Wie du deinen Sinn des Lebens findest

»Der Sinn deines Lebens ist dein Leben. Verplempere es nicht. Geh sorgsam mit deinem Leben um. Eigne es dir an.«

Wo ich diese Sätze gelesen habe, weiß ich nicht mehr, doch sie gefallen mir, denn sie machen auf die Würde jeden Tages aufmerksam. Sie regen an, in Tuchfühlung zu gehen mit dem, worauf es einem wirklich ankommt. Sie bestärken, unsere Potenziale zu nutzen und zu unserer wahren Größe heranzuwachsen, anstatt auf reduziertem Niveau zu leben. Sie ermutigen, die eigenen Grenzen zu akzeptieren, anstelle sich permanent zu überfordern.

 

Wenn wir unseren Sinn nicht kennen, kann es sein, dass wir an wichtigen Lebenszielen und an uns selbst vorbei segeln.
Melanie Wolfers

 

Was bereitet dir Freude und was ist dir wichtig?

Wenn du ein Gespür für dein einmaliges Leben vertiefen möchtest, bieten dir die folgenden Fragen eine erste Anregung. Es empfiehlt sich, diese spontan zu beantworten und dir Stichworte zu notieren.

  • Was hat mir als Kind und Jugendliche:r Freude gemacht? Und was ist aus diesen Freuden im Laufe der Zeit geworden?
  • Ich erinnere mich an Zeiten, in denen mein Leben » im Fluss« gewesen ist und ich mich vom Lebensstrom getragen gefühlt habe. Welche Bedürfnisse und welche Werte kamen in diesen Zeiten zum Tragen? 
  • Was sollen die Menschen, die mir viel bedeuten, über mich erzählen? 
  • Angenommen, ich hätte zwei Leben zur Verfügung – wie würde mein zweites Leben aussehen?

     
Schreibe deine eigene Grab-Rede: Was möchtest du, dass über dich bei deiner Beerdigung gesagt wird?
Melanie Wolfers

Erkennst du einen roten Faden?

In einem zweiten Schritt kannst du deine Antworten auf dich wirken lassen und dich fragen: 

  • Entdecke ich einen roten Faden, was ich gut leben kann? Wo liegen meine Gaben und Stärken? Und wo stoße ich an meine Grenzen?
  • Entdecke ich eine kontinuierliche Spur, was ich leben und verwirklichen will? 
     

Realitäts-Check:

Als dritter Schritt bietet sich ein Realitäts-Check an:

Gleiche deinen momentanen Alltag ab mit dem, was du gut leben kannst und was du leben willst. Wenn du bei diesem Abgleich über Widersprüche stolperst, kannst du dich beglückwünschen. Denn dies spricht für eine gesunde Selbstwahrnehmung. Es ist nämlich normal und gesund, auf solche Differenzen und Spannungen zu stoßen.

 

Was hindert dich?

Hinter der folgenden Überlegung steht die Einsicht, dass wir mit anderen Personen häufig wohlwollender und einfühlsamer umgehen als mit uns selbst. Daher kannst du dir zum Abschluss dieser Übung vorstellen, dass du mit einem Freund oder einer Freundin ungestört zusammen sitzt.

Dein Gegenüber spricht dich auf deine Entdeckungen und Einsichten an. Lasse deiner Phantasie freien Lauf, was dein Freund oder deine Freundin zu dir sagen könnte: Worauf geht sie ein? Unterstreicht sie etwas? Relativiert oder ergänzt sie etwas? Und wie spricht sie mit dir? In welchem Tonfall und vielleicht auch mit welcher Körpersprache?

Im Blick auf die Spannungen und Dissonanzen, die du in deinem Leben wahrnimmst, fragt dein Gegenüber dich interessiert-zugewandt:

  • Was hält dich davon ab, das zu leben, was dir wichtig ist? 
  • Was treibt dich an, dich in ungesunder Weise zu überfordern? Oder hinter deinen Möglichkeiten zurückzubleiben?
  • Was wünschst du dir, damit du einen nächsten Schritt gehen kannst? 

Und zum Schluss der Übung kannst du dich entscheiden, den einen, konkreten Schritt zu setzen, der jetzt dran ist und dich in die richtige Richtung gehen lässt.