Zen-Meditation: Anleitung und Wirkung

Was Zazen ist und wie es dir zu innerer Ruhe verhilft

Was ist Zazen? Ursprung und Bedeutung

Das Wort Zazen bedeutet »Sitzmeditation«. Ursprünglich stammt die Zen-Meditation aus China, wo sie »Chan« genannt wurde – ein Begriff, der auf das Sanskritwort »Dhyana« (Zustand meditativer Versenkung) zurückgeht.

Als Stammvater des Zen gilt der indische Mönch Bodhidharma, der die Lehre im 6. Jahrhundert nach China brachte. Im Kern betont dieser Weg die unmittelbare Erfahrung jenseits von Schriften und Theorien. Es geht darum, das Leben in seiner ganzen Fülle zu erfahren, ohne dass feste Vorstellungen das Erleben blockieren. Die Bedeutung des Zazen liegt also im puren Tun: dem absichtslosen Sitzen im Hier und Jetzt.

Zen-Meditation setzt viele Dinge des Alltags außer Kraft. Sie lehrt: Erledige alle Dinge bewusst und konzentriere dich auf das Wesentliche. Handeln im Augenblick und Aufmerksamkeit sind genauso wichtig wie das Loslassen des eigenen »Ichs«. Zen ist nicht nur eine Meditationstechnik, es ist ein lebenslanger Weg, der dich zu mehr Achtsamkeit im Denken, Handeln und Fühlen führt. 

Zen ist kein magischer Trick, sondern ein Übungsweg, der Geduld braucht. Doch ich kann versprechen: Es lohnt sich, diese Geduld aufzubringen.
Birgit Schönberger in »Zen-Power für Frauen«

Was bringt Zen-Meditation?

Die Praxis der Zen-Zazen-Meditation entfaltet ihre Kraft oft erst nach einiger Zeit, schenkt dir dann aber wertvolle innere Werkzeuge für Dein Leben.

Dabei ist Zen kein Werkzeug zur Selbstoptimierung. Vielmehr lernst du, inmitten deiner wunderbaren Unvollkommenheit endlich zufrieden zu sein und dich aus der Falle des ständigen Perfektionismus zu befreien.

 

Zen-Meditation Anleitung: Schritt für Schritt zu mehr Präsenz

Mit der folgenden Anleitung kannst du eine Zen-Meditation ganz einfach zuhause durchführen.

  1. Suche dir einen ruhigen Platz, an dem du dich wohlfühlst. Setze dich aufrecht und entspannt hin. Wichtig ist, dass deine Wirbelsäule natürlich aufgerichtet ist, während deine Schultern locker hängen. Diese Haltung fördert die Wachheit und gibt deiner geistigen Verfassung einen stabilen Rahmen.
  2. Lege deine Hände locker in den Schoß oder platziere die rechte Hand auf deinen Unterbauch (etwa zwei bis drei Fingerbreit unter dem Bauchnabel) und die linke Hand darüber. Hier liegt dein Kraftzentrum, das japanische »Hara«. Spüre, wie sich deine Bauchdecke ganz leicht unter deinen Händen bewegt, und lass deinen energetischen Schwerpunkt in diese Mitte sinken.
  3. Anders als bei vielen anderen Meditationsarten liegt der Fokus beim Zazen vor allem auf dem natürlichen »Ausatmen«. Versuche nicht, deinen Atem zu manipulieren, sondern nimm einfach wahr, wie er ein- und ausströmt. Konzentriere dich darauf, ganz langsam auszuatmen und dich mit jedem Atemzug tiefer in deine innere Stille fallen zu lassen.
  4. Es ist völlig normal, dass dein Verstand während der Meditation plappert und To-do-Listen erstellt. Versuche, diese Gedanken nicht festzuhalten oder zu bewerten. Kehre bei jeder Ablenkung einfach freundlich zu deinem Atem zurück.
Drei Minuten am Tag reichen nicht, damit die Kraft von Zazen sich entfalten kann – es darf und muss ein bisschen mehr sein.
Birgit Schönberger in »Zen-Power für Frauen«

Wie lange sollte die Zen-Meditation dauern?

Für Anfänger sind fünf bis zehn Minuten Meditation ein wunderbarer Start. Diese Zeit benötigst du meist schon allein, um innerlich überhaupt erst einmal zu landen und dein Gedankenkarussell zu verlangsamen. Die Neurowissenschaft zeigt zudem, dass der Geist oft erst nach etwa 15 Minuten in eine tiefere Ruhe findet. In der klösterlichen Tradition dauert eine Einheit meist 25 Minuten – genau die Zeit, die ein Räucherstäbchen zum Abbrennen benötigt.

Beginne einfach mit kleinen, machbaren Schritten von fünf Minuten und bleibe beharrlich dran. Dann gelingen dir mit der Zeit auch 25 oder gar 45 Minuten. Je länger du in der Zen-Meditation bleibst, desto tiefer können wir eintauchen und zur Ruhe kommen.

Übrigens: Aus Zen-Perspektive ist der frühe Morgen die beste Zeit für Deine Praxis. Der Tag ist noch frisch und dein Geist nicht überfüllt. In dieser Stille kannst Du Dich innerlich ausrichten, bevor der Alltag beginnt. Überlege dir also, ob du deine Zen-Praxis nicht in deine Morgenroutine einbauen magst.

 

Fazit: Zen als Lebensweg

Die wahre Kraft des Zen endet nicht, wenn du von deiner Matte aufstehst. Zen bedeutet, die alltäglichen Verrichtungen – egal ob Gehen, Kochen oder Telefonieren – mit der gleichen ungeteilten Aufmerksamkeit zu tun wie das Sitzen. Wenn du lernst, in der Stille ganz bei dir zu sein, nimmst du diese zentrierte Kraft mit in jede Begegnung deines Lebens. 

 

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