herz eher für eine praxisnahe Ausbildung schlägt als für ein Studium.
Umso wichtiger ist es, dass wir unsere eigenen Lebensziele bewusst erkennen, ihnen vertrauen und uns immer wieder an dem ausrichten, was uns wirklich erfüllt. Denn nur wer seinen inneren Kompass kennt, kann ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben führen.
Was sind die 5 Ziele des Lebens – und gibt es sie wirklich?
Kurz vorweg: Es gibt nicht »die fünf« Lebensziele, die für alle Menschen gelten. Je nach Geschlecht, Umfeld, Bildung oder auch der Entscheidung, ob jemand Kinder hat, entwickeln Menschen unterschiedliche Prioritäten und Ziele im Leben.
Die bekannte Idee der fünf großen Lebensziele stammt aus dem Buch »The Big Five for Life« vom Autor John Strelecky. Darin werden insbesondere fünf zentrale Lebensziele genannt, die dem Leben eine Richtung geben sollen.
Die »Big Five for Life«: Beispiele für dein Lebensziel
Zu den »Big Five for Life« gehören:
- Berufliche Meilensteine: z. B. ein eigenes Unternehmen gründen
- Kreative Projekte: z. B. ein Buch schreiben
- Persönliche Weiterentwicklung: z. B. regelmäßig Achtsamkeit praktizieren
- Finanzielle Freiheit: z. B. am Ende des Jahres Betrag X auf dem Konto haben
- Reisen: z. B. eine Weltreise machen
Diese Ziele sind ein Motivationsansatz aus der Selbsthilfeliteratur, die dir dabei helfen können, deine Entscheidungen und eigenen Werte zu hinterfragen und dein Leben bewusster zu gestalten.
Lebensziele aus wissenschaftlicher Sicht
Auch die Forschung beschäftigt sich intensiv mit Zielen im Leben.
Häufig untersuchte Bereiche sind:
- Gesundheit: z. B. ein langes Leben ohne Krankheiten führen
- Familie: z. B. Kinder bekommen oder engere familiäre Bindungen pflegen
- Partnerschaften: z. B. stabile Beziehungen oder Ehe aufbauen
- Beziehungen: z. B. Freundschaften pflegen
- Sinn oder Beitrag, für andere leisten: z. B. Menschen helfen, gesellschaftlich etwas bewirken
Diese Ziele gelten gesellschaftlich als »anerkannt« und »erstrebenswert«. Problematisch wird es, wenn wir sie übernehmen, ohne zu hinterfragen, ob sie überhaupt zu uns passen. Dann verfolgen wir Lebensziele, die sich zwar logisch anhören, sich aber nicht wirklich nach uns anfühlen.
Interessant zu wissen: Eine Studie zeigt, dass Menschen sich besonders dann zufrieden fühlen, wenn ihre Lebensziele sowohl bedeutsam sind als auch realistisch erreicht werden können.
»Keine Ziele im Leben haben«: Was bedeutet das wirklich?
Es gibt Menschen, die behaupten, sie hätten gar keine Ziele im Leben. In Wahrheit steckt dahinter aber häufig:
- Überforderung durch zu hohe Erwartungen
- Erschöpfung durch Dauerstress
- Angst, falsche Entscheidungen zu treffen
In solchen Phasen geht es nicht darum, sich Neues vorzunehmen. Sondern darum, einen Schritt zurückzugehen und wieder Zugang zu den eigenen Wünschen zu bekommen. Das gelingt dir dann, wenn du damit beginnst, innezuhalten, zu reflektieren und ehrlich hinzuschauen.
Ziele können nicht erzwungen werden. Sie zeigen sich, wenn wir beginnen, uns selbst ernst zu nehmen. Stell dir dafür folgende Fragen:
- Was gibt mir langfristig Energie?
- Wobei fühle ich mich so richtig erfüllt?
- Was raubt mir langfristig Kraft?
- Wobei fühle ich mich so richtig ausgelaugt?
- Wann fühle ich mich ruhig, klar und bei mir selbst?
