Ostara: Bedeutung, Rituale und Symbole des Frühlingsfestes
So feierst du die Frühlings-Tagundnachtgleiche im Jahreskreis
Good News: Der lange Winter hat ein Ende! Die Sonne scheint immer kraftvoller, die Blumen sprießen und die graue und kalte Welt wird von Tag zu Tag grüner und wärmer. Dieses Erwachen der Natur kannst du direkt in dein Leben übertragen. Ostara, im Wicca-Jahreskreis das Fest der Frühlings-Tagundnachtgleiche, lädt dich dazu ein, Lebensfreude, Fruchtbarkeit, neue Stärke und Wachstum willkommen zu heißen.
Nach den dunklen Wintermonaten sind Tag und Nacht an Ostara genau gleich lang. Ab jetzt werden die Tage wieder länger und es beginnt die helle Zeit des Jahres.
Wann ist Ostara? Die Frühlings-Tagundnachtgleiche im Jahreskreis
Ostara findet nach Imbolc und vor Beltane statt: am 20./21. März. Damit liegt die Frühjahrs-Tagundnachtgleiche im Jahreskreis der Wicca der Herbst-Tagundnachtgleiche Mabon direkt gegenüber. Die ruhige, besinnliche Zeit der Einkehr ist vorüber. Während uns das keltische Fruchtbarkeitsfest Imbolc auf das Frühlingserwachen vorbereitet, ist der Frühling zu Ostara bereits im vollen Gange und erfährt zu Beltane seinen Höhepunkt.
Ostara ist zugleich das erste Sonnenfest und der kalendarische/astronomische Frühlingsanfang. Die kalten Wintertage sind vorbei, die Natur ist erwacht, die Zugvögel kehren zurück.
Mit dem Eintritt in das erste Tierkreiszeichen, Widder, gilt die Frühlings-Tagundnachtgleiche auch als das astrologische Neujahr.
Im Christentum wird an Ostern die Auferstehung Jesu Christi gefeiert. Auch hier spielen die Themen Neubeginn, Erwachen und die Zuwendung zum Licht eine große Rolle. Ostern – verwandt mit dem Begriff »Osten«, der Himmelsrichtung, in der die Sonne aufgeht – wird am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach der Frühlings-Tagundnachtgleiche gefeiert.
Ostara: Bedeutung und Ursprung
Der Name des Festes geht auf die Fruchtbarkeitsgöttin Ostara zurück. Sie wird auch die Göttin der Morgenröte genannt und steht für das Neuerwachen der Erde und die Wiedergeburt der Pflanzen. Caroline Deiß schreibt in ihrem Buch »Die Magie der 8 Jahreskreisfeste«, dass Ostara der Legende nach ein Ei zwischen ihren Brüsten reifen ließ und daraus die Welt mit allen Tieren, Pflanzen und Menschen schlüpfte.
Das Ei steht bis heute in vielen Kulturen und Bräuchen für Geburt und Neuanfang und ist somit ein wichtiges Symbol für den Frühling und das Erwachen der Natur. Genauso wie Ostereier, stehen auch Osterhasen sinnbildlich für die Frühlingszeit: Sie verkörpern mit ihrer schnellen und zahlreichen Vermehrung Lebensfreude und Fruchtbarkeit.
Ostara heute feiern: Themen und Journaling-Impulse
Heute gibt es viele verschiedene Bräuche rund um Ostara und Ostern: Von Osterfeuern über die Eiersuche bis hin zu Frühlingsfesten und -festivals. Du kannst die besondere Zeit der Frühlings-Tagundnachtgleiche bewusst für deine spirituelle Praxis nutzen, unabhängig davon, ob du den keltischen Jahreskreis feierst, dich bewusst mit der Natur verbindest oder einfach nur achtsam auf dein Jahr schauen möchtest.
Themen für dein individuelles Ostara-Ritual können sein:
Gerade jetzt kann auch ein guter Zeitpunkt sein, dich beim Journaling mit deinen Wünschen, Träumen und deinem Befinden auseinanderzusetzen.
Stelle dir dafür folgende Reflexionsfragen:
- Was löst das Wort »Frühlingsgefühle« in mir aus? Wann habe ich Frühlingsgefühle?
- Welche Samen habe ich in den vergangenen Wochen gepflanzt, die nun wachsen oder sogar bereits erblühen?
- Gibt es ein Projekt, das ich mir vorgenommen habe und dass ich jetzt voller Tatendrang angehen kann?
- Wo in meinem Leben sehe ich Wachstumspotenzial?
- Was schenkt mir und meinem Körper Lebenskraft?
- Behalte ich trotz Tatendrang meine Balance oder gibt es Bereiche, in denen meine Kraft schnell erschöpft ist? Wie kann ich diese wieder aufladen?
