Glutenfreie Ernährung: Sinnvoll oder unnütz?

Gesundheit & Ernährung

Lebst du mit einer glutenfreien Ernährung gesünder?

Die Supermarktregale füllen sich immer mehr mit Produkten, die kein Gluten enthalten. So groß und gewinnträchtig ist der Trend, auf diesen Stoff zu verzichten. Prominente wie Lady Gaga und Gwyneth Paltrow machen es vor. Warum Gluten so schlecht für den Körper sein soll, wissen viele nicht. Es trägt die Beinamen Getreideeiweiß und Klebereiweiß. Diese speziellen Eiweiße verhelfen beim Backen zu einer angenehmen, lockeren Teigstruktur, weswegen sie ein beliebtes Bindemittel sind. Für gesunde Menschen sind sie ungefährlich, wohingegen sie bei Personen mit Zöliakie entzündliche Reaktionen im Dünndarm verursachen können. Trotzdem hält sich hartnäckig das Vorurteil, dass eine glutenfreie Ernährung das Wohlbefinden stärken und das Abnehmen fördern könnte.

 

Glutenfrei bedeutet nicht zwingend, gesünder zu essen

Gluten ist in zahlreichen Lebensmitteln wie Brot, Gebäck, Kuchen und Pasta und in unzähligen anderen Nahrungsmitteln enthalten. Dies sind keine schädlichen Speisen, aber konsumierst du sie in großen Mengen, können sie einer Gewichtsreduzierung entgegenstehen. Dies liegt jedoch nicht am Gluten, sondern an den Kohlenhydraten und am Zucker. Wenn du an Gewicht verlieren möchtest, kann es empfehlenswert sein, weniger Getreideprodukte zu essen. Doch blind solltest du sie nicht durch teure glutenfreie Lebensmittel aus dem Supermarkt ersetzen. Diese sind nämlich oft reich an Kalorien und Salz. Glutenfrei ist somit nicht mit gesund gleichzusetzen. Möchtest du dein Gewicht reduzieren, solltest du die Kalorienzufuhr am Tag auf ein gesundes Maß limitieren und dich viel bewegen. Nur auf Gluten zu verzichten, hilft dir beim Wunsch schlanker zu werden, nicht.

 

Eine glutenfreie Ernährung musst du gut planen

Sich komplett glutenfrei und trotzdem gesund zu ernähren, ist gar nicht so einfach. Die Auswahl an erlaubten Lebensmitteln ist eingeschränkt. Du benötigst ein umfangreiches Hintergrundwissen über die Nährstoffgehalte unterschiedlicher Lebensmittel, denn ansonsten droht eine Unterversorgung mit essenziellen Nährstoffen sowie Mineralien. Solltest du blind auf glutenhaltige Produkte verzichten, kannst du einen Mangel an Magnesium, Kupfer und Zink sowie an den Vitaminen B1, B2, B6 und K provozieren. Beachtenswert ist außerdem, dass Getreide reich an Ballaststoffen ist, welche die Darmflora unterstützen. Umso wichtiger ist es daher, bei einer glutenfreien Ernährungsweise den Speiseplan abwechslungsreich zu gestalten. Die wertvollen Nährstoffe aus dem Getreide kannst du beispielsweise durch Speisen mit Maismehl oder Chiasamen ersetzen. Um dich gesund und glutenfrei zu ernähren, ist meist das Selber-Kochen unerlässlich. Immerhin verbirgt sich Gluten sogar in Gewürzmischungen, Tomatenketchup und vielen weiteren Lebensmitteln.

 

Deshalb kann eine glutenfreie Ernährung für dich gut sein

Aus gesundheitlicher Perspektive kann es ratsam sein, glutenfrei zu kochen. Sofern du unter Zöliakie leidest, verursacht das Klebeeiweiß bei dir starke Beschwerden im Magen-Darm-Bereich. Bei der Autoimmunerkrankung provoziert Gluten eine chronische Entzündung der Dünndarmschleimhaut, deren Symptome von Durchfall bis zur Depression reichen können. Sollte der Arzt nach einer Magenspiegelung feststellen, dass du diese Autoimmunerkrankung hast, ist ein glutenfreies Kochen unerlässlich. Eine Studie der Berliner Charité zeigte zudem kürzlich, dass auch für 20 % aller Reizdarmpatienten ein Verzicht auf Gluten gesundheitsfördernd sein kann. Ob eine glutenfreie Ernährung für dich sinnvoll oder sinnfrei ist, hängt damit entscheidend von deinem körperlichen Zustand ab.

 

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