Das Leben entrümpeln

Meditation & Achtsamkeit
Das Leben entrümpeln

Volle Garage, voller Dachboden, volle Überlast: Der Besitz von konsumgesellschaftlichen Westeuropäern beläuft sich durchschnittlich auf 10.000 Gegenstände, nur Durchblick besitzt kaum jemand. Mit der Wohnung lässt sich laut Psychologen auch das eigene Leben entrümpeln, wodurch sich Minimalismus in der überforderten Überflussgesellschaft zu einem Trend entwickelt.

 

Minimalprinzip: Weniger Besitz lässt dich mehr leben

Tausende Milchsorten, Millionen von Kleidungsstücken und etliche Technikspielereien sind auf dem Boden des Konsumzeitalters gewachsen und überlasten die Konsumgesellschaft mit Überfluss. Indem du dich vor einer riesigen Auswahl wiederfindest, gerätst du im Supermarkt schwitzend unter Entscheidungsdruck, bist beim Öffnen des eigenen Kleiderschranks mit der Auswahl überfragt und hast ständig das quälende Gefühl, etwas Besseres zu verpassen. Werbebeiträge reden dir derweilen ein, dass deine Identität vom Besitz abhängt und bestimmte Produkte dein Leben erleichtern.

Minimalisten glauben ans Gegenteil. Sie wollen Überflüssiges loswerden, indem sie ausmisten und sich des beschwerenden Ballasts erleichtern. Weniger Besitz halten sie für eine Freiheit, die im Leben Ablenkungen reduziert und dadurch zur Konzentration auf das Wesentliche befähigt. Beim Aussortieren lassen sie Erinnerungen und Verantwortungen los, um Neuem offener gegenüberzutreten. Obwohl drastische Minimalisten mit weniger als 100 Besitztümern auskommen, musst du nicht radikal minimalistisch leben, wenn du dein Leben entrümpeln und dadurch deine Seele befreien willst. Schon das Aussortieren von offensichtlich Unbrauchbarem wie verstaubten Dekorationsartikeln, abgelaufenen Medikamenten, funktionsuntüchtigen Möbelstücken und alten Liebesbriefen gibt dir in deiner Wohnung mehr Raum zum Leben.

 

Wieso du in der Lebensmitte dein Leben entrümpeln solltest

Die Einfachheit des Minimalprinzips lässt dich in einer immer komplexeren Welt in vielerlei Hinsicht profitieren. Erfüllungsdruck und Jobbelastungen beengen neben Reizüberlastungen und Leistungsdruck spätestens ab der Familiengründung im mittleren Alter deine Lebensverhältnisse, wodurch du dich nach Bewältigungsstrategien sehnst. Wenn dir alles zu viel wird und die Essenz deiner Person in einem Chaos aus unüberschaubaren Belastungen versinkt, kann dir fokussiertes Entrümpeln ähnlich einer Meditation Gelassenheit und Ruhe zurückgeben. Studien bestätigen dem minimalistischen Downsizing daher reinigende Effekte. Besonders das Loslassen von Gegenständen mit Assoziation zu vergangenen Lebensabschnitten kann dich als symbolischer Akt von Zukunftshemmungen befreien und bei ersehnten Veränderungen unterstützen. Wer wenig besitzt, fühlt sich flexibler und entwickelt sich dadurch leichter zu der Person, die er gerne wäre.

 

Weil es einfach ist: So vereinfachst du dein Leben

Konzentriere dich beim Ausmisten auf die Frage, was du zum Leben wirklich brauchst. Behalten darfst du alles, das für deinen Alltag eine Rolle spielt. Trotz Minimalprinzip verzichtest du beispielsweise nicht auf deine Kamera, wenn du deinen Lebensunterhalt mit Fotos bestreitest. Hast du Gegenstände im vergangenen Jahr dagegen nicht benutzt oder ihre Existenz vergessen, können sie für dein Leben nicht allzu wichtig sein und verlassen daher ihren staubigen Stellplatz. Dasselbe gilt für doppelte Ausführungen derselben Objekte, Statussymbole ohne weiteren Daseinszweck und unkenntlich gewordene Besitztümer.

 

Weil es gut tut: Tue mit Ausgemistetem Gutes

Obwohl du deinem Seelenfrieden zuliebe Überflüssiges loswerden solltest, wehre dich gegen das Prinzip der Wegwerfgesellschaft. Mit dem Konsumzeitalter geht laut Verbraucherforschern neben verschwenderischem Umgang fehlendes Bewusstsein und geringe Wertschätzung einher, wovon du dich trotz ausgemistetem Besitz abgrenzen solltest. Indem du noch brauchbare Produkte nicht in die Mülltonne wirfst, beweist du Nachhaltigkeitsbewusstsein. Obwohl Verkauf gerade bei wertvolleren Besitztümern eine verführerische Option ist, empfindest du verschenkten oder gespendeten Altbestand abseits von materialistischen Straßen vielleicht trotzdem als erfüllender.

 

Bleibe sauber: Leben entrümpeln und auf Dauer Müll heraushalten

Genauso schnell wie sich ein geleerter Geist nach Meditationen wieder mit ablenkenden Gedanken füllt, füllen sich Besitzfriedhöfe wie Garagen und Dachböden mit verzichtbaren Objekten. Willst du dauerhaft dein Leben entrümpeln, setzt du zukünftig auf Qualität statt Quantität. Für jedes neue Objekt verbannen Radikalminimalisten beispielsweise zwei alte Besitztümer aus ihrem Leben.

Wie viel du nach der Entrümpelungsaktion auch besitzt: Das wichtigste Moment zur Wiederholungsprävention ist beim Minimalismus im wörtlichen und übertragenen Sinn eine Bewusstwerdung im Hinblick auf den Müll im eigenen Leben.

 

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