Selbstheilungskräfte mit Akupressur aktivieren - So geht's!

Gesundheit & Ernährung

Akupressur ist eine uralte Heilkunst. Bei dieser Methode werden mit den Fingern bestimmte Punkte auf der Hautoberfläche gedrückt, um die natürliche Selbstheilungskraft des Körpers anzuregen. Durch den Druck werden Muskelspannungen gelöst, der Blutkreislauf stimuliert und die Lebenskraft des Körpers angeregt. Dadurch kann eine schnellere Heilung für Körper, Geist und Seele eintreten. 

 

Der Unterschied zu Akupunktur

Während man bei der Akupunktur mit Nadeln arbeitet, behandelt man hier mit einem sanften Druck der Hände und manchmal werden sogar die Füße eingesetzt. Obwohl diese Methode wissenschaftlich anerkannt wurde, rückte Akupressur etwas in den Hintergrund, als modernere Verfahren entwickelt wurden. Trotzdem gilt die Akupressur heute immer noch als eine der wirksamsten Methoden bei spannungsbedingten Erkrankungen. 

Der Vorteil besteht darin, dass du die heilenden Berührungen auch ohne viele Vorkenntnisse an dir selbst und anderen ausprobieren kannst. Du kannst nicht viel falsch machen. Vorausgesetzt, du hältst dich an die Anweisungen und achtest auf warnende Hinweise. 

 

Akupressur lässt sich auch sehr gut dafür einsetzen, den Körper in Balance zu bringen und bei guter Gesundheit zu halten.
Michael Reed Gach

Da hilft Akupressur 

Sehr gute Erfolge wurden bei Kopfschmerzen, Überanstrengung der Augen, Beschwerden der Nebenhöhlen, Nacken- und Rückenschmerzen, Arthritis, Muskelschmerzen und stressbedingten Verspannungen erzielt. Auch bei Menstruationsbeschwerden, Kreuzschmerzen, Geschwüren, Verstopfung und Verdauungsbeschwerden kann Akupressur sehr unterstützend wirken. Mit Selbstakupressur kann man sogar Angstzustände lindern und das Einschlafen fördern. Akupressur lässt sich auch sehr gut dafür einsetzen, den eigenen Körper in eine Balance zu bringen und bei einer guten Gesundheit zu halten. 

Das Besondere an der Akupressur ist, dass man lokale Symptome als Ausdruck des gesamten körperlichen Zustands betrachtet. Ziel der Akupressur ist also die Linderung von Schmerzen und Beschwerden, bevor sich eine Krankheit entwickelt. Durch eine Kombination der Stimulation von Punkten, einer tiefen Atmung, Dehnungsübungen und Entspannungstechniken kannst du die körperliche Verfassung verbessern. Dadurch wirst du dich frischer, gesünder und in größerer Harmonie mit deinem eigenen Leben fühlen. 
 

Die wichtigsten Akupressurpunkte kannst du am besten mit Hilfe markanter Körperstellen lokalisieren.
Michael Reed Gach

Akupressurpunkte finden

Die wichtigsten Punkte zur Stimulation der Energie kannst du am besten mit Hilfe markanter Körperstellen lokalisieren. Manche Punkte liegen unterhalb größerer Muskelgruppen. Punkte in der Nähe einer Knochenstruktur liegen meist in Vertiefungen, während Muskelpunkte in einem Muskelstrang, einem Band oder Spannungsknoten liegen.

Um einen solchen Punkt zu stimulieren, drückst du direkt auf den Strang oder in die Vertiefung. Wenn du den Punkt drückst, und du dabei still seinen Namen wiederholst, während du dir seine Wirkung vorstellst und dabei tief atmest, kannst du das volle Potential eines jeden Punktes ausschöpfen. Wenn du zum Beispiel die Punkte „Meer der Vitalität“ im Kreuzbereich gedrückt hältst und dabei tief atmest und dir dabei vorstellst, wie jeder Atemzug den eigenen Vorrat an Vitalität wieder auffüllt, kann diese Vorstellung eine enorm heilende Kraft in Gang setzen und deinen Kreuzbereich kräftigen und heilend beeinflussen. 
 

Die Wirkung steigern

Du kannst die Wirkung eines Punktes auch noch auf andere Weise steigern: Du kannst zum Beispiel mit den Fingerkuppen die Punkte des Loslassens im oberen äußeren Brustbereich drücken und währenddessen tief amten. Stelle dir dabei vor, dass du Spannungen, Frustration und Stress loslässt. Halte diesen Punkt und atme in die Punkte hinein, wobei du dir vorstellst, dass du jetzt alle Negativität und Reizbarkeit loslässt. 

