Selbstversuch: Hilft autogenes Training beim Einschlafen?

Work-Life-Balance

Ich brauche circa eine halbe Stunde um einzuschlafen. Und das nervt mich.

Ich habe schon immer die Menschen beneidet, die innerhalb von fünf Minuten einschlafen können. Ich selbst habe große Schwierigkeiten einzuschlafen, weil ich oft meinen Gedanken nachhänge. Mir schwirren unterschiedliche Dinge im Kopf herum, sei es die Arbeit, meine Familie oder Freunde. 
Menschen, die dasselbe Problem haben, werden das verstehen: 

Je mehr ich versuche schnell einzuschlafen, desto weniger klappt es. 
Redaktion

Da ich früher ab und zu mal autogenes Training ausprobiert habe, möchte ich es jetzt für einen längeren Zeitraum  testen. Also beschließe ich, 10 Tage lang jeden Abend autogenes Training zu machen. 

Autogenes Training wird unter anderem in der Psychotherapie genutzt. Die Entspannungstechnik beruht auf Autosuggestion (Selbstbeeinflussung).
Man trainiert dabei sein Unterbewusstsein und soll in einen Ruhezustand finden, mit dem Ziel sich zu entspannen. Man kann es im Sitzen oder Liegen durchführen.

Autogenes Training soll zum Beispiel bei Stress und Nervosität helfen oder, wie in meinem Fall, bei Schlafstörungen. Ich bin gespannt!

 

Autogenes Training: Der Ablauf 

Während des autogenen Trainings liege ich entspannt auf dem Rücken in meinem Bett.
Dabei werde ich in eine kleine “Fantasiereise” mitgenommen: Bei sanftem Meeresrauschen erzählte mir die beruhigende Stimme einer Frau, dass ich mir vorstellen soll, am Strand zu liegen. Durch mehrmaliges Wiederholen von Sätzen wie: “Du bist vollkommen ruhig und entspannt”, spreche ich diese Sätze in meinem Kopf nach und werde tatsächlich ruhig. Mein Körper entspannt sich. 

 

Das Experiment - hilft autogenes Training wirklich bei Schlafstörungen?

Mein Plan ist theoretisch leicht umsetzbar: Ich habe mir auf Spotify eine Playlist zum Thema “autogenes Training schlafen” heruntergeladen, die eine gute Viertelstunde dauert und die ich ab jetzt jeden Abend vor dem Schlafen laufen lassen werde - und das ist auch schon alles. 

Tag 1: Ruhiger Körper, unruhiger Geist

Ich bin anfangs ziemlich unruhig, aber mein Körper entspannt sich überraschend schnell. Allerdings lassen sich meine Gedanken nicht so leicht abschalten, ich brauche genauso lange zum Einschlafen wie sonst auch. 

Tag 2: Keine Besserung in Sicht

Dasselbe Spiel: Mein Körper ist entspannt, aber ich muss noch immer lange nachdenken. Schneller einschlafen? Nicht wirklich.

 

Mein persönliches Wunder: Ich schlafe tatsächlich schnell ein.
Redaktion

Tag 3: Der Durchbruch

Auf einmal passiert es: Ich bin ruhig und schlafe, für mich absolut überraschend, sehr schnell ein. Funktioniert das autogene Training für mich tatsächlich? Ich bin auf jeden Fall motiviert, weiterzumachen! 

Tag 4 - 6: Dranbleiben

Ich bin immer noch positiv überrascht und beeindruckt. Ich schlafe durchgehend schnell ein und bin auch in der Nacht nicht unruhig. Das wirkt sich positiv auf mein Gefühlsleben und mein Denkvermögen am Tag aus. Super!

Tag 7: Rückschlag

Ich brauche gefühlt ewig, um einzuschlafen. Zuerst bin ich enttäuscht und denke, dass mein Experiment doch nicht so gut funktioniert wie gedacht.
Aber dann frage ich mich selbst: Was könnte die Ursache sein? Mir fällt ein, dass ich am Abend spät und viel gegessen habe und mir das Essen schwer im Magen lag. 
Ob das nicht vielleicht der Grund ist, warum ich nicht einschlafen kann?

 

Tag 8: Wieder auf Erfolgskurs

Ich freue mich darüber, wieder schnell und gut zu schlafen. Jetzt bin ich überzeugt, dass mir in der Nacht zuvor einfach zu viel Essen im Magen lag. Eine Sache mehr, auf die ich zukünftig achten möchte.

Tag 9 und 10: Geduld

Ich brauche wieder etwas länger um einzuschlafen. Allerdings nicht so lange, wie vor meinen Experiment! Und ich habe gut durchgeschlafen und bin nicht ständig aufgewacht, so wie es mir früher häufiger passiert ist. 

 

Insgesamt hat mir autogenes Training geholfen, meinen Körper zu entspannen und ruhiger zu werden.
Redaktion

Mein persönliches Fazit: Autogenes Training gegen Schlafstörungen

Okay, ich muss gestehen: Ich war zuerst ganz schön skeptisch, ob autogenes Training mir wirklich helfen kann. Und ja, ich bin nicht jeden Tag innerhalb von 5 Minuten eingeschlafen. 
Aber: Insgesamt hat es mir wirklich geholfen, meinen Körper zu entspannen und meine Gedanken ruhiger werden zu lassen. 

Ich denke, ich muss lernen, nicht von mir selbst zu erwarten, dass ich von einem Tag auf den anderen ein “Schlafprofi” bin. Das ist utopisch und braucht Zeit.
Außerdem habe ich gelernt, dass das Thema einschlafen viel auch von anderen Faktoren abhängt, ich denke da nur an mein schweres und spätes Abendessen von Tag 7. 
Deshalb bin ich auch nicht enttäuscht, dass ich nicht jeden Tag so gut geschlafen habe.

 

Ich werde das autogene Training auf jeden Fall weitermachen. Vielleicht nicht jeden Tag, aber regelmäßig. Ich bin überzeugt, dass es mir dauerhaft helfen wird, zur Ruhe zu kommen. 

Meine Empfehlung: Probier es selbst aus! Schaden kann es jedenfalls nicht. Und vielleicht hilft es dir ja genauso weiter, wie mir?

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