Yoga bei zunehmendem Mond

Meditation & Achtsamkeit

In den 13 Nächten des zunehmenden Mondes fühlen wir uns häufig stärker und erholter. Die Haut strahlt, und die Vitalität nimmt zu. Deshalb lädt diese Periode dich dazu ein, dich körperlich und geistig auszurichten und dich ganz bewusst auf deine Wünsche und Visionen zuzubewegen. Stärkende und mutmachende Asansas können dich bei diesem Vorhaben besonders gut unterstützen. In dieser Zeit lassen sich all die Projekte umsetzen, an die du in der Neumondphase gedacht hast. 

Bei zunehmendem Mond absorbiert der Köper gut, lagert zugeführte Vitalstoffe gut ein und sammelt besonders viel Kraft und Energie. Je näher es auf den Vollmond zugeht, desto stärker ist seine Wirkung. Alles, was den Körper aufbaut, wirkt in dieser Phase, also zwei Wochen lang, doppelt so gut. Trotzdem solltest du neben aufbauenden und Energie schenkenden Übungen auch mehr und mehr für Entspannung und langen Schlaf sorgen. 
 

Eine gesunde Balance herstellen 

Der Mond zeigt dir ähnlich wie der Yoga, dass alles darauf abzielt, eine innere und äußere Balance herzustellen und aufrecht zu erhalten. So hat Yoga auf der einen Seite die Aufgabe, dich zu entspannen, deinen Geist zu beruhigen und dir zu innerem Frieden zu verhelfen. Gleichzeitig möchte er dir auch dabei helfen, dich mit deinen Ressourcen zu verbinden, deine Kraft wahrzunehmen und sie gezielt einzusetzen. Ha und Tha, Sonne und Mond: Anspannung und Entspannung wollen in Einklang gebracht werden. Beide Seiten möchten gelebt werden, denn nur dann verinnerlichen wir das Prinzip des Yoga und des Mondes und finden gestärkt zu innerem Frieden. 
 

Stell dich deinen Ängsten, nimm Herausforderungen an und setze dich für deine eigenen Bedürfnisse und Belange ein.
Redaktion

Alles braucht seine Zeit

Um diese Balance herzustellen, solltest du darauf achten, neben aufbauenden Übungen auch immer wieder Haltungen wie den Baum zu machen. Sie bringen dich in deine Mitte und stärken dich. Wenn es dir möglich ist, mach die Übungen täglich. Nutze die ganze Zeit des zunehmenden Mondes dafür. Selbst wenn es nur zehn Minuten am Tag sind, wirst du davon profitieren. Du kannst die Wirkung der Übungen auch mit Affirmationen oder Mantras unterstreichen, die du während der Yogapraxis innerlich oder laut sagen kannst.  Mehr dazu liest du hier: Wie Mantras dein Leben unterstützen können und tägliche Yoga-Routine entwickeln.

Selbst so einfach aussehende Haltungen wie der Berg und der Krieger werden dir – regelmäßig ausgeführt – den Boden unter den Füßen stärken, wenn Sorgen dir den Atem rauben wollen. Sie werden dich darin unterstützen, deine Visionen ins Leben zu bringen und mehr und mehr an dich selbst zu glauben.

So geht’s: 
 

Der Berg – Tadasana

Du stehst aufrecht, die Füße sind parallel und hüftbreit. Dein ganzes Körpergewicht ruht auf beiden Füßen gleichermaßen. Stell dir in dieser Haltung vor, dass deine Füße Wurzeln in den Boden schlagen und du dich auf diese Weise mit ihm verbindest. Die Arme sind entspannt und locker, der Kopf thront auf Hals und Nacken. Breite die Arme dann im Winkel von 30 Grad aus, wenn du das nächste Mal einatmest. Bleib in dieser Haltung und verbinde dich mit den Eigenschaften eines Baumes: Klarheit, Stärke, Widerstandsfähigkeit. Du kannst dir in dieser Haltung auch immer wieder sagen: „Ich bin stark wie ein Baum“ oder „Ich bin widerstandsfähig wie ein Baum“. Diese so ruhig anmutende Asana stärkt dich und kann dich mit deiner Energie verbinden. 

Variante: Wenn du zusätzlich deine eigene Mitte stärken möchtest, kannst du das Gewicht nun auf das linke Bein verlagern. Heb mit der nächsten Einatmung den linken Arm und das rechte Bein und spann die Körpermitte an. Verlagere dein Gewicht so weit wie möglich zur linken Seite und halte diese Position. Wechsle dann die Seite. Du kannst diese Übung auch dynamisch ausführen. 

