Frauengesundheit: Gendermedizin für häufige Frauenkrankheiten

Was ist Gendermedizin bzw. Frauenmedizin?

In der medizinischen Forschung wird seit jeher der Mann als Standard gesehen, weswegen  Medikamente und Behandlungsarten vor allem am männlichen Körper erforscht wurden. Begründung dafür: Hormonschwankungen sowie mögliche Schwangerschaften von weiblichen Probandinnen würden den Ablauf der Studien zeitlich, inhaltlich und finanziell erschweren. 

Das hat jedoch zur Folge, dass Unterschiede bei Medikationen, Krankheitsrisiken bzw. -verläufen von Männern und Frauen in der Medizin wenig berücksichtigt werden. Die Frauenmedizin will das ändern und fordert das biologische Geschlecht eines Menschen bei der Lehre, Diagnostik, Behandlung und gesundheitlichen Prävention mehr zu gewichten. 

 

Ich selbst bin immer wieder verblüfft, wie viele einzelne, erforschte Fakten wir über den kleinen Unterschied zwischen Frau und Mann kennen. Bitter ist nur, wie wenig das im Grunde dann in der Praxis, also bei der Behandlung der Patientinnen, berücksichtigt wird.
Franziska Rubin

Warum ist es wichtig, in der Medizin nach biologischen Geschlechtern zu unterscheiden?

Forschungen in der geschlechtsspezifischen Medizin haben ergeben, dass der weibliche Körper nicht nur anders funktioniert als der männliche, sondern auch auf Behandlungen und Medikamente unterschiedlich reagiert. Das hat zur Folge, dass Krankheiten bei Frauen zum Teil nicht richtig diagnostiziert oder gar nicht erst erkannt werden. Auch bei der Dosierung und Wirkung von Medikamenten gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede, die verheerende Folgen für die Betroffenen haben können. 

Daher ist es wichtig, dass Ärztinnen und Ärzte die weibliche Gesundheit von Patientinnen nicht anhand des männlichen Standards bewerten. Aber auch Frauen selbst sollten gut über die Funktionsweisen und Warnzeichen ihres Körpers Bescheid wissen, um entsprechend zu handeln.

 

ASS schützt Frauen vor Schlaganfall, hingegen weniger vor einem Herzinfarkt. Betablocker wiederum lösen bei manchen Frauen gefährliches Herzrasen aus.
Franziska Rubin

Inwieweit funktioniert der Körper von Frauen anders als der von Männern?

Viele Dinge funktionieren im männlichen und weiblichen Körper gleich. Doch es gibt verschiedene Faktoren, die die Gesundheit von Frauen im Unterschied zu der von Männern stark beeinflussen. Hier findest du einige Beispiele:

  • Anatomie: Frauen sind in der Regel kleiner als Männer, was sich auch in der Größe der Organe zeigt. Außerdem besitzen sie andere Organe als Männer, die anfällig sind für spezifische Erkrankungen.
     
  • Verdauung: Die Verdauung findet bei Frauen meist über einen weiteren Zeitraum hinweg statt als bei Männern. Das führt dazu, dass Medikamente länger im Organismus bleiben, bis sie abgebaut werden.
     
  • Muskel- und Fettgewebe: Frauen haben in der Regel mehr Fettgewebe und weniger Muskelmasse als Männer. Das führt dazu, dass die Knochen nicht so gut gegen Außeneinwirkungen abgefedert werden können und es schneller zu Abnutzungen oder Verletzungen kommt.
     
  • Hormone: Östrogen und Testosteron sind nicht nur für äußerliche Merkmale von Männern und Frauen zuständig, sondern beeinflussen auch die Funktion von Organen, das Immunsystem sowie den Stoffwechsel auf unterschiedliche Weise.  
     
  • Schwangerschaft: Viele Frauen entwickeln während einer Schwangerschaft einen Bluthochdruck. Dies erhöht das Risiko für anschließende Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch die Einnahme der Antibabypille kann die Gesundheit von Frauen stark beeinflussen.
     
  • Wechseljahre: Während der Menopause erlebt der weibliche Körper einen starken hormonellen Umbruch. Es wird deutlich weniger Östrogen produziert als noch davor, was ebenfalls das Risiko für Bluthochdruck und Herzerkrankungen erhöht.

