Achtsam durch den Advent (1/3)

Meditation & Achtsamkeit

Es gibt sie zwar, die Tagen, an denen die Sonne nicht scheinen will und es mancherorts nass und kalt ist und wir vor lauter Stress nicht wissen, wo uns der Kopf steht. Aber sind gerade nicht sie Grund genug dafür, es sich in der Adventszeit immer wieder gemütlich zu machen? Zuhause und im Büro. Allein oder mit Freunden. In der Arbeit und in den eigenen vier Wänden. Das erfordert allerdings einen Perspektivenwechsel. Aber dieser ist möglich. 

Viele Menschen verbinden die Vorweihnachtszeit leider primär mit enormem Stress. Aber das muss nicht sein! Solltest du zu diesen Menschen gehören und das Gefühl haben, dass dir die Zeit jetzt noch mehr durch die Finger rinnt als sie sowieso schon tut, so halte doch einen Moment inne. Ja, genau gerade jetzt. Dies ist genau der richtige Augenblick, um dich zu entspannen und die letzten Wochen im Jahr etwas ruhiger angehen zu lassen. Du hast die Wahl: Du kannst dich gegen den Stress und für mehr Ruhe und Gelassenheit entscheiden. Halte inne und nimm ein paar Atemzüge in Achtsamkeit, bevor du hier erfährst, wie du die nächsten Wochen völlig gechillt verbringen kannst.

 

Achtsamkeitsinseln schaffen

Bitte nimm dir ein paar Minuten Zeit und lass folgende Fragen auf dich wirken. Vielleicht mangst du sie in ein kleines Büchlein schreiben, das du eigens als Erinnerungsanker für mehr Achtsamkeit während der Vorweihnachtszeit nutzt. Du kannst es bei dir tragen und dich immer wieder selbst daran erinnern, deine Aufmerksamkeit umzulenken – weg vom Stress, hin zu Ruhe und Entspannung. 

 

Mache dir bewusst, was die Adventszeit für dich bedeutet, was und wer dir wichtig ist.
Redaktion

Achtsamkeit im Advent

  • Welche Rolle spielt die Adventszeit für dich?
  • Wie geht es dir, wenn die Tage kürzer werden und es draußen schneller dunkel wird?
  • Was empfindest du dabei? 
  • Was macht dir jetzt in dieser Zeit besonders viel Freude?
  • Wer und was ist dir in diesen Wochen besonders wichtig?
  • Wem und was möchtest du in den letzten Wochen besonders achtsam begegnen?
  • Wie wichtig ist es dir, immer wieder innezuhalten, um diese Zeit ganz bewusst zu genießen?
  • Was würdest du dir wünschen, um diese Wochen achtsam zu verbringen?
  • Worauf solltest du in dieser Zeit verzichten, damit du dir selbst diesen Wunsch erfüllen kannst?

Dir selbst bewusst zu machen, was die Adventszeit für dich bedeutet, was und wer dir wichtig ist, kann dich darin unterstützen, deinen Fokus zu halten. Vielleicht kennst du es andersherum auch: Viel zu oft lassen wir uns ablenken oder uns von den alltäglichen Verpflichtungen mitreißen, obwohl wir die Abende und Wochenenden viel besinnlicher gestalten wollten. Und ehe wir uns versehen ist der 24. Dezember da. 

Die folgende kleine Übung unterstützt dich ebenfalls darin, achtsam durch den Advent zu gehen.

 

Advents-Achtsamkeits-Ritual Nr. 1

Nimm dir jeden Tag am Morgen ein paar Minuten Zeit, um ganz bewusst und achtsam im Augenblick anzukommen. Sorge dafür, dass du ungestört bist. Suche dir einen ruhigen Ort, schließe die Augen und atme ein paar Mal ganz bewusst ein und aus. Besinne dich auf deinen Körper. Nimm dich von den Fußsohlen bis zum Scheitelpunkt wahr.

Wenn du dir ein paar Minuten schenken möchtest, dann geh ganz langsam durch die einzelnen Körperregionen und spüre in sie hinein. Wo nimmst du Anspannung wahr? Wo kannst du Entspannung spüren? Atme sanft in die Regionen ein, in denen du Anspannung wahrnimmst, atme von hier aus.

Sollte dein Geist mit dir durchbrennen und dir erzählen, dass du keine Zeit hast, hier rumzusitzen, weil ja gerade jetzt besonders viel zu tun ist, so setze diesen Gedanken auf eine Wolke und lass sie in deinem Inneren an dir vorüberziehen. Kehre dann wieder zu deinem Atem zurück. 