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Die Kriegerin / Der Krieger (Virabhadrasana I) 

Das Wort Vira-bhadra stammt aus dem Sanskrit, der heiligen Sprache Indiens, und beschreibt einen wichtigen Aspekt des Gottes Shiva. Er ist eine der wichtigsten hinduistischen Gottheiten. Seine Aufgabe besteht darin, die Ordnung in der Welt und der Gesellschaft zu erhalten. Deshalb zeigt er sich als Krieger und macht deutlich, dass es eine klare geistige Haltung braucht, um sich den Herausforderungen des Lebens zu stellen.

Im yogischen Sinne steht ein Krieger in erster Linie nicht dafür, einen anderen Menschen zu töten, sondern er möchte uns vielmehr dazu ermutigen, uns den eigenen Ängsten zu stellen, Herausforderungen anzunehmen, sich für die eigenen Bedürfnisse und Belange einzusetzen und notfalls auch dafür zu kämpfen. Er fordert uns auch auf, an unseren Vorhaben dranzubleiben und unser Ziel ganz klar vor Augen zu haben. 

Ich bin mutig und stark und verfolge mein Ziel.
Redaktion

Komm an den vorderen Rand deiner Yogamatte und stell die Füße hüftbreit und parallel nebeneinander. Mach mit dem linken Fuß einen großen Schritt nach hinten. Drehe die linke Fußspitze leicht nach außen. Drücke die Außenkante des Fußes in den Boden und verwurzle dich so in dieser Haltung. Beuge das rechte Knie. Dabei bleibt der Oberschenkel parallel zur Matte. Die Ferse des rechten Fußes drückst du ebenfalls kraftvoll in den Boden.

Mit der nächsten Einatmung richte das Becken auf und bring die Arme nach oben. Dabei zeigen die Handflächen zueinander. Bleibe ein paar Atemzüge in dieser Asana und sag dir immer wieder: „Ich verfolge mein Ziel“ oder „Meine Kraft nimmt von Tag zu Tag mehr zu, und dabei verfolge ich mein Ziel“ oder „Ich bin mutig und stark und verfolge mein Ziel“.

Wechsle dann die Seite und wiederhole die Affirmation innerlich oder laut. 

Du kannst im Anschluss den Krieger II machen, um deine Absicht zu stärken. 
 

Die Kriegerin / Der Krieger II (Virabhadrasana II) 

Komm wieder in eine aufrechte Haltung und verteile dein Gewicht gleichmäßig auf beide Füße. Bring die Hände in die sogenannte Anjali-Mudra vor dem Herzen zusammen und atme jetzt tief ein und aus.

Mit der nächsten Ausatmung öffne die Beine in einem Abstand von ca. 1,20 Meter. Die Füße stehen parallel zueinander und zeigen nach vorne. Hebe die Arme einatmend seitlich auf Schulterhöhe, die Handflächen zeigen nach unten. Entspanne die Schultern und atme dabei ganz bewusst aus.

Bei der nächsten Einatmung drehe den rechten Fuß um 90 Grad nach rechts und den linken Fuß etwas nach rechts. Hüfte und Brust zeigen nach vorne, und das Becken ist ebenfalls nach vorne ausgerichtet. Drehe den Kopf nach rechts und streck die Arme dann aktiv aus. Verlängere dich über die Finger.

Beuge mit der nächsten Ausatmung das rechte Knie. Achte darauf, dass das Knie nicht über das Sprunggelenk / den Fußknöchel hinausragt. Der Oberschenkel ist parallel zum Boden ausgerichtet. Dehne die rückwärtige Muskulatur des linken Beines und verankere beide Füße fest im Boden. Dadurch hast du einen besseren Stand.

Atme in dieser Stellung ein bis zwei Minuten tief ein und aus und sag dir innerlich immer wieder: „Ich bin mutig wie eine Kriegerin oder ein Krieger.“ Stell dir vor, wie jede Zelle deines Körpers gespeist wird mit Mut, Zuversicht und Energie. Wechsle dann die Seite. 
 

Lade jede Zelle mit Kraft, Energie und Entschlossenheit auf

Komm nach der Haltung des Kriegers wieder zurück in den Berg und intensiviere hier das Gefühl der Stärke noch einmal. Stelle dir auch hier vor, wie jede Zelle deines Körpers aufgeladen wird mit Kraft, Energie und Entschlossenheit. 

Nutze die Kraft des zunehmenden Mondes und des Yoga. Sie unterstützen dich wie kaum ein anderes Duo darin, Körper und Geist in Einklang zu bringen. Sie helfen dir auch dabei, dich mit den feinstofflichen Prinzipien der Natur und des Mondes zu verbinden. Im Rhythmus des Mondes zu leben und deine eigene Yogapraxis anzupassen wird dir auf wunderbare Weise die Möglichkeit geben, die Mysterien des Yoga noch einmal auf ganz neue Weise zu erfahren. 

Erfahre hier mehr zu Yoga bei Neumond
 

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