 

Weibliche Gesundheit in der Praxis: Krankheiten erkennen und vorbeugen

Einige Erkrankungen treten bei Frauen leider häufiger auf, als bei Männern. Doch als Frau kannst du einiges tun, um diesen Krankheiten präventiv entgegenzuwirken bzw. sie frühzeitig behandeln zu lassen. Wir haben dir einige naturheilkundliche Tipps und Anwendungen zusammengestellt, die Frauen auf natürliche Weise helfen, ihre Gesundheit zu bewahren.

 

1. Bluthochdruck 

Bluthochdruck beeinträchtigt leider viele Frauen, was vor allem am sinkenden Östrogenspiegel während der Menopause liegt. Oft gleichen die Symptome denen der Wechseljahrsbeschwerden. Daher ist es wichtig, regelmäßig den Blutdruck zu kontrollieren, um frühzeitig etwas dagegen zu unternehmen. Andernfalls steigt das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle und Gefäßschäden.

Ab 70 sind im Schnitt knapp 75 Prozent der Betroffenen Frauen.
Franziska Rubin

Was tun gegen Bluthochdruck?
 

 

2. Herzinfarkt und Schlaganfall

In 20 Prozent der Fälle haben Frauen andere Herzinfarktsymptome als Männer. Daher werden sie häufig falsch eingeschätzt und die Betroffenen nicht adäquat behandelt. Symptome können sein: Kurzatmigkeit, Nacken- oder Kieferschmerzen, Schmerzen im Oberbauch, Erbrechen, Atemnot, Schweißausbrüche, Müdigkeit (schleichende Steigerung). Daher sollten Frauen solche Anzeichen immer ernst nehmen und frühzeitig ärztliche Hilfe aufsuchen.

Auch bei Schlaganfällen haben Frauen oft andere Symptome als Männer: Weibliche Patientinnen klagen häufiger über Übelkeit, Kopfschmerzen oder Schluckauf als männliche Patienten. Zu den Risikofaktoren bei Frauen zählen die Menopause, Bluthochdruck in der Schwangerschaft oder das Entfernen der Eierstöcke.

Bei Frauen kann ein Infarkt atypisch verlaufen mit Übelkeit, ungewöhnlichem Unwohlsein, Schmerzen im Oberbauch oder plötzlicher Erschöpfung. Fehldiagnosen sind häufig.
Franziska Rubin

Was tun gegen Herzinfarkte und Schlaganfälle?
 

  • Sonnenbaden zur Erweiterung der Blutgefäße (in geringen Dosen, um die Haut zu schützen)
  • Salat mit Granatapfelkernen essen
  • Herzhaftes Lachen zur Reduzierung von Stresshormonen
  • eine Herzsportgruppe suchen
  • Mit dem Rauchen aufhören

 

Frau hat Hand auf dem Brustkorb

3. Brust-, Eierstock und Gebärmutterhalskrebs

Diese Krebsarten sind eher frauenspezifisch, da sie bei Menschen mit Gebärmutter, weiblicher Brust bzw. Eierstöcken auftreten. Daher ist es wichtig, dass Frauen sensibel für erste Anzeichen sind und wissen, was präventiv bzw. begleitend zu einer Therapie getan werden kann.

Was tun gegen Brust-, Eierstock und Gebärmutterhalskrebs?
 

 

4. Osteoporose

Wie bereits erwähnt, haben Frauen in der Regel weniger Muskelmasse, welche die Knochen stützt. Durch die Menopause lässt außerdem der Schutz der Gelenke und Knochen durch das Östrogen nach. Dadurch sind gerade ältere Frauen von Osteoporose betroffen.

Osteoporose ist fast ausschließlich eine Erkrankung der Frau nach den Wechseljahren.
Franziska Rubin

Was tun gegen Osteoporose?
 

  • Sonnen-Tai-Chi für mehr Vitamin D
  • Kalzium-Booster (z.B. durch Brokkoli, Rosenkohl, Leinsamen, Sesam)
  • Traubensilberkerze als Präparat einnehmen
  • Positive Einstellung zum Leben 
  • Detox durch Trockenschröpfen
  • Schüßler-Salze einnehmen (vor allem Nr. 1, 2, 11 und 17)

 

5. Arthrose

Ähnlich wie bei der Osteoporose wird der Mangel an Östrogen nach den Wechseljahren als Risikofaktor für Arthrose vermutet. Außerdem sind Muskeln, Sehnen und Bänder bei Frauen dehnbarer und der Knorpel in der Regel dünner als bei Männern.

65 Prozent der 65-Jährigen leiden an der sogenannten Heberden-Arthrose (Fingergelenksarthrose), Frauen sechs- bis achtmal häufiger als Männer. Beim Knie wird der Geschlechterunterschied auch besonders deutlich, knapp 63 Prozent der Knieoperationen finden bei Frauen statt.
Franziska Rubin

Was tun gegen Arthrose?
 

