Wanda Badwal: Yoga off the mat

Meditation & Achtsamkeit

Die westliche Welt tendiert dazu, den Begriff „Yoga“ nur über die physischen Übungen, die Asanas, zu definieren. Yoga an sich im traditionellen Sinne ist aber ganzheitlicher – es ist eine Art zu leben, eine Philosophie, ja sogar eine Wissenschaft, die der westlichen Psychologie gegenüber steht und unser persönliches Leiden heilen kann.

 

Yoga ist mehr als Asanas

Neben den Asanas umfasst Yoga Atemübungen, die Pranayama, Mantras sowie Meditation. Letzteres ist ein bedeutsamer Teil, denn das eigentliche Ziel des Yoga ist ein meditativer Zustand. Die Übungen sollen vor allem die Rückenmuskulatur kräftigen, sie sollen stabilisieren und reinigen. Jedes Asana stimuliert unterschiedliche Muskulaturen und Organe, die den Selbstheilungsprozess des Körpers unterstützen. Die Praxis kann also mit der richtigen Kenntnis über die Wirkungen der Übungen als Medizin angewandt werden.

Doch Yoga hört nicht abseits der Matte auf. Die Prinzipien, die Yoga als Praxis lehrt, können wir alle in unserem Alltag integrieren. Auf der Matte hilft uns Yoga mit seinen Asanas, Atemübungen und Meditation, eine Einheit von Körper, Geist und Seele zu schaffen. Wir sollen eine Verbindung fühlen zu unserem wahren Inneren, zu unserem wahren Ich. 

 

Was bedeutet Yoga off the mat? 

Genau dieses Ziel verfolgt auch Yoga off the mat. Hier sollen wir uns die Frage stellen: Wie verbindend verhalte ich mich? Wo komme ich her? Komme ich aus einem Ort der Liebe, des Mitgefühls, der Toleranz und Offenheit? Wie lebe ich die Verbindung zu meinen Mitmenschen? 

Unser Ego spielt dabei eine große Rolle. Denn das hält uns meist davon ab, uns auf andere einzulassen, unsere Sichtweisen zu öffnen und vorurteilsfrei auf andere Menschen zuzugehen. Wenn wir aber mit unserer Seele und unserem inneren Selbst verbunden sind, dann fühlen wir die Verbindung mit anderen Menschen – je stärker wir mit unserem Inneren verbunden sind, umso stärker ist die Verbindung zu unseren Mitmenschen, zu anderen Lebewesen und zur Natur. 


 

Wohin richte ich mich aus? Wer möchte ich sein?
Wanda Badwal

Ein Beispiel für das Wirken des Egos ist folgendes: Wenn unser Ego über unser Denken und Handeln bestimmt, dann wird es uns erfolgreich weismachen, dass etwa die Wurst auf dem Teller nicht vom Schwein kommt. Es fehlt die Verbindung zur Natur, zu den Tieren als Lebewesen, die mit uns auf dieser Welt koexistieren. Unsere Bedürfnisse stehen in diesem Moment über denen anderer. 

Dabei ist wichtig zu wissen: Ein Leben ohne Ego ist nicht möglich – wir brauchen es sogar. Die Frage, die man sich nach der Philosophie des Yoga (off the mat) stellen sollte, ist aber diese: Wohin richte ich mich aus? Wer möchte ich sein? Möchte ich in Kontakt zu meiner Umwelt stehen und mich als Teil eines großen Ganzen sehen – oder stelle ich mich weiterhin in den Mittelpunkt?

Die Yamas und Niyamas

Der Lehrmeister Patanjali hat Richtlinien, den sogenannten Ashtanga, aufgestellt: Der achtgliedrige Pfad ist eine klassische Yoga-Philosophie, anhand derer wir unser Leben ausrichten können. Patanjali stellte sich die Frage, wie wir weniger leiden können. Der Geist spielt dabei eine große Rolle – unser Geist ist das Zentrum unserer Zufriedenheit. Die acht Stufen sind Wegweiser für ein spirituelles, yogisches Leben. Fundamental sind dabei die ersten beiden Glieder des Pfades: die Yamas und Niyamas. Sie zeigen Verhaltensregeln und ethische Werte auf, mit denen wir lernen können, Yoga in unserem Alltag und vor allem abseits der Matte zu leben. 

Yamas

  • Gewaltlosigkeit
  • Wahrheit
  • nicht stehlen
  • bewusst handeln und leben
  • loslassen können: Besitz, Situationen und Menschen frei lassen

Niyamas

  • Reinheit: geistige und körperliche Hygiene
  • Zufriedenheit
  • Disziplin
  • Selbststudium: Eigenreflexion und persönliche Weiterentwicklung
  • Glaube und Hingabe an etwas Größeres: eins sein mit Natur und Verbindung zum Göttlichen

 

Yoga, eine Lebensphilosophie

Ähnlich wie die 10 Gebote bieten uns die Yamas und Niyamas eine Möglichkeit, uns selbst zu erinnern und zu prüfen: Wie sehr bin ich im Einklang mit diesen äußeren und inneren Werten? Sie bilden die Grundlage für die weiteren sechs Glieder des Ashtanga – unter Berücksichtigung der Yamas und Niyamas können wir dem Pfad des Yoga weiter folgen. 

Mach dir keine Sorgen, wenn das jetzt erst einmal nach viel klingt – eine Lebensphilosophie lässt sich nicht über Nacht verinnerlichen. Man muss nicht sofort alles verstehen. Am einfachsten ist es, mit dem anzufangen, was einen begeistert: seien es die Asanas oder eine zehnminütige Meditation jeden Tag. Frage dich einfach, was sich gut anfühlt. Was bringt dir etwas? 

Gerade Meditation darf durchaus einfach sein. Wenn du dir jeden Tag diese kurze Auszeit für dich nimmst, wirst du merken, wie kraftvoll und wirksam sie ist. Von da aus wird sich alles weitere entwickeln. 

Letztlich geht es bei Yoga um Freiheit. Die Praxis ist aus dem Antrieb heraus entstanden, weniger zu leiden und glücklicher zu sein. Yoga hat viele Hilfsmittel, um uns zu unserem Inneren zurück zu führen. Die wichtigste Frage, wenn du dich zeitweise verloren fühlst, ist also: Wie frei möchte ich sein? Du wirst sehen, es lohnt sich. 

Mehr Infos zum Thema Yoga off the mat findest du in „Yoga - Die 108 wichtigsten Übungen und ihre ganzheitliche Wirkung“. Einen Einblick in die Inhalte des Buchs gibt es außerdem in meinem Podcast „Wandaful“

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