Entschlackung, Entgiftung, Entsäuerung: Warum Detox nicht beim Essen aufhört

Gesundheit & Ernährung

Im Gegensatz zu einem Märchen haftet an einem Mythos immer ein Wahrheitsgehalt. Dennoch verbinden wir in unserem Sprachgebrauch mit den »sagenhaften Geschichten« etwas Überliefertes, das objektiven Prüfungen oder wissenschaftlicher Beweisbarkeit anscheinend nicht standhält. 

Entschlackung, Entgiftung, Entsäuerung – diese drei Begriffe sind nicht Gegenstand der schulmedizinischen Ausbildung.
Michael Droste-Laux

Ausleitende Verfahren, die bis ins Mittelalter zurückreichen, werden von der heutigen herrschenden Wissenschaft als Unfug abgetan. Mehr noch, ich beobachte seit einigen Jahren, dass selbst in so genannten Qualitätsmedien häufig Berichte auftauchen, die die gesamte Naturheilkunde mit ihren zahlreichen therapeutischen Verfahren wie Homöopathie, TCM (Traditionelle Chinesische Medizin), Akupunktur, Bioresonanz usw. der Lächerlichkeit preisgeben. Das hat Methode, die meines Erachtens trotzdem ihr Ziel verfehlt. 

Glücklicherweise sind viele Menschen erwacht und nehmen die Verantwortung für ihre Gesundheit und ihr Leben in ihre eigenen Hände. Sie spüren an ihrem Körper, was ihnen gut tut und sind bereit, die Kosten in Eigenfinanzierung zu übernehmen.

A propos Kosten: eine insgesamt »entschlackte, entgiftete, entsäuerte Gesellschaft« wäre das kostengünstigste Gesundheitssystem und würde den Wirtschaftszweig allopathische Pharmazie (chemische Medikamente) mit seinen Skandalen entzaubern. 

 

Wofür steht der Begriff Detox?

Entgiftung, Entsäuerung, Entschlackung: Wofür stehen die drei E und das entlehnte Kunstwort Detox?
Die coole Wortschöpfung deckt über Fasten, Kosmetik- und SPA-Anwendungen alles ab.

Kaum jemand kann Detox erklären, aber jeder weiß, was damit gemeint ist. Mit nur einem Wort werden alte Traditionen und Rituale neumodisch ausgedrückt. Zahlreiche Produkte mögen sich viel versprechend mit einem Detox-Etikett schmücken und »Markt machen«. Entscheidend ist jedoch, die wahren Inhalte des Detox-Trends passen zu einer bewussten Lebensführung und werden uns lange Zeit begleiten. Erfreulich ist, dass sich zunehmend junge Menschen angesprochen fühlen und auf ihre Gesundheit achten.
 

Zum Kern: Ein gesunder Körper ist in der Lage, alle nicht verwertbaren Stoffe aus unserer Nahrung über den Darm und die Nieren auszuscheiden. Ansammlungen von so genannten Schlacken und Ablagerungen von Stoffwechselresten können demnach nicht vorkommen. Soweit einverstanden.
Dennoch kennt die Schulmedizin (ich trenne normalerweise nicht die Medizin in die universitäre und naturheilkundliche Lehre) physiologische Rückstände des Stoffwechsels, Schleim- und Entzündungsreste, Kalk-, Cholesterin- und Eiweißablagerungen, eingekapselte Infektionsherde, kristalline Strukturen in den Gelenken, Steinbildung in Galle, Niere, Blase und so weiter. 

Welche Ursachen haben sogenannte Schlacken?

Toxische Substanzen können durch eine akute Vergiftung oder schleichend – zum Beispiel durch zahnärztlich Werkstoffe, medikamentöse Dauergaben, Umwelt- und Wohngifte – aufgenommen werden. Dazu zählen Noxen (lateinisch noxa: Schaden) von nicht ausgestandenen Erkrankungen sowie Impfstoffe, die ins Bindegewebe abgedrängt werden, außerdem harnsaure Ablagerungen durch tierisches Eiweiß, Transfettsäuren (gehärtete Fette), Hyaluronsäure sowie der ganze Schrott aus synthetischen Vitamin- und Mineraltabletten und nicht zuletzt die Zwangszuführung von Fluoriden, Jod und Chlor in Zahnpasten, Speisesalz und Trinkwasser. All diese Stoffe müssen von einem gesunden Organismus aus dem Blutkreislauf genommen werden, weil sie sonst die empfindliche Stoff- und pH-Wert-Balance im Blut stören würden. 