Setz dich nicht unter Druck: Lebensziele zu finden bedeutet nicht, einen perfekten Plan zu haben. Es bedeutet, die eigene innere Richtung zu erkennen.
Wie finde ich meine Lebensziele heraus? 3 Tipps
Viele Menschen merken erst spät, dass sie Ziele verfolgen, die gar nicht ihren eigenen Lebenswünschen entsprechen. Daher möchten wir dich mit unseren drei Tipps inspirieren.
Diese sind angelehnt an das Buch »Finde Klarheit« von Monika Schmiderer. Die Autorin hat selbst lange Zeit Ziele verfolgt, die nicht ihre eigenen waren, und ist dadurch mit 26 »knapp dem Tod von der Schippe gesprungen« – wie sie es in ihrem Buch beschreibt.
1. Tipp: Schaffe dir Raum für deine Ziele
Etwas, das uns ganz klar von unseren Herzenswünschen trennen kann, ist das ständige Gefühl, funktionieren zu müssen.
Wir denken den ganzen Tag Dinge wie:
»Ich muss Zähne putzen.«
»Ich muss die Kinder in die Schule bringen.«
»Ich muss zur Arbeit gehen.«
»Ich muss Sport machen.«
Dieses ständige »Müssen« erzeugt inneren Druck und trennt dich zunehmend von dem, was du wirklich brauchst. Es entsteht ein unsichtbarer Käfig aus Erwartungen, Pflichten und Leistungsdenken, und darin geht deine innere Klarheit verloren.
Übung: Erwartungen loslassen und Raum schaffen
Deshalb ist es so wichtig, wieder bewusst auf deine eigenen Bedürfnisse und Grenzen zu hören:
- Immer wenn du denkst: »Ich muss das jetzt tun.«
- Halte kurz inne und frage dich: »Will ich das gerade wirklich oder erfülle ich nur eine Erwartung von außen?«
Natürlich gibt es Verpflichtungen im Leben, etwa die Schulpflicht der Kinder oder berufliche Vereinbarungen. Doch selbst innerhalb dieser Rahmenbedingungen hast du oft mehr Gestaltungsspielraum, als du glaubst:
- Verbinde das Zähneputzen mit etwas Positivem – etwa deine Lieblingsmusik hören, um entspannter in den Tag zu starten.
- Vielleicht können die Kinder an manchen Tagen den Schulbus nehmen, dein Partner bzw. deine Partnerin übernimmt die Fahrten im Wechsel oder die Großeltern richten sich hin und wieder einen »Enkeltag« ein.
- Statt jeden Tag gestresst zur Arbeit zu fahren, kannst du vielleicht einen Homeoffice-Tag oder flexiblere Arbeitszeiten verhandeln.
- Und statt dich an einem vollen Tag noch zu einem langen Workout zu zwingen, reichen oft schon sanfte Bewegungen: die Treppe statt den Aufzug nehmen, ein kurzer Spaziergang oder eine zehnminütige Yoga-Einheit.
Erinnere dich regelmäßig daran: Du darfst wieder an erster Stelle stehen. Je weniger »Müssen« dein Leben bestimmt, desto klarer werden deine wahren Ziele und umso mehr Raum hast du für sie.
2. Tipp: Trenne dich von Fremdbestimmung und Leistungsdruck
Höher. Schneller. Weiter. Unsere Gesellschaft vermittelt uns ständig, dass wir mehr erreichen, besser sein und weiterkommen müssen. Dabei verlieren wir oft den Kontakt zum Boden, auf dem wir gerade stehen – und damit zu uns selbst.
Statt einem Ziel nach dem anderen hinterherzujagen, lohnt es sich, bewusst innezuhalten und den Blick auf das zu richten, was jetzt schon in deinem Leben vorhanden ist:
- Was hast du bereits aufgebaut?
- Was funktioniert gut?
- Wofür kannst du dankbar sein?
Wenn wir lernen, den ständigen Vergleich und äußeren Druck loszulassen, entsteht Raum für echte Klarheit. Erst dann spüren wir, welche Ziele wirklich aus uns selbst kommen – und welche wir nur verfolgen, weil sie von außen als »richtig« gelten.