Neben seinem Namen hat jeder Punkt ein Kürzel, das seine Lage am Körper bezeichnet. Die Kurzbezeichnungen der Punkte, wie zum Beispiel Ma 3 oder GB 21 sind Standardbezugspunkte, die von Menschen verwendet werden, die professionell mit Akupressur arbeiten.
 

Techniken in der Akupressur

Es gibt verschiedene Formen der Akupressur, wobei immer die gleichen Wirkpunkte verwendet werden. Der Unterschied besteht in der Druckstärke, verschiedenen Rhythmen und veränderten Techniken. Vergleichbar ist es mit der Musik: Es gibt bestimmte Noten, aber zahlreiche Möglichkeiten, diese miteinander zu verbinden 

Folgende Techniken gehören zur Akupressur: 

  • Der feste Druck ist die Grundtechnik. Hierbei übst du mit Daumen, Fingern, Handflächen, Handkanten oder Knöcheln einen gleichmäßigen Druck aus. Um einen Bereich zu entspannen oder Schmerzen zu lindern, drückst du sanft und hältst diesen Druck ohne Bewegung jeweils einige Minuten. Eine Minute gleichmäßigen Drucks, der weich einsetzend aufgebaut wird, beruhigt und entspannt das Nervensystem und verbessert die Heilung. Um den Bereich zu stimulieren, wendest du nur vier bis fünf Sekunden Druck an. 
  • Beim langsamen Kneten verwendest du Daumen und Finger sowie die Handballen, um große Muskelgruppen zu walken. Hier ist die Bewegung ähnlich wie beim Kneten eines Teigkloss. Du setzt dabei das Gewicht deines Oberkörpers ein und drückst den Muskel, um ihn weich und geschmeidig zu machen. Dies löst allgemeine Steifigkeit, Verspannungen an Schultergürtel und Nacken, Verstopfung und Wadenkrämpfe.  
  • Durch kräftiges Reiben stimulierst du Blut und Lymphe, wirkst Unterkühlung, Schwellungen und Taubheit von Gliedern entgegen. Auf diese Weise regst du die Durchblutung an, beruhigst die Nerven und tonisierst die Haut.
  • Schnelles Klopfen mit den Fingerspitzen stimuliert die Muskeln auf unbedeckten, empfindlichen Körperflächen, wie zum Beispiel dem Gesicht. Auf größeren Körperflächen arbeitest du mit der locker geschlossenen Faust. Dadurch wird die Funktion verbessert und erschlaffte Muskulatur gestärkt. 

ACHTUNG: Bei ernsthaften, chronischen oder lebensbedrohlichen Krankheiten darf nicht mit kräftigem Reiben, tiefem Druck, Kneten oder anderen Techniken gearbeitet werden, die übermäßig zu einer Stimulation führen. 

 

Die heilende Berührung der Akupressur baut Spannungen ab, stärkt den Kreislauf und ermöglicht eine tiefe Entspannung.
Michael Reed Gach

Akupressur bei Angst und Nervosität

Angstzustände sind häufig eine Antwort auf die zunehmende Belastung des heutigen Lebens. Der steigende Druck nimmt uns die Luft zum Atmen und das Gefühl, dass wir niemals schaffen, was von uns verlangt wird. Das führt zu einem Gefühl der Atemlosigkeit und Starre. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, neben den folgenden Akupressur-Übungen, der Angst mit Dehnungs-, Atem- und Aerobicübungen sowie mit Schwimmen, Radfahren, Tanzen oder Laufen zu begegnen. Achte bei der Ernährung darauf, dass du weißes Mehl, Zucker, Kaffee und salzige Speisen meidest. 
 

Akupressur

Himmlische Verjüngung (DW 15), Lage: Auf den Schultern in der Mitte zwischen dem Halsansatz und der Außenseite der Schultern 1 cm unterhalb der Oberseiten der Schultern. 

Himmlische Säule (B 10), Lage: Einen Fingerbreit unterhalb der Schädelbasis auf den Muskelsträngen 1 cm zu beiden Seiten der Wirbelsäule.

Gekrümmter Sumpf (P 3), Lage: An der Arminnenseite am unteren Ende der Ellbogenfalte bei gebeugtem Arm. 

Innere Pforte (P6), Lage: In der Mitte der Innenseite des Unterarms zweieinhalb Fingerbreit von der Handgelenksfalte entfernt. 

