Was in jede Hausapotheke gehört

Gesundheit & Ernährung

Gibt es überhaupt eine allgemeingültige Hausapotheke für alle Menschen? Natürlich nicht. Aber eine, die für möglichst viele Menschen geeignet ist. Vielleicht sind folgende Regeln beim Zusammenstellen deiner Hausapotheke hilfreich für dich:

Denke an alle Familienmitglieder. Nicht jedes Arzneimittel ist für jeden geeignet. Unsere Hausapotheken-Vorschläge sind für Erwachsene und Jugendliche gedacht. Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, deswegen reicht es nicht, einfach die Dosis zu reduzieren. Die Selbstmedikation bei Kindern ist ein ganz eigenes Thema. Deshalb möchten wir dich bitten, in ihrem Fall deinen Hausarzt zu kontaktieren. 

Außerdem verzichten wir in diesem Artikel auf Produktnamen, deswegen nimm es uns bitte nicht übel, wenn du hier nur die (manchmal komplizierten) Wirkstoffbezeichnungen liest.

 

Beziehe auch pflanzliche Arzneimittel in deine Selbstmedikation mit ein.
Redaktion

Was typische Hausapotheken-Arzneimittel bieten sollten

Zunächst sollten es Arzneimittel sein, mit deren Hilfe eine Linderung deiner Beschwerden am wahrscheinlichsten ist. Das funktioniert am besten mit Arzneimitteln, deren Wirkung nach dem heutigen Stand der Wissenschaft belegt werden kann. Dazu braucht es viele gute Studien, viel Erfahrung, aber viel weniger Marketing. 

Ganz bestimmt hast du auch eigene positive Erfahrungen mit pflanzlichen Arzeimitteln und anderen Methoden gemacht, die hier nicht erwähnt werden. Beziehe diese in deine Selbstmedikation ruhig mit ein. Heiße Zitrone hilft dir bei einer aufkeimenden Erkältung? Nur zu! Die pflanzlichen Augentropfen lindern das lästige Brennen bei dir? Warum nicht! 

Wir haben für dich eine kleine Auswahl für deine Hausapotheke zusammengestellt, die ein paar gängige Beschwerden abdeckt. Für eine individuelle Zusammenstellung hat man in deiner Apotheke sicherlich ein offenes Ohr und kompetenten Rat. Und in jedem Fall gilt: Bitte beachte die Hinweise in der Packungsbeilage und kontaktiere bei andauernden und akuten Beschwerden einen Arzt!

 

Was hilft bei ... Kopfschmerzen?

Unglaubliche 200 unterschiedliche Arten von Kopfschmerz gibt es, sagt die internationale Kopfschmerzgesellschaft. Für die Selbstbehandlung ist davon nur der Spannungskopfschmerz geeignet und bedingt (nur nach vorheriger Diagnose durch deinen Arzt) die Migräne. Arzneimittel gegen Migräne zählen wir nicht zur klassischen Hausapotheken-Ausstattung, deswegen schauen wir uns hier nur den »normalen« Spannungskopfschmerz an.

Im Idealfall weißt du bereits von deinem Arzt, dass es sich lediglich um zwar lästigen, aber ungefährlichen Spannungskopfschmerz handelt. Wenn der Schmerz kommt, drückt er dumpf (Migräne: eher pulsierend, auf eine Körperhälfte beschränkt). Es kann sein, dass du auf Licht oder Lärm etwas empfindlicher reagierst (Migräne: zusätzlich oft starke Übelkeit bis hin zum Erbrechen).

Normalerweise bessert sich dein Kopfweh durch einen kleinen Spaziergang, wird aber jedenfalls durch leichte körperliche Tätigkeiten nicht schlimmer (Migräne: wird durch Bewegung eher schlimmer). Wenn du den Verdacht hast, dass Stress und Überforderung eine Rolle spielen, liegst du richtig. Genauso können Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich dahinterstecken. Manchmal auch Wetteränderungen.

 

Zwei Tricks, wie du Kopfschmerzen (fast) ohne Medikamente ausschalten kannst

Trick 1: Kaffee kochen
Das ist eine Methode, die uns zusagt! Und wenn du Kaffee genauso gerne magst wie wir: nur zu. Kaffee enthält Koffein. Und etwa 100 mg Koffein – so viel ist in zwei Tassen Espresso oder einer Tasse Filterkaffee enthalten –, kombiniert mit dem Schmerzmittel deiner Wahl, aktivieren den Turbo, und das Medikament wirkt schneller und stärker. Erwiesen!

