Beziehungswunsch? 5 Tipps für die Kennenlernphase
Was ist eine Kennenlernphase, wie lange dauert sie und wie kannst du sie meistern?
Was ist eigentlich eine Kennenlernphase?
Die Kennenlernphase ist die sensible Zeitspanne zwischen dem ersten Date und dem verbindlichen Beschluss, eine feste, exklusive Partnerschaft einzugehen. In dieser Zeit tasten sich zwei Menschen ab, prüfen ihre Gemeinsamkeiten und loten aus, ob die Chemie auf emotionaler, geistiger und körperlicher Ebene stimmt.
Wie lange dauert eine gesunde Kennenlernphase
Auf diese Frage gibt es keine pauschale Antwort. Bei manchen funkt es sofort und die Fronten sind nach wenigen Wochen geklärt. Oft benötigt es jedoch ein ganzes Jahr an gemeinsamer Zeit, um das Gegenüber in so vielen Facetten zu erleben, dass man wirklich beurteilen kann, ob die Beziehung langfristig funktioniert. Wie lange die Kennenlernphase ausfällt, hängt also stark davon ab, wie viel Raum ihr benötigt, um ein authentisches Bild voneinander zu gewinnen und tiefes Vertrauen aufzubauen.
Typischerweise spricht man aber von verschiedenen Phasen, die jede Kennenlernphase durchläuft, egal wie lange sie schlussendlich dauert:
- Orientierung: Bei den ersten Treffen beschnuppert man sich vorsichtig und schaut, ob eine grundlegende Sympathie und Anziehung vorhanden ist.
- Verliebtheit/Euphorie: Alles ist neu und aufregend. Hormone steuern unser Erleben und wir zeigen uns von unserer allerbesten Seite.
- Realitäts-Check: Die rosarote Brille verblasst etwas, sodass Ecken, Kanten und erste echte Unterschiede zum Vorschein kommen.
- Entscheidung: Beide Seiten haben ein realistisches Bild voneinander gewonnen und entscheiden sich bewusst für oder gegen ein verbindliches Commitment.
In der Kennenlernphase interessant bleiben: Was kann man fragen?
Wer in der Kennenlernphase interessant bleiben möchte, versucht oft krampfhaft, eine fehlerfreie Fassade aufrechtzuerhalten. Ich habe jedoch gelernt: Die wahre, magnetische Anziehungskraft entsteht nicht durch das Tragen einer Maske, sondern wenn man sich traut, ganz man selbst zu sein.
Anstatt endlose Smalltalk-Gespräche zu führen, setze ich heute auf konkrete Fragen, um das wahre Wesen meines Gegenübers zu erkennen. Hier sind ein paar Fragen, die wirklich in die Tiefe gehen:
- Was ist dir in einer Partnerschaft am wichtigsten?
- Wie gehst du mit Konflikten oder stressigen Situationen um?
- Welche Werte leiten dich in deinem Leben?
- Was ist deine schönste Erinnerung aus der Kindheit?
- Wo siehst du dich selbst in fünf Jahren?
5 Tipps für deine nächste Kennenlernphase
Gerade wenn das Datingleben wieder aufblüht und man neue Menschen trifft, stellt sich schnell die Frage, in welche Richtung das gemeinsame Kennenlernen geht. Wird man nach den vielen Dates endlich in der ersehnten Partnerschaft ankommen?
Viele von uns haben zu oft erlebt, dass der Beziehungswunsch nur einseitig war und das Gegenüber keine feste Bindung wollte. Daher teile ich hier 5 entscheidende Tipps mit dir, die dir helfen können, endlich in einer erfüllenden Partnerschaft anzukommen.
1. Beziehungsmuster und Beziehungskonflikte reflektieren
Damit du in Liebesangelegenheiten endlich glücklich werden kannst, solltest du verstehen, welche Muster es dir in der Kennenlernphase bisher immer wieder schwer gemacht haben. Schaue als erstes auf dein vergangenes Liebesleben zurück und stelle dir dazu folgende Fragen:
- Welche Sicht hast du auf dich beim Dating bzw. wo zweifelst du an dir?
- Welche Einstellungen hast du gegenüber dem Thema Dating und Beziehungsaufbau?