 

Der Advent lädt uns dazu ein, bewusst einen Gang runterzuschalten.
Redaktion

Bei dir selbst ankommen 

Diese besonderen Wochen des Jahrs haben eine sehr lange Tradition und im ursprünglichen Sinne eine sehr tiefe Bedeutung. Leider ist dieser Ursprung überrollt worden von Konsumwahn und Hektik. Im traditionellen Sinn geht es darum, dass wir innehalten, um das Göttliche bewusster wahrzunehmen. Das Wort »Advent«, entlehnt von dem Lateinischen adventus, bedeutet »Ankunft«. Dessen Wurzeln gehen auf den griechischen Begriff epipháneia zurück, der eine »Erscheinung« oder auch die »Ankunft des Göttlichen« bezeichnet. 

Wenn sich ein göttlicher Gast ankündigt, brauchen wir etwas Zeit, um ihm einen würdigen Empfang zu bereiten und um selbst auch innerlich bereit zu sein. Die Adventszeit ist deshalb der Hintergrund dieser Vorbereitungszeit. Insbesondere in einer Zeit, in der die Tage und Wochen nur so dahinzurasen scheinen, lädt uns der Advent ein, bewusst einen Gang zurückzuschalten, zur Besinnung zu kommen, eben damit wir nicht wieder das Gefühl haben, dass Weihnachten inmitten der ganzen hektischen Geschäftigkeit plötzlich da ist und wir noch so gar nicht in Stimmung sind.

 

Advents-Achtsamkeits-Ritual Nr. 2

Vieles tun wir aus reiner Gewohnheit. Die Achtsamkeit lädt uns ein, unseren Autopiloten auszuschalten und uns selbst und unserer Mechanismen bewusst zu werden. Wie wäre es, wenn du deinen Autopiloten hinsichtlich Gewohnheiten im Advent einmal ausschaltest? Wie wäre es, wenn du dir immer wieder die ursprüngliche Bedeutung der Weihnachtszeit bewusst machst. Was bedeutet dir das Göttliche? Wie wäre es, wenn tatsächlich Weihnachten jemand zu dir zu Besuch käme, der das Göttliche repräsentiert und du könntest mit ihm feiern und die gemeinsame Zeit genießen? Wie würdest du dich darauf vorbereiten? Nimm dir täglich Zeit für diese Vorbereitung.

 

Advents-Achtsamkeits-Ritual Nr. 3

Früher war der Advent sogar eine Fastenperiode, die ähnlich wie die Fastenzeit vor Ostern als sogenannte »geschlossene Zeit« galt, in der es um Sammlung und Besinnung ging und es möglichst keine Ablenkungen und Zerstreuungen wie wilde Feste oder Gelage stattfinden sollten. 

Wie wär’s, wenn du die Adventszeit ebenfalls dafür nutzt, um kleine Fasteneinheiten einzubauen. Hier möchten wir dir ein paar Fastenideen vorstellen:
 

Internetfasten

Verzichte jeden Tag eine Stunde auf deine sozialen Medien und konzentriere dich stattdessen bewusst auf dich. Nimm dir Zeit, dich und deine Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen wahrzunehmen.

 

Zuckerfasten

Die Vorweihnachtszeit mit ihren Plätzchen, Feiern, Nikolausstiefeln, Adventskalendern ist eine große Versuchung, unachtsam mit unserem Körper umzugehen. Wie wär’s stattdessen, wenn du während der Adventszeit Intervallfasten praktizierst und einen Tag auf Süßigkeiten verzichtest und du sie einen Tag ganz bewusst genießt. Einen Tag verzichtest du auf Alkohol, am nächsten Tag kannst du ganz bewusst ein Glas Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt genießen.

Kaufe frisches Obst anstelle der Weihnachtsschokolade, die ungesund ist und deine Waage nach oben schnellen lässt. Genieße dann die Trauben, den Apfel oder die Birne ganz bewusst. Bissen für Bissen. 

 

Meckerfasten

Nutze die Adventszeit, um deinen Blick auf das Positive zu richten. Schau auf das, was gut läuft in deinem Leben, anstatt auf das, was dir nicht so gut gefällt. Versuch bei deinen Mitmenschen das zu betrachten, was euch verbindet, anstatt den Blick auf die Dinge zu richten, die euch trennen. 

Nimm dir für jedes dieser kleinen Rituale täglich 3 Minuten Zeit. Schenke sie dir selbst zum Advent. Dadurch wird dir die Adventszeit heller und leichter vorkommen. Besonders an den Tagen, an denen die Sonne so gar nicht scheinen und der Stress nicht enden will, nimm dir 7 Minuten Zeit. Nicht umsonst heißt es: Wenn du es eilig hast, gehe langsam. 

 

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