Tor des Geistes (H7), Lage: Am Unterarm auf der Seite des kleinen Fingers in der Handgelenksfalte. 

Punkt des Dritten Auges (LG 24.5) Lage: Genau zwischen den Augenbrauen in der Vertiefung zwischen der Nasenwurzel und der Mitte der Stirn. 

Meer der Ruhe (EG 17): Lage: In der Mitte des Brustbeins drei Daumen breit oberhalb der Basis des Knochens. 

Es müssen nicht alle diese Punkte bearbeitet werden: es genügt oft schon, wenn du nur ein oder zwei der Punkte drückst.

 

Den Himmel stützen: eine Atemübung
 

  1. Die Beine sind locker und leicht gegrätscht, die Arme an den Seiten. Führe beim einatmen die Arme mit nach oben gekehrten Handflächen nach außen über den Kopf. Verschränke die Finger mit aneinander liegenden Handflächen, drehe die Handflächen nach außen, so dass sie zum Himmel weisen. Einatmend strecke dich mit leicht zurückgeneigtem Kopf sanft noch etwas nach oben. Ausatmend senke das Kinn zur Brust ab und führe die Arme seitlich wieder nach unten. Wiederhole diesen Ablauf fünfmal. Fahre In bequemer Sitzhaltung mit Schritt 2 bis 6 fort. 
     
  2. Beide Punkte DW 15 drücken: lege mit gekrümmtem Finger reichte Hand auf die rechte Schulter, linke Hand auf die linke Schulter. Schließe die Augen. Drücke mit den Fingerkuppen DW 15 oben auf den Schultern und atme dreimal langsam und tief. Lege die Hände in den Schoß, entspanne und atme nochmal mehrmals langsam und tief. 
     
  3. B 10 kräftig drücken: Lege mit gekrümmten Fingern Fingerkuppen auf die Muskelstränge des Nackens. Drücke kräftig drücken und atme dabei erneut dreimal langsam tief. Lege die Hände in den Schoß und entspanne dich. 
     
  4. P3 halten; P 6 und H 7 drücken: P 3 mit dem Daumen halten. Drücke P 6 und H 7 mit dem Zeige- und Mittelfinger jeweils dreißig bis sechzig Sekunden lang. Verfahre auf der anderen Seite genauso. Wenn du weiterhin tief durch die Nase atmest, wirst du feststellen, dass der Körper seinen Stress und seine Anspannung verliert. 
     
  5. LG 24.5 berühren: Schließe die Augen und lege die Handflächen aneinander. Berühre mit Mittel- und Zeigefinger leicht den Punkt des Dritten Auges zwischen den Augenbrauen. Halte die Augen geschlossen und atme langsam und tief, während du dich eine ganze Minute auf diesen Punkt konzentrierst. 
     
  6. EG 17 drücken: Lege die Handflächen aneinander, den Daumen an das Brustbein und drücke EG 17 in Höhe des Herzens kräftig. Schließe deine Augen und konzentriere dich darauf, langsam, gleichmäßig und tief in dein Herz zu atmen, um alle Ängstlichkeit zu zerstreuen. 
    Atme zwei weitere Minuten tief. Kontrolliere sanft deine Atmung und lass jeden Atemzug tiefer und länger werden als den letzten. Atme alle Spannungen heraus, die die Lungen daran hindern, sich frei und natürlich zu bewegen. Nimm wahr, wie dein Geist mit jedem Atemzug klarer wird. 
    Achte auf die Widerstände, die dein Geist schafft, die Besorgnisse und vorgefassten Meinungen, die ihn beschäftigen. Atme mehrmals tief und beseitige diese Schranken und denke daran, dass du in das Leben selbst hineinatmest. 
    Wenn du ganz eingeatmet hast, halte den Atem einen Augenblick an und nimm deine Fülle wahr. Atme dann ruhig aus, lass die Hände in den Schoß gleiten, entspann dich und nimm, wie der lebendige Atem durch den ganzen Körper kreist.
     

Schenke dir jeden Tag Zeit, um diese Übungen zu machen. Irgendwann wirst du erkennen, dass Ängste sich nicht bei Menschen wohlfühlen, die sich um sich selbst kümmern. An diesem Tag wirst du spüren, dass DU selbst deine Energie wieder in Fluss gebracht hast und du immer wieder entscheiden kannst, ob du Angst haben möchtest oder dich mit ein paar gezielten Druckübungen selbst in die Freiheit führen willst.
 

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