So begeisterst du deine Kinder für Gemüse

Gesunde Ernährung
Kinder und Gemüse

Wie bekomme ich das Gemüse in mein Kind?

Ich glaube, das ist der meist gesagteste Satz aller Eltern. Meine Theorie ist ja, dass Gemüse Kindern vorkommen muss, wie uns, wenn jemand versucht, uns zu vergiften. Da steht man stundenlang in der Küche, vom Überlegen, was gekocht wird, und dem Einkaufen und Ins-Haus-Schleppen ganz zu schweigen. Schließlich ist Gemüse nun mal gesund, und Kinder sollten es wenigstens ein paar Mal pro Woche essen. 

 

Es gibt nicht den einen richtigen Weg

Die Frage ist: Wie geht man da am besten vor? Auch ich war lange ratlos, denn wie immer gibt es viele Wege – die aber alle nicht nach Rom und in den Magen unserer Kinder führen. Es gibt aber generell fünf beliebte Methoden:

  • Das wird gegessen – es gibt’s nichts anderes.
  • Du musst alles probieren – und darfst es ausspucken, wenn es dir nicht schmeckt.
  • Wenn du das nicht isst, gibt’s keinen Nachtisch.
  • Nichts zu essen ist ungesund. Was möchtest Du stattdessen essen? Ich könnte Dir Pfannkuchen machen.
  • Entertainment-Trick: Eine Schnecke aus der Tomate schnitzen, Gemüse-Origami basteln, ein Theaterstück aus dem Essen machen.

Ja, beim letzten Punkt musstest du vielleicht lachen – aber ich kenne tatsächlich Menschen, die sich solche verrückten Dinge ausdenken, nur aus der Sorge heraus, dass das Kind sonst zu wenig Gemüse isst.

Aber: Wie viel bzw. wie oft muss mein Kind denn nun Gemüse essen?

Generell gilt: Täglich fünf Portionen Obst und Gemüse. Eine Portion entspricht einer Kinderhand voll: Zwei der Portionen sollten Obst, drei Gemüse sein.

Meine Top 3-Tipps

1. Die Vorspeisen-Ampel
Die Ampel bedeutet, es gibt ab jetzt vor jeder Mahlzeit Gemüse und Obst in grün, gelb und rot. Morgens vor dem Frühstück stellen wir einen Teller mit einer Auswahl an Gurke, Apfel und Co. zusammen und essen sie alle zusammen – denn dann ist der Hunger noch groß.

Vor dem Mittagessen gibt es wieder einen kleinen Teller mit etwas Obst und Gemüse. Damit schaffen wir ein schönes Ritual für die Familie, und die Kinder bekommen quasi unbemerkt dadurch eine Menge an Nährstoffen. Das regt die Verdauungsenzyme an, und sie verdauen die richtige Mahlzeit besser. 

 

2. Der Dip-Tipp
Wenn deine Kinder auch Rohkost verschmähen, probiere es mal mit einem Dip. Laut einer Studie aus Philadelphia führt diese Maßnahme zu einem Gemüse-Verzehr von achtzig Prozent. Im Rahmen dieser Untersuchung bekamen 152 Vorschulkinder über einen Zeitraum von sieben Wochen als Snack Brokkoli serviert. War das Gemüse mit einem Dip zubereitet, verzehrten die Kinder es wesentlich lieber und in größeren Mengen.

3. Gesundes als Belohnung einsetzen
Kinder bevorzugen bestimmte Lebensmittel auch, weil sie sie als Belohnung erhalten. Das bedeutet: Eltern, die ihre Kinder ständig mit Süßigkeiten oder mit Fast-Food belohnen, programmieren ihre Kinder durch die positive Emotion geradezu auf diese Speisen. Dennoch sollten wir unseren Kindern Süßigkeiten nicht verbieten, denn sie kommen ja in Kontakt damit, ob beim Bäcker, bei Freunden oder Verwandten. 

Es gibt sogar Untersuchungen, die belegen, dass Kinder, die zu Hause keine süßen Lebensmittel bekommen, noch mehr danach hungern. Kinder, die hin und wieder mal Süßes essen, bevorzugen eher die mit weniger Zucker. Offenbar steigert die sogenannte „Verknappung“ die Lust der Kinder!

 

Obst und Gemüse mit Positivem verknüpfen

Und zum Schluss noch eine kleine Geschichte von mir, wie meine Großmutter mir beigebracht hat, Obst zu essen: Meine Schulferien habe ich sehr oft bei ihr verbracht. Dort gab es immer zum Filmabend einen grünen Apfel zum Naschen. Anfangs fand ich das gar nicht toll – aber mit der Zeit fragte ich sie sogar, ob wir wieder einen Apfel zusammen essen könnten, denn ich verband den Apfel automatisch mit positiven Emotionen und Erinnerungen. Seitdem gehört ein Apfel zu einem Oma-Enkel-Tag einfach dazu. Ein super Trick.

Alle meine Tipps und Tricks zum Thema Kindergesundheit findest du in meinem neuen Gesundheitsratgeber für Eltern inklusive kindgerechter Erklärungen, den ich mit meiner Tochter geschrieben habe.

Fragen? Melde dich gerne jederzeit über mein Kontaktformular auf www.charlotte-karlinder.de

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