Karlinders Kolumne: Setze deinen Körper auf Nummer 1

Work-Life-Balance

Machen Sie eigentlich Sport? Ich meine, so richtig in Funktionsklamotten, schwitzend und mit hochrotem Kopf? Ist ja nicht jedermanns Sache – das merke ich immer wieder. Und weil mein Credo ja ist: „Es gibt keine Verbote – nur Gebote!“ will ich Ihnen auch auf gar keinen Fall einreden, dass Sie nicht auf der faulen Haut liegen dürfen anstatt sich im Fitnessstudio abzumühen. Nur so viel: Kein anderes Thema beschäftigt ja die Welt der Frauenzeitschriften – und gemütlichen Mädelsrunden – so sehr wie die Figur und ihr Gewicht. Und die damit verbundene Gesundheit. Denn die ersten Speckröllchen, Wehwehchen und Falten kommen ja irgendwann. Und auch wenn manche Produkte fälschlicherweise als Anti Aging bezeichnet werden – es gibt kein Zurück. Irgendwann gucken wir alle die Radieschen von unten an.

Rein mit dem Käsekuchen: Die Dosis macht das Gift
Charlotte Karlinder

Beauty Aging anstatt Anti Aging

Deshalb habe ich den Begriff „Anti Aging“ in meinem Buch ja auch in „Beauty Aging“ umgewandelt. Weil es nicht darum geht NICHT zu altern, sondern darum, in Schönheit zu altern. Und in Gesundheit. Schließlich wollen wir mit 80 Jahren doch mit unseren Enkeln auf dem Spielplatz sitzen – und nicht auf der Alzheimer-Station des örtlichen Seniorenheims. Und dafür können wir so einiges tun. Mit Betonung auf ‚können’ – nicht ‚müssen’. Denn was viele gar nicht wissen: Nur circa 20 % der sogenannten Zivilisationserkrankungen sind genetisch bedingt, der Rest ist quasi selfmade und entsteht durch unseren Lebensstil. Und bevor jetzt jemand wieder Angst bekommt und lieber die BILDZeitung liest statt Karlinders Kolumne: Hier kommt jetzt keine Panikschürende Aufzählung, was für ein Horror uns erwartet, wenn wir sonntags ein Stück Käsekuchen essen. Denn wer mich kennt, kann auch meinen Lieblingssatz auswendig: „Die Dosis macht das Gift“. Also rein mit dem Kuchen – und dann ab zum Sport. Ha, ha. Aber zum Glück die Kurve zurück zum Sport bekommen.

Für viele fängt Sport, bzw. ‚Lieber-kein-Sport’ ja schon vor dem Fahrstuhl an. Das habe ich in meiner Zeit in einem großen Verlag gemerkt. Es gab ein Treppenhaus in die einzelnen Redaktionen des achtstöckigen Verlagshauses – und zwei Fahrstühle. Und wo standen die pummeligen Redakteurinnen vorzugsweise an? Nicht vor dem Treppenhaus, kann ich Ihnen verraten. Sondern vor den zwei Fahrstühlen. Aber klar: Immerhin sind sie ja schon vom geparkten Auto zum Verlag zu Fuß gegangen – und den Knopf der richtigen Etage zu drücken verbrennt ja auch immerhin schon zwei, nein Moment: drei Kalorien. Die einzigen, die damals das Treppenhaus gewählt haben, waren wir Gesundheitsfanatiker aus der Medizinredaktion – und unser 80jähriger (!) Verlagsleiter, der JEDEN Tag die Treppen in den 8. Stock genommen hat. Dann versteht man auch, warum er mit 80 noch arbeitet.

Keine Frage, ich habe auch keine Figur wie Heidi Klum & Co – sollte das jemand von Ihnen vielleicht gerade gedacht haben. Oder wie ein lustiger Zuschauer, natürlich ein Berliner, neulich charmant über die Straße brüllte: „Du hast ja gar nicht so dicke Beene wie et im Fernseher immer aussieht!“ Herrlich. Soll heißen: Ich weiß, wie schwierig es ist, sich aufzuraffen, wenn man nach getaner Arbeit erst mal auf dem Sofa sitzt und lieber die Tagesschau anmachen würde, anstatt die Sportschuhe anzuziehen. Deshalb fahren ja übrigens viele gleich von der Arbeit zum Fitnesstudio – was natürlich schon mal sehr löblich ist. Allerdings muss ich immer lachen, wenn ich die Großstadtmenschen in ihren SUVs (das sind diese neuen, modernen Geländewagen) auf den Parkplatz meiner Muckibude fahren sehe. Direkt vor die Tür, ächzend die Sporttasche ins Studio schleppend. Aber egal: Hauptsache wir tun was. Denn bewiesen ist: Wer sich nicht bewegt (und damit meine ich keinen Hochleistungssport, sondern einfach nur in Bewegung sein), wird krank. Und dick.