 

Sogenannte Schlacken können sich akut oder schleichend ansammeln.
Michael Droste-Laux

Hinzu kommt die unmittelbare Säurebelastung etwa durch Essigsäure aus dem Zuckerkonsum, Oxalsäure aus Spinat, Kakao und Rhabarber und Milchsäure aus körperlicher Überanstrengung, die jedem von uns als Muskelkater bekannt sein dürfte. Die Liste ließe sich fortsetzen. Es handelt sich eben genau um jene Substanzen, die volkstümlich und umgangssprachlich als Schlacken bezeichnet werden.

Die Säure ist das Zellgift schlechthin

Der akademische Streit der Gelehrten über den Mythos Entschlackung begann schon vor 100 Jahren mit dem österreichischen Arzt Dr. Franz Xaver Mayr (1875-1965).
Er begründete seine therapeutischen Erfolge damit, den übersäuerten Körper durch Fastenkuren zu gesunden. Sein Credo lautete: »Die Säure ist das Zellgift schlechthin.«
Nun kommen wir dem Begriff Detoxification näher: Es geht einerseits um den bewussten Verzicht von Genussmitteln und um eine reduzierte Ernährung und andererseits um das Loswerden von überflüssigen Pfunden und Ablagerungen.

Zu Beginn des Fastens werden Kohlenhydratreserven verbraucht. Nach drei bis vier Tagen schaltet der Körper auf die Verbrennung des Fettes um, das als Reserve für Notzeiten deponiert worden ist.
Da sich Schlacken und Stoffwechselabbauprodukte vorzugsweise an Fettmoleküle binden, werden bei einer Fastenkur verstärkt Schlacken- und Giftstoffe freigesetzt und über Urin, Darm und Haut ausgeschieden. Auf die Ausscheidung über die Haut komme ich später zu sprechen.
Neben dem ausreichendem Trinken von Kräutertees und stillem Wasser, die die gelösten Substanzen und Säurekonzentrationen verdünnen, sollte auf die Darmentleerung geachtet werden. 
 

Fasten kann - richtig ausgeführt - helfen, Schlacken abzutransportieren.

Neben den verschiedensten extremen Fasten-Methoden hat in den letzten Jahren das Intervall-Fasten oder intermittierendes Fasten an Beliebtheit gewonnen: Einmal täglich fasten bedeutet, das Frühstück oder Abendessen wegzulassen und mindestens 12 bis maximal 18 Stunden am Tag kein Essen zu sich zu nehmen.

Diese Nahrungspausen und künstliche Verknappung sollen den ursprünglichen zeitweisen Mangel imitieren. In der Zeit vor der Industrialisierung war es normal, dass nicht ständig Lebensmittel zur Verfügung standen. Der Körper stellte sich darauf ein und wurde damit viel besser fertig als mit der heutigen Überversorgung und den daraus resultierenden Wohlstandskrankheiten. Der entscheidende Vorteil von Breakfast oder Dinner Cancelling ist der überschaubare Verzicht, der leicht fällt und täglich ein Recycling der Zellen ermöglicht.

Methoden der Entschlackung, Entgiftung, Entsäuerung

Das Unterhautfettgewebe ist ein bevorzugter Ort, an dem der Körper unliebsame Substanzen ablagert.
Wer nicht an eine Azidose (Übersäuerung) glaubt, dem empfehle ich den Zustand des Bindegewebes per Tastbefund im Nacken- und Schulterbereich zu prüfen. Nicht selten kann das bei Betroffenen zu einem Aufschrei führen, weil der Massierende schmerzhafte Myogelosen (Harnsäureeinlagerungen) vorfindet und ertastet. Spezielle Massagen und das Schröpfen mit Gläsern oder Silikon-Cups sind bewährte und wirkungsvolle physikalische und manuelle Verfahren, die die Glykosierung (Verzuckerung, Verklebung) der Bindegewebsfasern (Faszien) wieder lösen.

Entschlacken, Entgiften, Entsäuern – das ist in heilpraktischen Praxen und bei Homöopathen eine Standardtherapie, die als Grundregulation bezeichnet wird. Oft kommen Pflanzen mit Bitterstoffen zum Einsatz, die nicht nur die Verdauung und Fettverbrennung verbessern, sondern das Säure-Basen-Verhältnis wiederherstellen. Bitterstoffkräuter wie Löwenzahn, Bitterklee, Benediktinerkraut, Tausendgüldenkraut, Galgant, Ingwer, Kardamom u.a. werden dem Bedürfnis nach Attraktivität weitaus eher gerecht als irgendwelche fragwürdigen Pülverchen, Hormondosen und Anti-Aging-Cremes.

