Waldbaden – eine Wohltat für Körper und Geist

Meditation & Achtsamkeit
Waldbaden

Durch Waldbaden die innere Balance finden

„Such dir einen Wald, in dem du dich so richtig wohlfühlst. Hör die Blätter rauschen. Fühl den Boden unter deinen Füßen. Atme tief ein und aus und genieße die frische und klare Luft. Wenn du müde bist, kannst du dich jederzeit ausruhen und dich entspannen!“ Diese Sätze umschreiben das Konzept der Shinrin-Yoku-Therapie, des sogenannten Waldbadens. 

Entwickelt wurde das, was so einfach klingt und wahre Wunder bewirkt, vom bekanntesten Waldmediziner weltweit: Prof. Qing Li. Anhand von zahlreichen Studien und Forschungen hat der Japaner bewiesen, dass ein Aufenthalt in der Natur das Beste ist, was wir uns selbst schenken können. Umfassend wirken ein paar Stunden im Wald auf Körper, Geist und Seele gleichermaßen wohltuend und sorgen dafür, dass wir wieder in eine Balance kommen. Die Liste der positiven Effekte ist lang. Sehr lang sogar. So lang, dass man alles unter dem Begriff „Biophilia-Effekt“ zusammengefasst hat.

 

Medizin pur

Es braucht nicht viel, um diesen Effekt auszulösen. Wenn wir uns auf einen Spaziergang im Wald einlassen und dabei alle Sinne öffnen, murmelnden Bächen und zwitschernden Vögeln zuhören, oder wenn wir dicke alte Bäume bestaunen – oder besser noch: sie umarmen –, dann entspannen wir uns auf allen Ebenen. Ja, selbst der Waldrand löst diesen Effekt schon aus, wenn wir uns an einer Frühsommerwiese erfreuen, die mit Blumen übersät ist und uns zum Träumen einlädt. 

Der Biophilia-Effekt senkt laut Prof. Qing Li signifikant den Blutdruck, erhöht die Sauerstoffzufuhr, reduziert die Produktion von Stresshormonen und verbessert die Elastizität der Arterien. Zum einen ist es die frische Luft, die diese wohltuende Wirkung auf den Körper ausübt. Waldluft ist gesättigt mit Sauerstoff und ätherischen Duftstoffen; und sie enthält, verglichen mit Stadtluft, nur ein bis zehn Prozent der Staubkonzentration, die heute in den meisten Metropolen vorhanden ist. 

Zum anderen sind es die Bäume selbst. Seit Jahrtausenden symbolisieren sie Leben und Schutz für uns Menschen. Ihre Krone schützt uns vor der Sonne, ihre Früchte nähren uns, und ihre luftige Höhe bot uns jahrtausendelang in der Nacht Schutz vor Angriffen. Kein Wunder also, dass unser limbisches System auf Bäume unmittelbar mit einem Gefühl der Entspannung reagiert.

 

Ein einziger Tag Waldbaden steigert bereits dein Abwehrkräfte.
Redaktion

Unterstützung für unser Immunsystem

Ganz anders und ebenfalls unterstützend für unsere Gesundheit sind Blumen. Egal ob gelb, violett, weiß oder orange – sie alle tun uns gut. Es ist nicht nur ihre Schönheit, die dem Auge ein Gefühl von Entspannung und Ruhe vermittelt.  Wenn Blumen untereinander kommunizieren, um sich vor Feinden zu warnen, schütten sie Terpene aus. Einige Terpene unterstützen die Aktivierung von Anti-Tumor-Proteinen, andere senken Stresshormone und stärken das Immunsystem. In Zahlen ausgedrückt bedeutet dies: Ein einziger Tag Waldbaden steigert die Zahl der Abwehrzellen im Blut für sieben Tage um rund 40 Prozent. Und wer sich zwei bis drei Tage in der Natur aufhält, stärkt seine Abwehrkräfte für bis zu 30 Tage. 

Darüber hinaus ist Waldbaden ein Geschenk von der Natur an uns. Es ist kostenlos!

 

Tipps fürs Waldbaden 

Ein Aufenthalt im Wald ist ein Garant für Entspannung und inneren Frieden. Die einzige Bedingung: Lass dich wirklich ein auf die wohltuende Wirkung. Mach diese Übungen zum Bestandteil deiner Waldbesuche. Schon bald wirst du wahrnehmen, wie gut sie dir tun. 

Übung 1: Schalte dein Handy aus
Die erste Übung ist vielleicht die schwierigste, aber auch die effektivste. Schalte dein Handy aus und sei ganz im Moment. Nimm den Wald ganz in dich auf, und zwar mit jeder Zelle deines Körpers. Sei ganz gegenwärtig und genieße die Schönheit, die sich dir dabei offenbart. 

Übung 2: Genieße den Wald mit allen Sinnen
Öffne dich für die verschiedenen Sinneseindrücke. Wie fühlt sich die Rinde des Baumes an? Wie riecht der Boden? Wie viele Vögel kannst du hören?

Übung 3: Naturmeditation
Such dir einen Ort im Wald, an dem du dich besonders sicher und wohl fühlst. Lehn dich an einen Baum an oder setz dich so hin, dass du deinen Rücken an den Baum anlehnen kannst. Schließ die Augen und meditiere hier für 10–20 Minuten. Öffne dich dabei für das Gefühl der tiefen Verbundenheit mit dem Wald und all den Wesen, die darin leben. 

 

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