Selbstversuch: Ölziehen

Leben & Balance

Ein Erfahrungsbericht

„Ölziehen“ hört sich zunächst einmal nicht sonderlich prickelnd an. Ich hatte schon öfter davon gehört oder gelesen, aber so richtig Lust, es mal auszuprobieren, verspürte ich eigentlich nicht. Weil ich aber immer wieder starke Kopfschmerzen hatte, las ich „Hilfe bei Kopfschmerzen“ von Dr. Thomas Rampp und Sabine Pork und stieß wieder auf diesen Tipp. Kurzum, ich nahm mir also vor, das Ölziehen einfach mal eine Woche zu testen, und zu sehen, was passiert.

 

Ich recherchierte ein bisschen und war sehr überrascht, in wie vielen Bereichen das Ölziehen eine gesundheitsfördernde Wirkung hat.
Redaktion

Der erste Tag – Überwindung, Überwindung, Überwindung

Nachdem ich mir ein paar Empfehlungen durchgelesen hatte, kaufte ich mir schließlich ein Bio-Sesamöl, da ich dieses für relativ geschmacksneutral hielt. Am ersten Morgen kostete es mich wirklich sehr viel Überwindung, das Öl tatsächlich in den Mund zu nehmen. Aber ich zwang mich, zumindest mal mit einem kleinen „Schluck“ zu starten, und … es fühlte sich seltsam an, und ich hatte ein bisschen Angst, dass ich es aus Versehen schlucken könnte. Der Geschmack war auch nicht sonderlich berauschend. Um nicht länger so intensiv darauf achten zu müssen, fing ich schleunigst an, das Öl durch die Zähne hin und her zu ziehen. Ich hielt nicht lange durch und spuckte es schon nach kurzer Zeit wieder aus. Es schaumig zu schlagen (wie ich es irgendwo gelesen hatte), war mir nicht gelungen. Ich putzte die Zähne und die Zunge danach gründlich, aber der Geschmack hielt sich trotzdem noch ein Weilchen.

 

Der zweite Tag – überraschende Ergebnisse

Am zweiten Tag ging es dann schon etwas besser, auch wenn die Überwindung nach wie vor da war. Ich schaffte es, das Öl diesmal länger und kräftiger zu ziehen. Trotzdem war ich noch weit von den empfohlenen 10-20 min entfernt. Als ich es ausspuckte, war ich überrascht, wie weißlich das Öl plötzlich geworden war. Offenbar versammelten sich wirklich viele Bakterien in meinem Mund! Dieser Beweis überzeugte mich, mein Vorhaben weiter „durchzuziehen“.

 

Von Tag zu Tag wird es leichter

Die Tage drauf fiel es mir schon deutlich leichter. Ich nahm nun etwas mehr Öl als am ersten Tag und steigerte meine „Ziehzeit“ nach und nach. Irgendwann gewöhnte ich mir einfach an, nebenher schon mal das Frühstück vorzubereiten. Dann war ich abgelenkt und achtete nicht mehr zu sehr auf den Geschmack. Je länger man das Öl hin und her zieht, desto mehr verliert es übrigens an Geschmack. Außerdem wird es flüssiger, was die ganze Sache vereinfacht.

 

Dem Körper etwas Gutes tun

Schon nach vier Tagen hatte ich den Eindruck, dass meine Zähne sich glatter anfühlten und irgendwie auch weißer aussahen. Ich achtete nun bewusst darauf, die Zähne (auch abends) noch gründlicher zu putzen, denn ich sah ja jeden Tag, was sich dort so alles ansammeln konnte. Irgendwann hörte ich schließlich auf, es als Ein-Wochen-Experiment zu sehen. Das Gefühl, seinem Körper direkt nach dem Aufstehen etwas Gutes zu tun, war einfach toll, und das wollte ich jeden Morgen haben.

 

Auch wenn es am Anfang vielleicht etwas Überwindung kostet: es lohnt sich!
Redaktion

Mein Fazit

Mittlerweile gehört das Ölziehen genauso zu meinen morgendlichen Routinen wie das Zähneputzen. Wenn ich es mal ausfallen lasse, fehlt mir sogar etwas. Meine Kopfschmerzen sind zwar nicht komplett weggegangen, aber ich habe das Gefühl, dass es meinem Körper einfach rundum besser geht, und freue mich, dass ich gesund in den Tag starte. Ich kann es wirklich jedem empfehlen.

Gast-Autorin: Tamara, 28 Jahre, Yoga- und Meditationsliebhaberin

Tamara hat noch einen weiteren Selbstversuch für uns geschrieben: Was bringt Meditation? Ein Selbsterfahrungsbericht

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