Einführung: Buddhismus für Einsteiger

Meditation & Achtsamkeit

Die Anfänge

Der Buddhismus geht auf Siddharta Gautama zurück. Er lebte ca. 400 vor Chr.  Manche Religionswissenschaftler datieren seine Geburt noch weiter in die Vergangenheit auf das Jahr 538 vor Chr. zurück. Einig ist man sich bei der Überlieferung, dass ein Astrologe seinen Eltern bereits vor der Geburt prophezeite, dass ihr Sohn große Berühmtheit erlangen würde. Siddharta würde entweder als weltlicher oder religiöser Führer in die Geschichte eingehen. Sein Vater, dem ein großes Fürstentum gehörte, war eher an einer weltlichen Karriere seines Sohnes interessiert und schottete ihn deshalb von der Außenwelt ab. Er verwöhnte ihn mit allem, was das Herz begehrt und hoffte, dass er nach seinem Tod das Fürstentum leiten würde.  
 

Der Wendepunkt

Dieses Leben war dem jungen Mann zu wenig und er war trotz seines luxuriösen Lebens unglücklich. Im Alter von 29 Jahren machte er mit einem Fahrer nachts einen Ausflug und begegnete dabei einem verkrüppelten alten Mann, einem Fieberkranken, einem verwesenden Leichnam und einem Asketen. Der Asket war der Einzige von ihnen, der zufrieden wirkte. Nach dieser Erfahrung von Alter, Krankheit, Schmerz und Tod wurde ihm bewusst, dass Leid zum menschlichen Leben gehört – und es nur durch Askese überwunden werden kann. Er verließ unmittelbar darauf sein Elternhaus und seine Frau und zog als mittelloser Wanderasket durch das Land, um nach Auswegen aus dem menschlichen Leid zu suchen. Er besuchte verschiedene spirituelle Lehrer, lernte schnell und hoffte, mit Hilfe der Askese und unterschiedlichster Meditationstechniken inneren Frieden zu erlangen. Dem Hungertod nahe erkannte er, dass Extreme nicht zum Ziel führen. Fortan lebte er als besitzloser Bettelmönch weiter und fand mit Hilfe der Meditation den Weg der Mitte. 
 

Buddhismus ist für den Dalai Lama eine Wissenschaft des Geistes, bei der es in erster Linie um die persönliche Erfahrung geht.
Redaktion

Das Erwachen

Irgendwann entschied er sich, so lange im Schatten eines Baumes zu meditieren, bis er die endgültige Befreiung aus dem Leid finden würde. Es gelang ihm in einer Vollmondnacht unter dem Bodhibaum in Bodhgaya, der heute zu eine der wichtigsten Pilgerstätten für Buddhisten geworden ist. Mit 35 Jahren erkannte er, dass die Ursache für unser Leiden lediglich in unserem eigenen Geist liegt. Diese alles umfassende Erkenntnis machte ihn zum Buddha, dem Erwachten. In Isapatana, dem heutigen Sarnath hielt er kurz darauf seine erste Lehrrede. Damit setzte er das sogenannte „Rad der Lehre“, das Dharmachakra, in Bewegung.

Die nächsten fünfzig Jahre verbrachte er damit, seine Erkenntnisse als buddhistische Lehre weiterzugeben. Er wendete sich nicht nur an die von ihm begründete Gemeinschaft, die aus Mönchen, Nonnen sowie männlichen und weiblichen Laien bestand. Er hielt auch zahlreiche Lehrreden vor Menschen aller Schichten. Dabei achtete er darauf, dass jeder ihn verstand, egal wie einfach der Bildungsstand oder die gesellschaftliche Zugehörigkeit war. Im Alter von 80 Jahren starb er in einer Vollmondnacht und ging ins Nirvana ein. Damit endete für ihn das Rad der Wiedergeburt. 
 

Die Verbreitung der Lehre

Es dauerte rund hundert Jahre, bevor sich der Buddhismus zunächst auf dem indischen Subkontinent verbreitete und dann weiter nach Sri Lanka und Asien ausdehnte. Sechs buddhistische Konzile wurden abgehalten, um die Lehre Buddhas in buddhistischen Kanon weiterzugeben. Durch seine Verbreitung entwickelten sich unterschiedlichen Traditionen. Häufig trat er in vielfältige Weise mit den jeweiligen Philosophien und Religionen der Länder in eine Wechselwirkung, sodass deren Lehren sich stark vom ursprünglichen Buddhismus unterschieden. 
 

Der Kern der Lehre

Der Buddhismus wird zwar zu den fünf großen Weltreligionen gezählt, aber je nach Definition bezeichnet man ihn als Lehre oder Religion. Der Dalai Lama spricht von einer Wissenschaft des Geistes, bei der es in erster Linie um die persönliche Erfahrung geht. Denn nur durch unterschiedlichste Meditationen lernen wir ihn und seine Funktionsweise zu erkennen, zu erforschen – und zu verändern, um sein ganzes Potential zu nutzen. Erst dann, wenn wir uns den eigenen Geist zu Nutze machen, werden wir unabhängig von äußeren Ereignissen und können mit den Herausforderungen des Lebens gelassener umgehen. 
 

Wir können durch die Unterbrechung unbewusster Gewohnheiten fürsorglicher und offener uns selbst, anderen und der Natur gegenüber werden und entspannen.
Redaktion

Meditationspraxis

Es geht also darum, uns ohne Selbstanklage oder Schuldzuweisungen unserer eigenen Unzulänglichkeiten gewahr zu werden und diese mit Geduld zu überwinden. Normalerweise merken wir nämlich nicht, dass Gier, Ablehnung und Unwissenheit die Triebfedern unserer Taten sind. Genauso wenig sind wir uns gewahr, dass unser Denken und Handeln primär getrieben ist von der Tendenz an etwas oder jemanden anzuhaften oder abzulehnen.

Durch die Praxis der Meditation lernen wir hingegen, konstruktiv an eben diesen Tendenzen zu arbeiten. Wir durchschauen unsere Muster, und reagieren nicht mehr unmittelbar auf jeden Reiz, sondern nutzen die Lücke zwischen Reiz und Reaktion und lernen, zum Wohle aller Beteiligten zu handeln. Nach und nach erkennen wir immer mehr, was konstruktiv und was destruktiv ist. Wir können durch die Unterbrechung unbewusster Gewohnheiten fürsorglicher und offener uns selbst, anderen und der Natur gegenüber werden und entspannen.

 

Emotionale Hygiene

Um Gewohnheiten langfristig zu verändern, braucht es die regelmäßige Praxis. So wie wir täglich Körperpflege betreiben, so rät der Buddhismus uns auch, uns täglich um unsere emotionale Gesundheit zu kümmern und hier auch eine Art „Hygiene“ zu betreiben. Der Dalai Lama bezeichnet die Kultivierung der eigenen inneren Stabilität sogar als „emotionale Gesundheitspflege“. Diese können wir unabhängig von Religion, Hautfarbe, sozialer Zugehörigkeit praktizieren. Also auch dann, wenn wir kein bekennender Buddhist sind. 
 

Auf einfach ganz leben findest du zahlreiche buddhistisch inspirierte Meditationen, die dich darin unterstützen, dich selbst besser kennenzulernen. Achte darauf, es dem Buddha gleichzutun und den Weg der Mitte zu gehen. Beginne lieber mit kurzen Meditationen und versuche, diese so in deinen Alltag zu integrieren, dass du dir dadurch keinen zusätzlichen Stress machst. 

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