- In welche ähnlichen Situationen bist du in der Vergangenheit in deinem Liebesleben immer wieder geraten?
- An welcher Stelle scheitern deine Kennenlernphasen für gewöhnlich? Welches deiner Verhaltensmuster hat in der Vergangenheit vielleicht dazu beigetragen?
2. Bin ich wirklich bereit für eine Beziehung?
Andere Menschen sind immer die Projektionsfläche deiner eigenen inneren Welt, und die Beziehungsangebote, die dir gemacht werden, beruhen in großen Teilen auf dem Beziehungsangebot, das du selbst aussendest.
Das heißt, wenn du aus Angst zu schnell zu viel willst und oft in unnahbares Datingverhalten abgleitest, ist es typisch, dass du damit auch unnahbare Menschen anziehst, die deine eigene Schutzmauer der Unnahbarkeit spiegeln.
Es ist daher wichtig, dass du ehrlich zu dir bist und hinterfragst, wo du in deinem Liebesleben gerade stehst und ob du vielleicht Angst vor einer Beziehung hast.
Frage dich also:
- Welche Ängste und Sorgen begleiten mich beim Dating immer wieder?
- Welche alten Liebesgeschichten und Herzschmerzen wollen noch verarbeitet werden, damit ich wirklich mit offenem und liebendem Herzen in ein Kennenlernen starten kann?
- Wo habe ich selbst Angst, mich einzulassen?
Denn nur wenn du deine alten Liebesbaustellen aufgeräumt hast, kannst du auch eine Person anziehen, die ebenso innerlich aufgeräumt ist und mit der du eine langfristig glückliche Beziehung aufbauen kannst.
3. Deinen Wunsch nach einer festen Beziehung klar kommunizieren
Die meisten Menschen sind sich in der Kennenlernphase oft unsicher, ob ihr Gegenüber eine Beziehung will und denken, dass sie dabei etwas richtig oder falsch machen könnten. Es kommen immer wieder Fragen auf, wie:
- Will er/sie eine Beziehung?
- Kann aus einer Freundschaft Plus eine Beziehung entstehen?
- Ab wann (nach wie vielen Dates) ist man in einer Beziehung?
So viele Menschen, mit denen ich spreche, fragen mich immer wieder, wann der richtige Zeitpunkt wäre, die Frage nach einer Beziehung anzusprechen. Meine Antwort darauf ist immer diese: »Dann, wenn es sich für dich richtig anfühlt und du selbst über das Thema sprechen möchtest.«
Der Zeitpunkt dabei ist ganz egal. Ein Mensch, der mit dir eine Beziehung führen möchte, wird sich wahnsinnig freuen, wenn du das Thema aufgreifst. Und der Mensch, der sich dabei auf die Füße getreten fühlt, ist einfach nicht der oder die Richtige für dich.
Anstatt Angst zu haben, dieses Thema anzusprechen und Fakten zu schaffen, kannst du einen gemeinsamen Beziehungswunsch als Filter nutzen. Es gibt dort draußen so viele Menschen mit einem Wunsch nach fester Bindung. Wenn sich jemand nicht binden und keine Beziehung führen möchte, ist das absolut okay. Und es ist genauso okay, wenn du dann weiterziehst.
4. Geduld in der Kennenlernphase: vermeide Unnahbarkeitsspiele
Wenn du Menschen datest, die sich nicht binden wollen, kannst du dich immer selbst entscheiden, ob du dich darauf einlassen möchtest oder ob du das nicht tust und dir etwas anderes suchst. Viele Menschen begeben sich beim Daten immer wieder in eine äußerst unangenehme Warteposition und hoffen, dass aus lockerem Kontakt, einer Freundschaft Plus oder mit viel Geduld doch noch irgendwie eine Beziehung entstehen kann.
Sie geben sich zufrieden mit Antworten wie »Ich will gerade keine Beziehung, habe aber Gefühle für dich« oder »Ich finde dich wirklich toll, aber habe gerade erst eine Trennung hinter mir«.
Oder aber dein Gegenüber sagt, er/sie will keine Beziehung, verhält sich aber anders, was dich wiederum sehr verunsichern kann. In der Hoffnung, dass die plötzliche Distanz in der Kennenlernphase bestimmt wichtige Gründe für den Zurückgezogenen hat, bringen manche Menschen viel Geduld auf, nur um endlich jemanden an seiner/ihrer Seite zu haben.
