Plastik vermeiden: 9 Tipps für weniger Müll im Alltag

Leben & Balance

Wir alle kennen die erschreckenden Bilder von vermüllten Stränden, Plastikinseln im Meer und elendig an den Kunststoffpartikeln gestorbenen Fischen und Vögeln. Das Bewusstsein über das Ausmaß und die verheerenden Folgen unseres Plastikkonsums ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Doch ganz verzichten können wir auf den Kunststoff aktuell nicht - in vielen Bereichen wie beispielsweise der Medizin ist er unersetzlich geworden. Doch gerade im alltäglichen Leben können wir an vielen Stellen Plastik vermeiden. Wie das ganz einfach funktioniert, verraten wir dir jetzt.

 

1. Nachhaltig und umweltbewusst einkaufen

Unser erster Tipps, Plastik zu vermeiden, erfordert nur eine kurze Recherche: Ganz sicher hast du in der Nähe einen Hofladen oder einen Wochenmarkt, oder? 
In jeder größeren Stadt gibt es einen Markt, auf dem teilweise die Erzeuger selbst ihre Waren anbieten. Da Brot, Eier, Obst und Gemüse und all die anderen Produkte oft aus der Region stammen und nur kurze Transportwege hinter sich haben, kann man hier richtig frisch einkaufen - ohne unnötige Plastikverpackungen. Mit einem eigenen Jutebeutel oder mit Baumwolltaschen kannst du sogar die Papiertüten einsparen, in die viele Standbetreiber ihre Waren packen. Auch für Oliven und andere eingelegte Köstlichkeiten ist kein Plastikdöschen erforderlich.  Mitgebrachte Behälter wie ein leeres ausgespültes Marmeladenglas erfüllen den gleichen Zweck.

Vielleicht hast du auch das Glück, dass in deiner Stadt bereits einer der sogenannten Unverpackt-Läden eröffnet hat? Wie der Name bereits verrät, kannst du hier völlig verpackungsfrei einkaufen. Dafür bringst du deine eigenen Gläser oder Behälter mit und füllst deine Vorräte wie Reis, Nudeln, Haferflocken oder Hülsenfrüchte aus großen Behältern ab, die dann an der Kasse gewogen werden. Eine tolle Idee, die nebenbei gegen Lebensmittelverschwendung hilft - denn du kannst immer genau die Menge besorgen, die du gerade benötigst.
Neben Lebensmitteln gibt es hier auch viele andere tolle Produkte ganz ohne Plastikverpackung - zum Beispiel kannst du hier ein Stück Seife kaufen, festes Haarshampoo oder Deocreme.

Passend dazu: Selbstversuch Deocreme - so einfach kannst du dein eigenes Deo machen!

 

2. Plastik vermeiden im Supermarkt

Doch auch im Supermarkt kannst du ganz leicht Plastikmüll reduzieren. Am Obststand gibt es beispielsweise oft unverpackte Äpfel. Am Selbstbedienungsregal für frische Backwaren kommt das Brot dann in deinen mitgebrachten Brotbeutel, statt in die bereitliegenden Verpackungen. Mit Getränken in der Pfandflasche aus Glas vermeidest du Plastikflaschen und Tetrapacks. Säfte und Mineralwässer aus Glasflaschen sind obendrein gesünder, weil sich keine Weichmacher oder ähnliche Substanzen daraus lösen und in dein Getränk gelangen können.

Zu guter Letzt: Dein eigener Rucksack, Jutebeutel oder die Baumwolltaschen ersparen dir die Plastiktüte für den Heimweg. Falls deine Einkaufstasche mal kaputt sein sollte: Die meisten Supermärkte bieten für geringes Entgelt wiederverwertbare, umweltfreundliche Alternativen aus Stoff an.

 

3. Auf Mehrfachverpackungen verzichten

Egal, ob Supermarkt, Baumarkt, Einzelhandel oder Versandbestellung: Achte beim Kauf deiner Waren genau darauf, wie sie eingepackt sind. Manchmal sind Produkte in drei bis vier verschiedene Plastikhüllen eingeschweißt worden. Mach um solche Dinge einen Bogen und schau dich nach umweltfreundlichen Alternativen um.

 

4. Vermeide Einwegverpackungen und -produkte aus Kunststoff

Es gibt viele Einwegprodukte aus Kunststoff. Das fängt bei den Behältnissen für Saft an und hört bei Einweggeschirr von Imbissen oder auf Volksfesten und privaten Grillfeiern nicht auf. Meistens kannst du beispielsweise durch wiederverwertbare Trinkflaschen oder einen Thermo- Becher das Abfallaufkommen reduzieren.