Anhängern und Fans der Homöopathie sei ein apothekenpflichtiges aber rezeptfreies Entoxin-Ausleitungs-Set empfohlen bestehend aus Matrix-Entoxin (Eisenhut, Gänseblümchen, Chinarinde und Wasserdost), Fella-Entoxin (Schöllkraut) und Uresin-Entoxin (Scheinbeere, Heidekraut).
Als Drei-Punkt-Therapie werden ebenso in homöopathischer Dosierung Lymphdiaral Basistropfen für die Lymph- und Matrix-Entgiftung, Juniperus Similiaplex (Wacholder) zur Nierenentgiftung und Quassia Similiaplex (Bitterholz) zur Leberentgiftung verordnet. 

Für Kritiker und Gegner der Homöopathie fand ich ein passendes Zitat von Dr. Peter Fisher, Forschungsleiter am Royal London Homeopathic Hospital: »Wenn ein Chemiker die homöopathische Arznei untersucht, findet er nur Wasser, Alkohol oder Milchzucker; wenn er eine Diskette untersucht, nur Eisenoxid und Vinyl. Beide können jedoch jede Menge Informationen enthalten.«
Ich würde dieses Zitat so interpretieren, dass für den wissenschaftlichen Nachweis der Wirksamkeit von Homöopathie konventionelle Verfahren herangezogen werden und für das Wirkprinzip der Resonanz bzw. Frequenz keine Fachleute zur Verfügung stehen.
 

Der Zusammenhang zwischen Übersäuerung und üblichen Kosmetikprodukten

Für welche Detox-Methode du dich entscheiden magst, es ist nicht sinnvoll, deinen Körper regelmäßig zu entsäuern, um dann mit sauren Körperpflegemitteln natürliche Ausleitungsprozesse über die Haut zu blockieren. Daher ist es notwendig und eine logische Konsequenz, Stoffwechselvorgänge und physiologische Regulationsabläufe der Haut nicht zu unterdrücken, sondern im Sinne der Entsäuerung zu fördern. Dieser Zusammenhang zwischen Übersäuerung und Kosmetik ist vielen Menschen nicht bekannt. 

Reinigst und pflegst du dich mit saurer Kosmetik, verbleiben saure Stoffwechselsubstanzen im Unterhautfettgewebe. Diese Körperpflege verhält sich tatsächlich »neutral«, weil kosmetische Säure auf ausleitende organische Säure trifft. Nach der osmotischen Gesetzmäßigkeit des Konzentrationsausgleichs findet kein Flüssigkeitsaustausch statt. Ausleitungspflichtige Substanzen werden an der Ausscheidung über die Haut gehindert und zurückgedrängt.
Verstärkt wird dieser Effekt, wenn sich in sauren Pflegeprodukten zusätzlich kritische Zutaten mit abdichtender Funktion wie Silikone und Erdölderivate (Paraffine) befinden.
Hierüber »freuen« sich die Bakterien in den Talgdrüsenfollikeln, die sich unter der versiegelten Oberfläche im sauren Milieu wunderbar entwickeln können.

Der entscheidende kritische Punkt im Bezug auf Entschlackung, Entgiftung, Entsäuerung ist, dass bei einer sauren Körperpflege keine pH-Wert-Differenz zu sauren Stoffwechselsekreten besteht. Die Haut hat eine direkte Verbindung zur Bindegewebsflüssigkeit mit sauren Valenzen. Wenn du auf saure Hautausscheidungen saure Seife oder Körperpflege gibst, unterbleibt eine Neutralisation der ausgeleiteten Säuren. Zusätzlich halten sich die Säuren weiterhin im Unterhautfettgewebe auf, weil durch den sauren pH-Wert der synthetischen Kosmetik kein osmotischer Druck aufgebaut wird. Damit verpuffen weitestgehend alle sinnvollen Detox-Kuren, weil Stoffwechselprodukte nicht nach außen über die Haut abgeleitet werden können.


 

Basische Körperpflege für eine gesunde Hautosmose

Basische Vollbäder dagegen unterstützen den Ausleitungsprozess und entlasten innere Organe und den gesamten Organismus, weil Säuren wie ein Magnet über die Haut herausgezogen werden. Das ist eine physikalische Gesetzmäßigkeit und kein Mythos.
Saure Lösungsmoleküle diffundieren in den Bereich höherer basischer Konzentrationen und es entsteht ein hydrostatischer Überdruck. Basische Badesalze fördern die Regenerationsfähigkeit der Haut und beschleunigen den natürlichen Prozess der Homöostase, das heißt der Zersetzung von Zellen und Ausscheidung von Stoffwechselabbauprodukten. Der optimale Feuchtigkeits- und Fettgehalt bleibt erhalten und zeigt sich in einem fühlbar geschmeidigen Hautbild.

Die Säure-Basen-Thematik hört also nicht beim Essen auf! Basische Naturseifen und basische Naturkosmetik sind nach meiner jahrzehntelangen Erfahrung der bessere Weg zu einer gesunden Haut- und Körperpflege.
 

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