Ostara feiern – Rituale und Ideen für zuhause
Mithilfe des Journalings kannst du in die Energie von Ostara eintauchen und herausfinden, welche Themen du vertiefen möchtest. Entscheide, was du gerade brauchst, was dich weiterbringt und wähle dazu passende Rituale und Übungen für dich aus.
Im Folgenden erhältst du 3 Ideen, die du einfach umsetzen und individuell anpassen kannst.
1. Bienensummen
Bei dieser beruhigenden Atemübung Brahmari summst du wie eine Biene und bringst deinen Körper dadurch in Vibration. Das hat nicht nur eine entspannende Wirkung, sondern hebt auch deine Stimmung und hilft dir somit, die Energie des Frühlings ganz bei dir ankommen zu lassen.
Und so geht’s:
- Suche dir einen ruhigen Platz, vielleicht sogar draußen in der Natur, und komme in eine aufrechte und bequeme Sitzhaltung.
- Schließe deine Augen und atme tief durch die Nase ein und lösend durch den Mund aus.
- Nimm die Geräusche in deiner Umgebung wahr.
- Um den Klang des Summens besser wahrnehmen zu können, kannst du dir mit den Zeigefingern die Ohren zuhalten, wenn du das möchtest.
- Atme dann ein und beginne mit der Ausatmung zu summen wie eine Biene, dein Mund ist dabei geschlossen.
- Wiederhole diese Art, geräuschvoll zu atmen, 8- bis 10-mal. Spüre, wie die Vibration des Summens von deiner Kehle aus durch deinen ganzen Körper wandert.
- Halte danach noch einen Moment inne und spüre nach. Spürst du ein Kribbeln und die Wärme, die durch dich strömt?
2. Frühlings-Kräuter und Gänseblümchen-Tee
In der Natur wachsen nun viele verschiedene frische Kräuter. Gehe achtsam durch den Wald und über die Wiesen und schaue, was du dort alles entdecken kannst. Vielleicht Bärlauch, Brennnessel, Giersch, Löwenzahn und Gänseblümchen? Du kannst die Kraft der Blumen und Kräuter für dich nutzen, indem du dir zum Beispiel einen Tee, einen Wildkräutersalat oder eine Kräutersuppe zubereitest.
Das Gänseblümchen, der Frühlingsklassiker, hat eine entzündungshemmende Wirkung und regt zudem den Stoffwechsel, dein Verdauungsfeuer, an.
Gänseblümchen-Tee selber machen:
- Pflücke ein paar Gänseblümchen-Blüten und wasche sie ab.
- Gib sie in eine Tasse oder einen Teesieb und übergieße sie mit 250 ml kochendem Wasser.
- Lasse den Tee ca. 10-15 Minuten ziehen.
- Seihe die Gänseblümchen ab oder nimm den Teesieb heraus.
- Füge nach Bedarf noch etwas Honig hinzu und genieße.
3. Feiere den Frühling und das Leben!
Wie möchtest du die Ankunft des Frühlings feiern? Leichtigkeit und Freude können auf viele Arten zum Ausdruck kommen. Im Folgenden haben wir ein paar Vorschläge für dich. Lausche, was dein Herz gerade braucht und wie dein persönliches Ostara-Ritual aussehen könnte:
- Tanze, ganz egal, ob alleine oder mit anderen, denn beim Tanzen schüttet dein Körper jede Menge Glückshormone aus.
- Entzünde ein Feuer in einer Feuerschale oder an einem gesicherten Lagerfeuerplatz. Beobachte die Flammen und nimm die Hitze und die Kraft des Feuers in dir auf!
- Lade Freund:innen ein und färbt gemeinsam Eier in den buntesten Farben oder stellt zusammen Schokoladeneier her. Mache dir währenddessen bewusst, dass das Ei symbolisch für Fruchtbarkeit und neues Leben steht.
- Baue dir einen Ostara-Altar, an dem du Symbole für neue Energie, Freude, Wachstum und Stärke aufstellst. Vielleicht integrierst du dekorative Ostereier, bunte, frische Blumen oder persönliche Gegenstände, die dir Freude schenken und dich motivieren. Alles, was dich glücklich macht, darf hier seinen Platz finden.
Fazit: Mit Ostara das Leben feiern
Ostara, die Feier zur Frühlings-Tagundnachtgleiche lädt dich dazu ein, die aufsteigenden, frischen Energien und das Erwachen aus der Dunkelheit zu zelebrieren. Die Zeit der Einkehr und des Rückzugs ist nun vorbei und du darfst die Eierschale zerbrechen und mit neuem Blick die Farbenpracht der Welt genießen.
Hier das Wichtigste zu Ostara nochmal im Überblick:
- Ostara feiert die Frühlings-Tagundnachtgleiche.
- Fruchtbarkeit, Erwachen und Licht in die Dunkelheit bringen sind die zentralen Motive von Ostara, Ostern und des Frühlings.
- Du darfst diesen energetischen Aufschwung für dich nutzen und Ostara mit individuellen Ritualen und Übungen feiern.