Selbst wenn wiederverwendbare Verpackungen und normales Geschirr nicht praktikabel sein sollten – beispielsweise bei einem Picknick – gibt es Alternativen zu den Wegwerf-Produkten aus Plastik: Papiertüten für das Obst, Frühstücksbeutel aus Papier für Käse- und Wurststullen sowie kompostierbares Einweggeschirr und -besteck sind eine Alternative für dich.

Endlich ist das Bewusstsein über das Ausmaß des Kunststoff-Wahns in der Mitte der Gesellschaft angekommen.
Redaktion

5. Für die Umwelt: Plastikmüll vermeiden

Außer Verpackungen hast du sicher noch andere zahlreiche Gegenstände im Haushalt, die zu Plastikmüll werden. Das können undichte Putzeimer sein, der angeschmorte Kochlöffel, der Gartenstuhl, von dem ein Bein abgebrochen ist, oder die aussortierte - weil unansehnlich gewordene - Klobrille. Die Recyclinghöfe nehmen solchen Plastikmüll in der Regel kostenlos entgegen.
Es gibt durchaus Ersatz aus anderen Materialien für diese Gegenstände. Produkte aus Holz oder Metall sind oft nachhaltiger, weil sie entweder aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen, langlebiger oder biologisch abbaubar sind oder weil sie besser repariert werden können.

 

6. Sprich mit anderen über Plastik und Nachhaltigkeit

Sei ein Vorbild, was den Verzicht auf Plastik betrifft. Ergänzend ist es aber gut, wenn du auch mit deinen Freunden oder Kollegen über das Thema sprichst. In einer Diskussion kannst du vielleicht den einen oder anderen Tipp erhalten, wie du noch mehr Plastik einsparen kannst – oder aber einen solchen Ratschlag weitergeben. Vielleicht kannst du durch Gespräche mit deinen Mitmenschen auch das Bewusstsein für das Problem schärfen. Immer noch sind sich viel zu wenig Menschen bewusst, wie groß der Schaden ist, der durch Kunststoff verursacht wird. Erst durch umfassende Aufklärung erkennen wir das Ausmaß der Schäden.

 

7. Verzichte auf To-Go-Produkte

Schau dich einmal auf der Straße um: Wie viele Menschen kannst du zählen, die in der einen Hand einen Coffee to go halten? Kaffeebecher verursachen leider mit den meisten Abfall. Dabei ist es so einfach, darauf zu verzichten: Mittlerweile gibt es wunderschöne Becher, die aus Bambus hergestellt wurden und sich gut eignen, um den Kaffee daraus zu trinken.
Alternativ bieten einige Cafés und Bäckereien eigene Pfandbecher an, die du bei deinem nächsten Besuch zurückgeben kannst.

 

Pro Jahr werden weltweit 400 Mio. Tonnen Kunststoff produziert - den größten Teil davon machen Einwegprodukte und Verpackungen aus.
Redaktion

8. Aktiv werden: Fordere Unternehmen auf, Plastik zu reduzieren

Als Konsumenten haben wir mehr Macht, als uns bewusst ist. Wenn du ein persönliches Schreiben an ein Unternehmen richtest, und sie darin bittest, die Plastikproduktion zu stoppen oder zumindest einzuschränken, weil du sonst andere Produkte bzw. in einem anderen Geschäft einkaufen wirst, wird dies eine Wirkung haben. Aktionen dieser Art haben mittlerweile dafür gesorgt, dass in manchen Auslagen viel weniger Plastik zu sehen ist, als dies noch vor ein bis zwei Jahren der Fall war.
Sprich auch hierüber mit deinen Freunden und deiner Familie - je mehr Menschen aktiv werden, desto mehr können wir gemeinsam erreichen.

 

9. Großpackungen bevorzugen

Besonders bei Produkten wie Papiertaschentüchern oder Toilettenpapier kannst du den Plastikkonsum reduzieren. Anstatt Tempos in einzelnen kleinen Päckchen zu kaufen, empfiehlt sich ein Papierspender aus Recyclingkarton. Ähnliches gilt natürlich auch für andere Produkte.

 

Du siehst, es braucht gar nicht viel, um den Konsum von Plastik einzuschränken. Anfangs wird es dir hier und da noch passieren, dass du etwas übersiehst oder in Eile etwas kaufst, was in Plastik verpackt ist. Aber mit der Zeit wird sich dein Bewusstsein dafür schärfen, und schon nach kurzer Zeit wirst du merken, wie leicht es ist, etwas für die Umwelt und damit auch für dein eigenes Wohlergehen zu tun. 

Hast du weitere Tipps, Plastik zu vermeiden? Dann lass es uns gerne wissen!

 

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