Wahre Lebensziele entstehen nicht aus Stress und Optimierungswahn, sondern aus Verbundenheit mit dem eigenen Leben, den eigenen Bedürfnissen und dem, was sich für dich stimmig anfühlt.
Übung: Fremdbestimmung loslassen
Nimm dir ein paar Minuten Zeit und arbeite folgende Schritte am besten schriftlich durch:
- Notiere alle Lebensbereiche, die dir wichtig sind:
Etwa Beziehung, Freundschaften, Beruf, Wohnung, Finanzen, Projekte, Gesundheit oder Weiterentwicklung. - Halte fest, was du in jedem Bereich bereits erreicht hast:
Welche Erfolge, Fortschritte oder stabile Grundlagen hast du dir aufgebaut? Auch kleine Erfolge zählen. - Reflektiere ehrlich, was sich wirklich nach dir anfühlt:
Gehe die einzelnen Punkte durch und frage dich bei jedem: Entspricht das wirklich meinen eigenen Wünschen – oder habe ich hier vor allem Erwartungen von außen erfüllt? - Formuliere deine stimmige Version neu:
Bei den Punkten, die sich für dich nicht stimmig anfühlen, schreibe auf, wie du dir diesen Lebensbereich stattdessen wünschst. Ohne Einschränkungen, ohne Rechtfertigungen und nur aus deinem Inneren heraus.
3. Tipp: Vertraue dir selbst und deinem inneren Kompass
Vertrauen fällt vielen Menschen schwer, besonders dann, wenn sie in der Vergangenheit enttäuscht, verletzt oder übergangen wurden. Doch genau dieses Vertrauen bildet die Grundlage für deine Selbstwirksamkeit. Ohne Vertrauen in dich selbst wird es schwierig, klare Entscheidungen zu treffen und deine Lebensziele konsequent zu verfolgen.
Wenn du lernst, auf dein Bauchgefühl zu hören und dir selbst wieder zu glauben, wirst du weniger von äußeren Meinungen verunsichert. Du erkennst schneller, was sich richtig anfühlt, setzt gesündere Grenzen und wählst eigene Wege, anstatt dich ständig an die Anderer anzupassen.
Selbstvertrauen bedeutet nicht, immer alles richtig zu machen. Es bedeutet, dir zuzutrauen, aus Erfahrungen zu lernen und deinen eigenen Weg bewusst zu gehen.
Übung: Lerne, dir selbst wieder zu vertrauen
Stell dir dafür die folgenden Fragen und beantworte sie schriftlich:
- Wann hatte mein Bauchgefühl in der Vergangenheit recht?
- In welchen Situationen habe ich mich selbst übergangen – und was ist daraus entstanden?
- Wie würde ich heute entscheiden, wenn ich mir vollkommen vertrauen würde?
Wähle anschließend bewusst eine klare Entscheidung im Alltag und triff sie nach deinem inneren Gefühl. Das kann eine ganz einfache Entscheidungsfrage sein, wie »Esse ich den Apfel oder den Schokoriegel?«.
Je öfter du dieses bewusste Vertrauen übst und wiederholst, desto stärker wird dein Selbstvertrauen und desto klarer wirst du deine eigenen Lebensziele wahrnehmen.
Fazit: So kannst du deine Lebensziele finden
Ziele im Leben sind so individuell wie du selbst. Sie müssen weder groß noch spektakulär sein. Entscheidend ist, dass sie zu dir passen und realistisch erreichbar sind.
Ein echtes Lebensziel fühlt sich nicht nach Druck oder Zwang an, sondern nach innerer Stimmigkeit, Motivation und Sinn.
Damit du deine Ziele findest, können dir unsere drei Tipps helfen:
- Tipp: Schaffe dir Raum für deine Wünsche
- Tipp: Trenne dich von Fremdbestimmung und Leistungsdruck
- Tipp: Vertraue dir selbst – und deinem inneren Kompass
Wenn du aufhörst, äußeren Erwartungen hinterherzulaufen, und beginnst, auf deinen inneren Kompass zu hören, kannst du deine Lebensziele Schritt für Schritt klar erkennen und bewusst gestalten.