  • Vegetarische oder vegane Ernährung gegen Entzündungen
  • Trampolinspringen
  • Blutegeltherapie 
  • Kohlauflagen
  • Handmassagen
  • Akupunktur 

 

Frau von hinten in Blumenwiese

6. Chronische Schmerzen

Auch bei chronischen Schmerzen ist oftmals das an sich hilfreiche Östrogen Mitschuld. Es scheint nämlich die Entwicklung von chronischen Schmerzen und Schmerzempfindlichkeit zu fördern, wohingegen Testosteron eher vor Schmerz schützt.

Was tun gegen chronische Schmerzen?
 

  • Osteopathie
  • Meditation
  • Heublumen- oder Ingwersack  
  • Rosmarin
  • Kohl- und Quarkwickel
  • Bewegung mit Freude
  • Schröpfen
  • Blutegel 

 

7. Schilddrüsenerkrankung

Bei Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse wird Frauen das stärkere Immunsystem zum Nachteil: Immunzellen werden übermäßig aktiviert und lösen die chronischen Entzündungen aus. Dazu kommen die verschiedenen Phasen hormoneller Veränderung, die Frauen während Pubertät, Schwangerschaft, Menopause oder nach dem Absetzen der Pille durchmachen. Das führt auch dazu, dass mehr Frauen an Schilddrüsenunter- bzw. überfunktion leiden. 

Die Hashimoto-Thyreoiditis betrifft vier bis acht Millionen Menschen in Deutschland – Frauen zehnmal häufiger und oft zwischen dem 30. Und 50. Lebensjahr. Auch Morbus Basedow kommt bei Frauen fünf- bis sechsmal häufiger vor.«
Franziska Rubin

Was tun gegen Schilddrüsenerkrankungen?
 

  • Kalte Lehmwickel bei Entzündungen
  • Baldriantee bei Unruhe
  • Wermuttee zum Fettabbau
  • Baderituale mit ätherischen Ölen
     

 

8. Blasen- und Nierenbeschwerden bei Frauen

Bereits bei der Anatomie sind Frauen, was Blasen- und Nierenbeschwerden betrifft, im Nachteil: Harnröhren- und Darmausgang liegen bei Frauen deutlich näher zusammen als bei Männern und die Harnröhre ist deutlich kürzer. Dadurch können Bakterien schneller in die Blase eindringen. Darüber hinaus sorgen Hormonschwankungen und die Menopause dafür, dass sich die Scheidenflora verändert, was Infektionen begünstigt. Mit Harninkontinenz haben Frauen vor allem nach der Schwangerschaft aber auch aufgrund von Östrogenmangel nach der Menopause zu tun. 

Jede zweite Frau macht in ihrem Leben mindestens eine Blasenentzündung (Zystitis) durch. Eine Blasenschwäche bei körperlicher Belastung erleben bis zu 40 Prozent der Frauen zwischen 15 und 64 Jahren.
Franziska Rubin

Was tun gegen Blasen- und Nierenbeschwerden?
 

  • Meerrettich und Kapuzinerkresse als Bakterienkiller
  • D-Mannose zur Vorbeugung
  • Goldrutenkraut, Hopfen und Johanniskraut als Tee
  • Nieren stärken mit Wärme an Rücken und Füßen
  • Ingwerwickel bei Nierenproblemen
  • Gesunde Ernährung (möglichst salz- und zuckerarm sowie vegetarisch mit wenig Eiweiß, Kalium und Phosphat um die Niere zu entlasten)
Dass wir Frauen anders sind, auch medizinisch betrachtet, ist ja eigentlich klar, und ich wünsche mir, dass wir alle das beherzigen ohne dass Frauen jetzt eine Extrawurst haben wollen würden.
Franziska Rubin

Fazit: Weibliche Körper funktionieren einfach anders

Fest steht: Unerwünschte Nebenwirkungen, falsche Diagnosen oder Dosierungen bei Frauen könnten größtenteils vermieden werden, wenn geschlechtsspezifische Behandlungen in der Medizin weiter etabliert werden. 

Doch auch die Patientinnen selbst können diesen Prozess unterstützen, indem sie die spezifischen Anzeichen ihres Körpers besser interpretieren lernen, mit Ärzten und Ärztinnen über die geeigneten Therapiemöglichkeiten für Frauen sprechen und mit naturheilkundlichen Mitteln ihre Gesundheit unterstützen. 

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