Schwarzer Holunder: So nutzt du seine wertvollen Gaben

Gesundheit & Ernährung

Im Frühling können wir den Duft der weißen, schirmförmigen Rispen schon von Weitem riechen, uns im Herbst an den dunkelvioletten Beeren des Strauchs erfreuen: Die Rede ist vom Schwarzen Holunder. Gleich zweimal jährlich können wir von der heimischen Strauchpflanze profitieren, denn sowohl Blüten als auch Beeren beinhalten wichtige Wirkstoffe für unsere Gesundheit.
Doch auch im Winter und Sommer müssen wir nicht auf diesen natürlichen Gesundheitsbooster verzichten: Schwarzer Holunder eignet sich wunderbar für die Vorratshaltung, sei es als Gelee, Sirup oder Saft.
 

Schwarzer Holunder: Wirkung

Die positiven Auswirkungen von Schwarzem Holunder auf unsere Gesundheit sind vielfältig:

  • Fieber senkend und Erkältungen lindernd:
    Die sekundären Pflanzenfarbstoffe der Flavonoide in den Blüten können zusammen mit dem enthaltenden Kalium, den Gerbstoffen, Schleimstoffen und schweißtreibenden Glykosiden helfen, Fieber zu senken und eine Erkältung auszuschwitzen.
  • Stärkung des Immunsystems:
    In den Beeren des Schwarzen Holunders stecken reichlich Mineralien, ätherische Öle, Flavonoide, Anthozyane, die Vitamine B1, B2 und C sowie Betacarotin und Folsäure - alles wertvolle Stoffe, die unser Immunsystem unterstützen.
  • antioxidative Wirkung und Steigerung der Widerstandskraft:
    Auch hierfür sind die oben genannten Inhaltsstoffe wichtig und unterstützen uns und unseren Körper und unsere Zellen so gegen freie Radikale, Hautschäden und andere äußere Einflüsse.

Achtung: Bitte denke daran, dass die Beeren des Schwarzen Holunders grundsätzlich abgekocht bzw. erhitzt werden müssen, da sie roh unerwünschte Magenreizungen erzeugen und daher auch als giftig bezeichnet werden.

Keine Sorge - die antioxidative Wirkung wird beim Erhitzen nicht beeinträchtigt!

Vorkommen: Wo wächst Holunder?

Natürlicherweise wächst Holunder auf feuchten und nährstoffreichen Standorten und ist damit oft im Unterwuchs von Wäldern, besonders in feuchten Auwäldern, zu finden. Ebenso kannst du den Strauch oft in Feldhecken, am Waldrand oder auf dem Land direkt an Scheunen, Heustadel oder neben dem berühmten Misthaufen entdecken.
Doch auch in Hausgärten in der Stadt oder in Parks findest du häufiger als gedacht einen Holunderstrauch.

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Wenn du selber Holunder anbauen möchtest, solltest du ihm einen halbschattigen, feuchten Standort suchen. Zu sonnig, zu trocken und zu schattig sind keine optimalen Voraussetzungen für eine reiche Ernte. 
Wenn du ohnehin schon einen Komposthaufen besitzt, bildet Holunder in dessen Nähe zusammen mit Brennnesseln ein wertvolles Gespann.

Tipp: Frage beim Besuch einer Baumschule nach der Sortenauslese »Haschberg« - diese bringt besonders große Blütenrispen und damit eine ebenso erfolgreiche Beerenernte!

Der beste Pflanzzeitraum für Holunder ist von Anfang Oktober bis Mitte November.
Dr. Markus Strauß

Holunder ernten: So geht es richtig

Die Beeren des Holunders beginnen bereits ab August, sich dunkel zu verfärben. Doch warte noch etwas ab! Zwar ist schon von August bis Anfang Oktober die empfohlene Zeit, um die saftreichen Beeren zu ernten, doch wenn du dich noch etwas gedulden kannst, gönne ihnen noch die Sonne des Spätsommers. So können sie vollständig ausreifen und du kannst im September in den Genuss der vollen Konzentration an wertvollen Inhaltsstoffen kommen. Diese bilden sich nämlich erst während der letzten Tage der Reifezeit.
Am besten nimmst du zur Ernte eine Schere, um die Scheindolden abzuschneiden, und streifst dann die Beeren mit einer Gabel herunter. 

Achtung - der Farbstoff färbt intensiv ab, also bitte nur mit alter Bekleidung auf die Holunderernte gehen!

Für die Kultur in Töpfen oder Kübeln ist Holunder nicht geeignet.
Dr. Markus Strauß

Die cremeweißen, angenehm duftenden Blüten des Schwarzen Holunders erscheinen zwischen Mai und Juni. Um die beste Qualität zu erhalten, solltest du sie nur an trockenen Tagen vormittags zwischen 10 und 11 Uhr sammeln. Wichtig ist, dass die Blüten nicht gewaschen werden dürfen, sondern nur leicht ausgeschüttelt werden, um eventuellen Kleintieren die Freiheit zu schenken. 

 

 

Holunder-Limo

Verwendung der Blüten und Beeren

Was kannst du nun aber konkret mit den Blüten und Beeren des Schwarzen Holunders alles zaubern? Nun, eine ganze Menge! Ob als Gelee, Sirup, Saft oder Tee, auf dem Kuchen - die Möglichkeiten sind wirklich groß. Auch eine Holundersuppe lässt sich ganz wunderbar aus Holundersaft herstellen. 
Nochmals: Denke bitte daran, dass die Beeren erhitzt werden müssen. Wenn du also keinen Kuchen aus ihnen backen möchtest oder ähnliches vorhast, verwende einen Dampfentsafter oder Topf.

 

Holunder-Rezept: Gesunde »Hollerlimo«

Dieses leckere Rezept ist eine tolle Alternative zu zuckriger Limonade aus dem Supermarkt. Die angegebenen Mengen reichen für eine Glaskaraffe.

Zutaten:

  • 4-5 große Blütenrispen
  • 1 Liter reines Wasser
  • 3 Zitronenscheiben (Bioqualität)
  • Saft einer Biolimette oder -zitrone
  • nach Belieben: 2-3 EL Ahornsirup

Zubereitung:

Blüten und Zitronenscheiben in eine mit einem Liter Wasser gefüllte Glaskaraffe geben und für mindestens 3 Stunden stehen lassen (dies wird Kaltauszug genannt), danach die Holunderblüten wieder herausnehmen und den Zitronensaft und die Süße des Ahorns hinzugeben.

So lecker und vielseitig ist Schwarzer Holunder!

Wenn du mehr über die wundersame Welt der Wildkräuter erfahren möchtest, höre hier einmal in die Podcast-Folge #27 mit Markus Strauß hinein!

 

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