Trick 2: Glückshormone
Damit kannst du  eventuell wirklich auf ein Schmerzmittel verzichten. Die Kieler Universitätsklinik für Neurologie hat die Anwendung von Pfefferminzöl bei Spannungskopfschmerzen untersucht. Großflächig auf Stirn und Schläfen aufgetragen (bitte pass auf deine Augen auf), kann es den Schmerz ebenso stillen wie eine übliche Dosis Schmerzmittel. Pfefferminzöl kühlt stark und aktiviert dadurch bestimmte Rezeptoren in der Haut. Diese Rezeptoren sagen unserem Gehirn, dass es schnell mal ein paar Endorphine ausschütten soll. Und wer genügend von diesen Glückshormonen im Blut hat, hat weniger Schmerzen.

 

Schmerzmittel in deiner Hausapotheke

Ibuprofen
Für die meisten Patienten das Mittel der ersten Wahl. Ibuprofen gehört zur Gruppe der NSAID. Was wie eine politische Vereinigung klingt, heißt ausgeschrieben »non-steroidal anti-inflammatory drugs« und bezeichnet eine Gruppe von Arzneistoffen, die eine entzündungshemmende Wirkung haben, aber kein Kortison sind. Und solche Wirkstoffe können auch Schmerzen sehr gut hemmen.

ASS/Acetylsalicylsäure
Eines der ältesten und bekanntesten Schmerzmittel der Welt! Weißt du noch, dass Acetylsalicylsäure, der Wirkstoff im Aspirin, ursprünglich aus der Weidenrinde stammt? Auch dieses Arzneimittel gehört zur Gruppe der NSAID, die du schon vom Ibuprofen kennst.

Paracetamol
Paracetamol ist ein altbekanntes Schmerz- und Fiebermittel, das aber im Gegensatz zu Ibuprofen und Acetylsalicylsäure nichts gegen Entzündungen ausrichten kann. Dafür verzichtet es auf Nebenwirkungen im Magen-Darm-Bereich. Wenn dir also die beiden vorangegangenen Arzneimittel sauer aufstoßen, könnte Paracetamol durchaus das richtige Mittel für dich sein.

Wie fast alle wirksamen Arzneimittel hat auch Paracetamol schon negative Schlagzeilen gemacht: Bei (deutlicher) Überdosierung greift Paracetamol die Leber an und zerstört Teile des Lebergewebes. Das kann lebensgefährlich sein. Wenn du dich aber genau an die Dosierungsangaben hältst bist du auf der sicheren Seite.

 

Manchmal ist es sogar angebracht, dem fiebernden Organismus zusätzlich einzuheizen.
Redaktion

Was hilft bei ... Fieber?

Fieber ist ein Zeichen, dass unser Organismus begonnen hat, sich mit einer Erkrankung auseinanderzusetzen. Bei dieser Arbeit sollte man ihn nicht direkt mit Medikamenten stören. Denn ein allzu schnelles Senken der Körpertemperatur ist kontraproduktiv. Wer es gut aushalten kann, darf das Thermometer (im Po gemessen) ruhig auf kuschelige 39 °C ansteigen lassen. 

Ist die Körpertemperatur eher so mittelhoch (37,5 bis 38,5 °C), ist es sogar angebracht, dem fiebernden Organismus zusätzlich einzuheizen. Wahrscheinlich hast du  in dieser Fieberphase sowieso Schüttelfrost, mit dem der zitternde Körper übrigens die Körpertemperatur durch Bewegung noch weiter erhöhen möchte! Unterstütze ihn jetzt mit einem schweißtreibenden Tee, und das am besten zugedeckt im warmen Bett. Wenn dein Kreislauf stabil ist, darfst du auch ins Erkältungsbad steigen.

Dein Körper mobilisiert jetzt alle verfügbaren Abwehrkräfte und reagiert mit einem meist stark ausgeprägten Krankheitsgefühl, Abgeschlagenheit und Appetitlosigkeit. Unbedingte körperliche Schonung und Ruhe sind notwendig. Erhöhe außerdem deine tägliche Trinkmenge um einen Liter!

 

Teemischung für einen schweißtreibenden Erkältungstee

Lass dir in der Apotheke (Arzneibuchqualität!) Holunderblüten und Lindenblüten zu gleichen Teilen mischen. Übergieße 2 gehäufte Teelöffel der Teemischung mit 200 Milliliter kochendem Wasser, und lass den Aufguss anschließend abgedeckt 10 Minuten ziehen. Trinke mehrere Tassen frisch zubereiteten Tee über den Tag verteilt möglichst warm!

