Die Kraft und den Zauber der Rauhnächte nutzen

Meditation & Achtsamkeit

Den Rauhnächten wird in unseren Breitengraden eine ganz besondere Beachtung geschenkt. Der Ursprung des Wortes „Rauhnacht“ ist umstritten. Manche vermuten, dass er sich auf das mittelhochdeutsche Wort rûch, „haarig“ bezieht. Es wird auch heute noch in der Kürschnerei als Rauchware für Pelzwaren verwendet. Andere gehen davon aus, dass der Begriff seinen Ursprung in den vielen Ritualen hat, die für das Nutzvieh der Bauern ausgeführt wurden. Und wieder andere Deutungen gehen dahin, dass die Räucherungen der Ställe gemeint sind, die jährlich und rituell durch den Priester der Ortschaft oder den Hofbauern selbst durchgeführt wurden, um das Vieh zu segnen. 

 

Die Wurzeln der Rauhnächte

Ihr Ursprung liegt in der germanischen und keltischen Tradition. Der Kalender der Germanen verzeichnete das Mond- und Sonnenjahr. Das Mondjahr zählte insgesamt 354 Tage und der Mondkalender hatte 365 Tage. In der Verbindung dieser beiden Jahre kam es zu einer Differenz von elf Tagen und zwölf Nächten. Diese zwölf Nächte wurden zu „Heiligen Nächten“. Der Grund dafür liegt darin, dass in ihnen die Naturgesetze die durch das Jahr hinweg gelten außer Kraft gesetzt werden. Dies wiederum hat zur Folge, dass die Grenzen zu den Welten, die normalerweise nicht so leicht zugänglich sind, offen sind. 
 

Die Rauhnächte wurden von unseren Ahnen als eine Zeit angesehen, die sich besonders für Reinigung und Wandel eignet.
Redaktion

Eintauchen in eine andere Welt

Dass diese zwölf Nächte uns einen Zugang zu anderen Bewusstseinsebenen und anderen Daseinsformen ermöglichen, war für unsere Vorfahren eine Selbstverständlichkeit und wurden nicht als Spinnerei abgetan. Die Menschen, die besonders sensibel und offen waren, nutzen diese Zeit, um in die sogenannte Anderswelt einzutauchen, die für unser Auge nicht sichtbar ist. Aus diesem Grund schenkte man der Innenschau viel Aufmerksamkeit, verzichtete auf die Arbeit und nutzte diese Tage, um nach Möglichkeit viel in der Natur zu sein. 

 

Zeit des Wandels

Die Rauhnächte wurden von unseren Ahnen auch als eine Zeit angesehen, die sich besonders eignete, um sich und sein Umfeld zu reinigen und um zu wandeln, was gewandelt werden möchte. Wenn auch du diese Tage und Nächte nutzen möchtest, dann tust du dir damit selbst etwas Gutes! Man sagt, dass sich auch heute noch die kleinen und großen Rituale, die an jedem dieser Tage gemacht werden, wohltuend auf unser ganzes Sein auswirken werden. Das heißt, je achtsamer du auf deine Träume achtest und je achtsamer du mit dir selbst und deiner Umwelt umgehst, desto wohler wirst du dich im nächsten Jahr in deiner eigenen Haut fühlen. Es heißt aber auch, dass während der Rauhnächte jeder einzelne Tag mit all seinen Wetterphänomenen und sichtbaren und unsichtbaren Zeichen dir zeigt, wie der jeweilige Monat des kommenden Jahres für dich verlaufen wird. 

 

Sei aufmerksam und offen

Achte also während der Rauhnächte besonders auf deine Träume und was sie dir sagen möchten. Lege dir deshalb am besten ein Notizbuch an dein Bett und schreibe die Träume auf, sobald du wach wirst. Warte nicht bis zum nächsten Morgen. Wenn es dich in die Natur zieht, dann spitze deine Ohren und öffne deine Augen für die Botschaften, die dir die Tiere, Pflanzen und Bäume übermitteln möchten. So ist es nicht vielen Menschen bekannt, dass manche Tiere um Mitternacht einiger Rauhnächte die Sprache der Menschen annehmen und dir verraten, wie deine Zukunft aussehen wird. 

Vier Rauhnächten wird eine besonders hohe Kraft zugesprochen. Der 21. Dezember, die Sonnenwende, die als Thomasnacht bezeichnet wird. Der 24. / 25. Dezember, die Christnacht, Vigil vor Weihnachten. Der 31. 12. / 1.1. Silvester / Neujahr und der 5. / 6. Januar Vigil. Mancherorts stufte man sie als besonders gefährlich ein und fastete an diesen Tagen oder betete besonders intensiv. Auch sollte an diesen Tagen zuhause Ordnung herrschen. 

 

So nutzt du die Kraft der Rauhnächte

Da wenige Tage in unserem Kalenderjahr so kraftvoll sind wie die Rauhnächte, lohnt es sich, diese Energie zu nutzen. Sieh sie als eine Möglichkeit an, dich den unterstützenden unsichtbaren Kräften zuzuwenden. Du kannst sie auch als eine gute Gelegenheit ansehen, um mit Hilfe von Ritualen, Räucherungen und Meditationen mehr Klarheit, Offenheit und Optimismus für das kommende Jahr zu erhalten. 
Die folgenden Fragen können dich während der gesamten 12 Rauhnächte begleiten: 

  • Wie ist meine Nacht gewesen?
  • Wer und was hat sich mir in meinen Träumen gezeigt?
  • Welche Stimmung war im Vordergrund?
  • Wie war der Tag?
  • Welche Grundstimmung hat mich durch den Tag getragen?
  • Welche Tiere und Menschen sind mir begegnet und welche Botschaft haben sie mir vermittelt?
  • Welche Symbole haben sich mir gezeigt?
     

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