Brennnessel: Gesund, regional, nahrhaft

Gesundheit & Ernährung

Die meisten von uns haben als Kind Erfahrungen mit der Wirkung von Brennnesseln gemacht: Gerät unsere Haut in Kontakt mit den heimischen Pflanzen, reagiert sie mit Brennen und nicht selten einem rötlichen, juckenden Ausschlag. 
Dies hat dazu geführt, dass wir in der Regel einen Bogen um sie machen - mehr als schade, denn die Brennnessel ist gesund und verdient ihre Bezeichnung als Heilpflanze zu Recht. Doch sie kann noch viel mehr: Als köstliches Essen verfeinert sie nicht nur so manches Gericht, sondern versorgt uns nebenbei mit einer Fülle an Nährstoffen.

Ihre Blätter schmecken würzig und erinnern an Spinat, während ihre Samen eine nussige Note haben und besonders reich an essentiellen Vitalstoffen sind. Dazu zählen mehrfach ungesättigte Fettsäuren, Mineralien und Spurenelemente.

 

 

Wirkung von Brennnesseln: Das macht sie so gesund

Bereits der römische Dichter Ovid soll um die gesundheitsfördernde Wirkung der Brennnessel gewusst und sie als »Potenzmittel« gehandelt haben.
Ganz verkehrt lag er damit nicht: Die Wurzel der Brennnessel wirkt dank des in ihr enthaltenen Phytosterol und Beta-Sitosterin auf die gutartige Vergrößerung der Prostata.

Doch auch Frauen profitieren von dem heimischen Superfood:

  • Anregende Wirkung auf Stoffwechsel und Blutbildung:
    Die Brennnessel wirkt sich positiv auf den Stoffwechsel und die Bildung von neuem Blut aus. Ihr Reichtum an Kalium, Kieselerde, Kalzium, Eisen, hochwertigen Eiweißen, Vitamin C, Provitamin A, Vitamin K1 und einer Extraportion Ballaststoffen sorgen nicht nur für einen basischen Ausgleich im Körper, sondern machen die Brennnessel zu einer natürlichen Detox-Methode für den körpereigenen Frühjahrsputz.
  • Diuretische Wirkung:
    Wenn sich eine Blasenentzündung anbahnt oder es auf der Haut brennt, ist die Brennnessel ein tolles Heilmittel, denn sie wirkt harnsäureausleitend und harntreibend.

Verwendung von Brennnesseln

Doch natürlich ist die Pflanze ganzjährig eine tolle Unterstützung für unsere Gesundheit:
Im Winter eignet sie sich als mineralstoffreiche Nahrungsergänzung. Dafür werden ihre gut getrockneten Triebspitzen und größeren Blätter zu einem feinen Pulver vermahlen. Lichtgeschützt und sorgfältig in einem Schraubdeckelglas aufbewahrt findet das Pulver in der kalten Jahreszeit beispielsweise Verwendung in grünen Smoothies.

Die Brennnesselblätter schmecken - neben ihrem Auftritt in frischen Salaten oder anderen Gerichten - auch köstlich als heißer Tee. 

Wie oben schon erwähnt, profitieren besonders Männer von den gesundheitlichen Vorteilen der Brennnessel. Um einen eigenen Extrakt herzustellen, werden die Wurzelrhizome im späten Herbst ausgegraben. Die etwa 5 bis 10 cm langen Stücke werden dann sauber gebürstet, in kleinere Stücke geschnitten und mit einer 40%igen alkoholischen Lösung angesetzt. Nach vier Wochen wird diese Lösung gefiltert und in eine Pipettenflasche (gibt es in der Apotheke) abgefüllt. 
Täglich 10 bis 15 Tropfen der Flüssigkeit in 1 Liter Wasser geben und schluckweise trinken.

 

Brennnessel: regionales Superfood

Vorkommen: Hier findest du Brennnesseln

Brennnesseln wachsen an Orten mit hohen Stickstoffwerten wie beispielsweise an Flussufern, in Gräben oder an Feldrändern. Doch ich rate dringend davon ab, an solchen Wuchsorten zu ernten. Die Überdüngung von Äckern und die Wahrscheinlichkeit von entsprechender Agrarchemie bilden keine guten Voraussetzungen. 
Du kannst lieber am Waldrand oder auf Waldwiesen auf die Suche gehen. Oder du kennst vielleicht einen Biobauern? Hier kannst du in der Regel unbedenklich am Feldrand ernten.
Alternativ bieten auch verwilderte Ecken in deinem eigenen Garten einen guten Standort für Brennnesseln.

Triebspitzen und Blätter sollten ab Ende März bis November gesammelt werden, Samen von Mitte Juli bis Anfang August und Wurzeln von Oktober bis Februar. 

Noch ein Tipp für eine schmerzfreie Ernte und Zubereitung:
Nutze Handschuhe, Schere und einen Korb um nicht mit den Brennhaaren in Berührung zu kommen. 
Beim Kochen oder Mixen wird die enthaltene Ameisensäure und das Histamin problemlos zerstört. Außerdem kannst du die Triebspitzen zwischen zwei Küchenbretter pressen - auch das vernichtet die Brennhaare.

Mit diesen Tipps und Infos kann es losgehen - zum Beispiel mit dem folgenden Rezept zum Einstieg:

 

Brennnessel essen: Rezept für einen süßen Aufstrich

Das folgende Rezept kommt mit nur zwei Zutaten aus und ist im Handumdrehen zubereitet. Es strotzt nur so vor gesunder Inhaltsstoffen und eignet sich als kleine Delikatesse zwischendurch, auf Brot oder im Müsli.

Zutaten:

  • 200 g Bio-Blütenhonig
  • 50 g getrocknete Brennnesselsamen

Zubereitung:

Die Samen nur kurz in einer Pfanne ohne Fett anrösten und etwas abkühlen lassen. In den Honig einrühren, bis eine gleichmäßige Masse entsteht.

 

Wenn du mehr über die wundersame Welt der Wildkräuter erfahren möchtest, höre hier einmal in die Podcast-Folge #27 mit Markus Strauß hinein!

 

Mehr für dich