Leider funktioniert das nur in wenigen Fällen und endet oft in Datingfrust und Herzschmerz. Anstatt dir also die Bedingungen für gemeinsame Zeit von deinem Gegenüber vorgeben zu lassen und Unnahbarkeitsspiele mitzuspielen, obwohl du doch eigentlich mehr Commitment suchst, empfehle ich dir ganz klar, zu allem Nein zu sagen, was nicht der Beziehung entspricht, die du führen möchtest.
Höre auf mit dem Warten und gib die Hoffnung auf, dass aus euch vielleicht doch noch etwas werden könnte und dein Gegenüber einfach nur noch etwas mehr Zeit braucht, um sich auf dich einzulassen und deinen Wert zu erkennen.
Sei dir stattdessen selbst mehr wert und investiere deine Datingbemühungen nur in Menschen, die sich auch um dich bemühen und mit denen du in Sachen Liebe in eine gleiche Richtung blickst.
5. Entwickle Vertrauen in den Zeitplan deines Liebeslebens
Als letzten Tipp möchte ich dir auf den Weg geben, ein bisschen mehr Vertrauen in den Zeitplan deines Liebeslebens zu entwickeln. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie unfassbar schwer es erscheinen kann, diese Geduld aufzubringen, wenn du dich gerade nach Liebe sehnst. Aber solange du noch versuchst, etwas zu erzwingen, und nicht mit dem Lauf der Dinge fließen kannst, wird Dating für dich wahrscheinlich anstrengend bleiben.
Ich bin heute im Rückblick froh für all die Übungsbeziehungen und all die Männer, die mich zwar gern in ihren Betten haben wollten, aber für keine ernsthafte Beziehung bereit waren.
Sie haben mich nämlich erkennen lassen, was ich in der Liebe wirklich will, und mich emotional wachsen lassen, sodass ich heute eine wunderschöne Beziehung führen kann. Erfolgreiches Dating heißt nämlich auch, warten zu können – auf den Menschen, der wirklich an deine Seite gehört – und dein Herz nicht ständig besetzt zu halten.
Wenn es nicht passt: Die Kennenlernphase beenden
Zeigt sich im Verlauf eurer Treffen, dass es einfach nicht funkt oder die Vorstellungen extrem auseinandergehen, solltest du mutig genug sein, die Kennenlernphase zu beenden. Es kostet unnötige Lebensenergie, ein ständiges Tauziehen zu veranstalten und um Personen zu kämpfen, die sich nicht von ganz allein und freiwillig in deinem Leben halten.
Typische Gründe, warum es Sinn macht, die Reißleine zu ziehen:
Eure grundsätzlichen Lebensziele (z. B. Kinderwunsch, Wohnort, Karriere) sind unvereinbar.
Es fehlt an Verbindlichkeit und der andere hält dich durch Unnahbarkeitsspiele auf Distanz.
Die Kommunikation verläuft einseitig oder toxisch.
Du hast einfach ein ungutes Bauchgefühl und fühlst dich verunsichert statt geborgen.
Wie du die Phase am besten beendest: Mache es ehrlich, respektvoll und direkt. Verzichte auf Ghosting. Nutze klare »Ich-Botschaften« wie: »Ich habe gemerkt, dass wir unterschiedliche Vorstellungen haben und es für mich nicht passt.« Indem du den permanenten Kampf aufgibst und Menschen in Frieden loslässt, schonst du deine emotionalen Reserven und schaffst Platz für jemanden, der wirklich mit dir auf einer Wellenlänge ist.
Fazit: So meisterst du jede Kennenlernphase
Die Suche nach einer glücklichen Partnerschaft muss kein kräftezehrender Kampf voller Verunsicherung bleiben. Sobald du aufhörst, eine Maske zu tragen, und lernst, mutig für deine eigenen Bedürfnisse einzustehen, wird das Daten spürbar leichter.
Fang an, bei dir selbst aufzuräumen, falsche Kompromisse abzulehnen und das Leben im Hier und Jetzt zu genießen. Vertraue darauf: Wenn du deine alten Muster loslässt, triffst du genau die Menschen, die deine echten Werte teilen – ganz ohne Anstrengung.