 

Deine Hausapotheke bei Fieber

Arzneimittel zur Behandlung von Fieber sind bereits in deiner Hausapotheke vorhanden, wenn du eines der oben genannten Schmerzmittel hast. Besonders empfehlenswert sind:

  • Ibuprofen
  • ASS
  • Paracetamol
     
Sodbrennen kann viele Auslöser unterschiedlichster Herkunft haben. Tomatensauce kann einer sein. Oder Kohlensäure, Kaffee, Alkohol.
Redaktion

Was hilft bei … Sodbrennen?

Wie fühlt sich Sodbrennen an? Die meisten Menschen spüren ein Brennen, manchmal verbunden mit Schmerzen, hinter dem Brustbein. Manchmal kann es einem auch sauer aufstoßen – im wörtlichen Sinne. Die Säure kriecht außerdem häufig beim Bücken oder in der Nacht, wenn Sie flach liegen, nach oben.

Sodbrennen kann viele Auslöser unterschiedlichster Herkunft haben. Tomatensauce kann einer sein. Oder Kohlensäure, Kaffee, Alkohol. Und von einigen Medikamenten (Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAID oder Kortison-Präparate) kennen wir das fiese Brennen ebenfalls.

Klugerweise hat die Natur unseren Magen aber mit einer Schleimhaut ausgestattet, die ihn vor einer möglichen Selbstverdauung durch die Säure schützt. Die Speiseröhre hingegen besitzt keine entsprechende Schutzschicht – ursprünglich ist sie ja auch als Einbahnstraße konzipiert. Das Keine-Durchfahrt-Schild hängt am unteren Schließmuskel der Speiseröhre. Und dieser kann schon mal schwächeln.

Sodbrennen kann ein Symptom für verschiedenste Erkrankungen sein. Unbehandelt kann Sodbrennen aber auch andere Erkrankungen nach sich ziehen. Wenn du wirklich nur sehr selten Sodbrennen hast, kannst du das selbst behandeln. Bei häufigerem Auftreten solltest du unbedingt zum Arzt.

 

Tipps zur Brandverhütung und weitere Feuerlöscher

Strebe ein gesundes Gewicht an, wenn du zu viel auf die Waage bringst. Bei starkem Übergewicht drückt es von allen Seiten auf den Magen. Manchmal bleibt dem Mageninhalt dann nur der Weg nach oben.

Hast du spezielle Nahrungsmittel im Verdacht, auf die du sauer reagierst? Vom Speiseplan streichen.

Kneipp sagte: »Spätes Essen füllt die Särge.« Wir wissen nicht, ob das inzwischen belegt wurde, aber zumindest fördert es Sodbrennen.

Stell das Kopfende deines Bettes höher. Vorausgesetzt, das beeinträchtigt nicht deine Schlafqualität.

Wenn du Seitenschläfer bist: Schlaf auf der linken Seite. Magen und Speiseröhre sind dann so platziert, dass die Säure nicht mehr so leicht hochkriechen kann.

Ein Glas lauwarme Milch kann das Brennen kurzfristig lindern.

Ein Esslöffel trockene Haferflocken, langsam und gründlich gekaut, funktioniert ebenfalls.

 

Mittel aus deiner Hausapotheke

In der Selbstmedikation von Sodbrennen hast du die Wahl zwischen zwei unterschiedlichen Angriffspunkten.

Antazida sind Arzneimittel, die die Magensäure direkt im Magen an Ort und Stelle neutralisieren. Ihr Vorteil ist, sie werden nicht in den Blutkreislauf aufgenommen und lassen somit auch weniger Nebenwirkungen erwarten.

Manche dieser Arzneimittel stehen jedoch in der Kritik, weil sie Aluminium enthalten. Problematisch ist auch die gleichzeitige Einnahme mit anderen Arzneimitteln, weil manche Antazida nicht nur die Magensäure, sondern auch andere Arzneimittel sehr fest an sich binden. So fest, dass diese nicht mehr ins Blut gelangen können. Es sind aber auch Antazida im Handel, die zuverlässig wirken, aber weder Aluminium enthalten noch andere Arzneistoffe »gefangen nehmen« - ein Beispiel: Alginat.

Protonenpumpenhemmer (PPI; das »I« steht für den Fachausdruck »Inhibitor«) wirken auf eine andere Weise. Sie neutralisieren die Säure nicht direkt im Magen, sondern werden resorbiert, also in den Blutkreislauf aufgenommen, und hindern anschließend die säurebildenden Magenzellen an einer Überproduktion. Die Wirkung von PPI ist ausgeprägter und nachhaltiger als die der Antazida. Allerdings gibt es auch mehr Nebenwirkungen. Ein Beispiel für ein PPI ist Omeprazol.

 

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