Der Bore Out: Oft unterschätzt

Work-Life-Balance
Bore Out

Ausgebrannt durch Langeweile: Wenn aus Bore Out Burnout wird

Obwohl das 21. Jahrhundert als Stresszeitalter gilt, fühlen sich 18 Prozent aller Arbeitnehmer von ihrem Job unterfordert. Sobald zu fehlendem Befriedigungsgefühl körperliche Symptome wie Schwindel, Magenbeschwerden und Kopfschmerzen hinzukommen, ist von Bore Out die Rede: einem psychosomatischen Phänomen mit teils schwerwiegenden Folgen. Paradoxerweise kann sich Langeweile im Rahmen des Arbeitsalltags zum verbreiteten Stressphänomen Burnout entwickeln. Indem du mit Bore Out richtig umgehst, brennt dich jobinterne Unterforderung nicht aus.

 

So überfordert Jobunterforderung deine Psyche

Stress und viele Aufgaben im Arbeitsalltag sind anstrengend, haben aber einen Vorteil: Sie  verursachen das Gefühl, gebraucht zu werden und einen wichtigen Job zu machen. Wer hingegen nur wenig zu tun hat oder immer die gleichen Tätigkeiten durchführt, kann sich schnell unnütz oder minderwertig fühlen. Wenn dein Job dauerhaft keine Arbeit mitbringt, verlierst du den Antrieb. Je länger der scheinbar sinnlose Arbeitsalltag anhält, desto wahrscheinlicher werden Überlastungsdepressionen mit Ermüdungszuständen und psychosomatischen Folgen. Wer sich damit an Psychologen wendet und die Unterforderungssituation aus Angst vor Gesichtsverlusten nicht offenlegt, erhält oft eine Burnout-Diagnose. Weil sich die Symptome beider Phänomene gleichen und vielen Unterforderungsbetroffenen die gesellschaftlich angesehene Stressdiagnose Burnout ohnehin lieber ist, gehen Experten hinsichtlich diesbezüglicher Fehldiagnosen von hohen Dunkelziffern aus.

 

Eingeständnis: Verschließe deine Augen nicht vor Leerläufen

Obwohl Bore Out unfreiwillig zum Zeittotschlagen zwingt und deshalb nichts mit Faulheit zu tun hat, fürchten viele der Betroffenen aufgrund der empfundenen Leerlaufposition den Faulheitsstempel oder die Kündigung von Seiten des Arbeitgebers. Deshalb bedienen sie sich aufwendiger Strategien, um trotz Unterbeschäftigung beschäftigt zu wirken. Unterforderungssituationen im Verborgenen führen allerdings zu doppelter Stressbelastung und münden daher in Überlastungssituationen. Viel zielführender ist es, mit der Unterbeschäftigung offen umzugehen und sie dem Arbeitgeber gegenüber offenzulegen. Vielleicht hat er weitere Aufgaben zu vergeben, sodass die Unterforderung sich ganz einfach lösen lässt. Komplizierter wird es, wenn du zwar zu tun hast, dich die Arbeit selbst aber langweilt.

 

Bewusstwerdung: Öffne die Augen für Zukunftsperspektiven

 Die verbreitetsten Gründe für unterfordernde Arbeitsplätze sind laut Umfragen Überqualifizierung und fehlende Identifikation. Nach dem Eingeständnis der eigenen Situation beweist du in unterfordernden Jobpositionen idealerweise Eigeninitiative, indem du dich mit eigenen Zielen und Jobwünschen auseinandersetzt. Sobald du dir deiner Stärken und Schwächen bewusst wirst, kannst du deine Perspektiven realistisch einschätzen. Fühlst du dich bloß überqualifiziert oder hast du den falschen Beruf? Bei einem Gefühl von Überqualifizierung helfen brancheninterne Jobwechsel oder firmeninterne Versetzungen. Falls du zu der Erkenntnis kommst, einen falschen Beruf für dich gewählt zu haben, kannst du dich ab sofort nach einer besseren Alternative umschauen.

 

Veränderung: So machst du aktiv mit Bore Out Schluss

Indem du dich mit deinen Erkenntnissen an die Personalabteilung deiner Firma wendest, wirst du aktiv und verlässt die innere Ohnmacht des Phänomens Bore Out. Deine Bitte um neue Aufgaben, verantwortungsvollere Positionen oder interne Versetzung kann von einer Fortbildung begleitet werden, die dir neue Perspektiven eröffnet. Zur aktiven Neuorientierung und Stärkung deines Selbstwertgefühls kann auch eine Jobauszeit wie das Sabbatjahr beitragen, das dich in Distanz zu deiner aktuellen Arbeitsposition neue Einflüsse und bislang unbekannte Möglichkeiten entdecken lässt.

 

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