Rezept Gado Gado-Salat und: Warum Echtheit so bedeutend ist

Gesunde Ernährung

Wann warst du das letzte Mal tief berührt? Wann hast du zuletzt diesen wunderbaren Moment erlebt, in einem Gespräch vollkommen präsent und eng verbunden mit deinem Gegenüber zu sein? Wann hast du dich ganz erfüllt gefühlt nach einem Treffen oder nach dem Lesen einer Nachricht?

Warum war das so? Weil diese Situationen ECHT waren. Sie hatten Tiefe, Verbundenheit und Nähe. Das ist es, was uns glücklich macht. Die Frage ist nur, warum wir nicht den ganzen Tag solche Situationen erleben. Warum spüren wir diese Verbundenheit nicht in jedem Moment? Die Antwort? Weil wir uns zu billig abspeisen lassen. Weil wir zu schnell zufrieden sind. Weißt du, was mir an unserer heutigen Zeit am meisten gegen den Strich geht? Die Oberflächlichkeit unserer Kommunikation. Und damit meine ich gar nicht mal Small Talk.

Denn man kann, mit der richtigen Person und zum richtigen Zeitpunkt, sogar übers Wetter ein befriedigendes Gespräch führen. Ich spreche hier von leerer Kommunikation. Von gesichtslosen weitergeleiteten WhatsApp-Nachrichten. Von Filmen und Fotos, die irgendwer gemacht hat, den ich nicht kenne. Von geteilten Artikeln und Manifesten auf Facebook, hinter denen sich die echten Gesichter der Menschen verstecken. Vor ein paar Jahren dachte ich, dass es belanglos wäre, auf Facebook ein Foto von sich an der Eisdiele zu zeigen – Bildunterschrift:“ ich vor der Eisdiele“. Heute bin ich schon darüber froh, weil es zu einem gewissen Grad persönlich ist. 

 

Ist es nicht verrückt, dass wir gläsern sind wie nie, aber nichts mehr drin ist im Glas?
Stefanie Reeb

Von allem zu viel, vom Echten zu wenig

Ist es nicht interessant, dass in den letzten Jahrzehnten nicht nur unser Essen an Gehalt verloren hat, sondern auch unsere Kommunikation weniger nahrhaft wurde? Dass wir von allem zu viel, vom Echten aber zu wenig haben? Dass es uns hungert nach Wahrhaftigkeit? Dass wir immer mehr essen und immer dicker werden, weil das befriedigende Sättigungsgefühl ausbleibt? Und dass uns der Umgang mit den sozialen Medien und Kurznachrichten hungrig und gestresst zurücklässt?

Ist dir schon aufgefallen, dass immer mehr Leute nicht mehr „ich“ sagen sondern „man“? Weil sie es scheuen, über sich zu sprechen? Weil sie Angst haben, echt zu sein? Ist es nicht verrückt, dass wir gläsern sind wie nie, aber nichts mehr drin ist im Glas? Ich glaube, dass wir alle das Gleiche wollen: uns verbunden fühlen. Mit uns selbst, mit anderen, mit unserem Körper, unserer Seele und mit der Welt. Verbundenheit befeuert unsere Lebensenergie. Eine Worthülse hat keinen Inhalt und nährt uns nicht. Genauso wenig wie Essen, das stark verarbeitet wurde und uns im Innersten nicht satt macht.

 

Wie können wir unseren Alltag nahrhafter und bedeutungsvoller machen?

Es fängt im Kleinen an. Zum Beispiel, indem wir nichts mehr digital weiterleiten, was keine Bedeutung für uns hat. Indem wir von uns sprechen und „ich“ sagen anstatt „man“. Indem wir sagen, was uns bewegt und warum. Und indem wir mindestens eine der folgenden Fragen mit Ja beantworten, bevor wir überhaupt kommunizieren: 

Ist es relevant? Ist es interessant? Ist es lustig? Ist es klärend? Ist es liebevoll?

Wenn wir die Luft und die digitalen Medien nicht durch sinnlose Botschaften scheppern lassen, sondern sie mit Bedeutung füllen, dann passiert etwas Wunderbares: Es wird stiller. Wir werden ruhiger. Und unsere Worte schaffen Verbindung. Ahhhhh.


 

Nur echte Nahrung macht glücklich und satt

Die Gesetze des Lebens gelten glücklicherweise für alle Bereiche, also kann ich direkt zum Essen überleiten: nur ECHTE Nahrung macht glücklich und satt. Heute möchte ich dir einen besonderen Sommersalat zeigen, der vom indonesischen Gado Gado-Salat inspiriert ist. Die Basis des Salats bilden Kartoffeln und grüne Bohnen. So weit so bekannt. Das Besondere ist die Sauce: diese wird mit einem ordentlichen Klecks Erdnussmus zubereitet und schmeckt eindeutig asiatisch. Bestreut mit Erdnüssen, Sesam und Basilikum entsteht so ein spannender Fusion-Salat, der einen schönen Sommerabend noch viel schöner macht. Dazu ein Gespräch von Herz zu Herz – und alles ist gut. 
 
Nun möchte ich von dir wissen: wann ist für dich Kommunikation wirklich nahrhaft? Wann hast du dich zuletzt besonders inspiriert und berührt gefühlt? Und was tust du dafür, um echt und von Herzen zu kommunizieren? 

 

Gado Gado-Salat

Für 2 Personen als Hauptgericht oder für 4 Personen als Beilage:
 
Für den Salat:

  • 400 g festkochende Kartoffeln, geschält und klein gewürfelt
  • 500 g grüne Bohnen, Enden abgeschnitten
  • 2 Tomaten, gewürfelt
  • 2 EL Sesam
  • 50 g geröstete und gesalzene Erdnüsse, grob gehackt
  • 2 Handvoll Basilikum, gehackt

 
Für die Sauce:

  • 80 g ungesüßtes Erdnussmus oder Erdnussbutter
  • 100 ml heißes Wasser
  • 2 EL Tamarisauce (alternativ: Sojasauce)
  • 1 EL Apfelessig
  • 1 EL frisch gepresster Zitronensaft
  • 1 EL Ahornsirup, Grad A oder C
  • 1 EL geröstetes Sesamöl
  • 1 Knoblauchzehe, geschält
  • 1/2 TL Salz
  • Chili oder Tabasco nach Geschmack (Schärfe ist bei diesem Salat wichtig. Ich habe sie durch einige Spritzer Tabasco-Sauce erreicht, in diesem Fall sehr zu empfehlen)

Einen großen Topf mit Wasser zum Kochen bringen. Das Wasser salzen und Kartoffelwürfel und Bohnen ca. 10 Minuten al dente kochen. In ein Sieb abgießen und mit kaltem Wasser abschrecken. In eine Salatschüssel geben. 

Alle Zutaten für die Sauce in einem Standmixer cremig pürieren. Die Sauce sollte jetzt zumindest leicht scharf sein, das ist wichtig für den Geschmack des Salats. 

Gewürfelte Tomaten zu Kartoffeln und grünen Bohnen in die Schüssel geben. Alles mit der Sauce vermischen. Sesam kurz in einer Pfanne ohne Fett anrösten, bis er zu duften beginnt. Zusammen mit Erdnüssen und Basilikum zum Salat geben und leicht untermischen. Sofort servieren. 

Zeitaufwand: ca. 35 Minuten
 

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