 

__________________________________

Du interessierst dich für weitere Tipps von unserer Expertin Charlotte Karlinder? Hier haben wir Alltagstricks für dich, wie du mit mehr Energie durch das Leben gehen kannst.

Hör gleich rein!

 

__________________________________

 

Die Rechnung geht auf: So nehmen wir wirklich ab

Neulich las ich die schöne Headline in einem Artikel: „Sitzen ist das neue Rauchen!“ Ist zwar etwas plakativ, aber im Grunde stimmt es. Denn während die Frauenwelt sich weiterhin die Köpfe heißredet darüber, welche Diät nun am ehesten an den Hüften nagt, und ob Intervall-Fasten (einen Großteil des Tages nichts essen) besser funktioniert als Low Carb (wenig Kohlenhydrate) ist eins klar: Nur wenn wir pro Tag mehr Kalorien verbrennen als wir aufnehmen, nehmen wir ab. Wollen wir unser Gewicht, und somit unsere Gesundheit, wenigstens dauerhaft halten, hilft nur eins: Zumindest nicht mehr Kalorien reinschaufeln, als das Bewegungskonzept es zulässt. Ist ja eigentlich eine total einfache Rechnung. Und warum wir uns dafür bewegen sollten, auch. Der Körper braucht ja Energie, um den Alltag zu bewältigen – und die nimmt er sich erst mal aus der aufgenommenen Nahrung.

Aber apropos Alltag: Zurück zum Tagesablauf im Verlag – denn viele von uns arbeiten ja nun mal in einem Angestelltenverhältnis, was es vermeintlich schwierig macht, Zeit für Sport zu finden. Haben wir dann noch Kinder, liegt uns erst recht die ein oder andere Ausrede schnell auf der Zunge, warum wir es nicht schaffen. Abends müssen die Kleinen versorgt, die Hausaufgaben kontrolliert und der Haushalt erledigt werden – und um 22 Uhr will schließlich auch keiner mehr vor die Tür. Ich hätte hunderte von Gründen parat gehabt warum ich keine Zeit für Sport habe. Aber da ich ja ich ja weiß, dass ich wie gesagt nur mit täglicher Bewegung gesund bleibe – und zudem sehr am Leben hänge – musste dann eben eine Alternative her. Also bin ich anstatt mittags zum hippen Food-Truck oder zum Vietnamesen (gerade sehr en vogue!): LAUFEN gegangen. Schön gemütlich, 'ne halbe Stunde jeden Mittag – und habe dann noch was gegessen. Aber eben nicht die volle Ladung, weil dafür eh keine Zeit mehr war, wenn man in einem Betrieb mit Stechuhr arbeitet. Hat übrigens auch den Vorteil, dass die sogenannte „Fress-Narkose“ (die berühmte Müdigkeit nach der Mittagspause) nicht so extrem ausfällt. Und tatsächlich empfiehlt die WHO (World Health Organization, zu dt.: Weltgesundheitsorganisation) 150 Minuten Bewegung pro Woche – egal was oder wie. Das kam also auch noch genau hin. Ach so, und ich kann Ihre Gedanken lesen: Nein, man muss nicht sofort nach dem Sport duschen – der etwas strenge Geruch entwickelt sich erst Stunden nach dem Sport, wenn sich die Bakterien vermehrt haben. Bis dahin war schon längst Feierabend und ich geduscht auf dem Sofa!

Mittlerweile bin ich wieder selbständig und laufe direkt morgens, nachdem ich die Kinder zur Schule gebracht habe, 30 Minuten. Dann sitz ich pünktlich um 9 Uhr am Schreibtisch – und hab’ den Sport schon erledigt. Ein herrliches Gefühl. Sie können ja erst mal mit zwei Mal 30 Minuten starten. Und dann langsam steigern. Wussten Sie eigentlich, dass der Körper Aktivitäten jeglicher Art nach circa drei Monaten so abspeichert, dass wir gar nicht mehr darüber nachdenken, ob wir es tun? Dann ist es nämlich, wie Zähneputzen, in Fleisch und Blut über gegangen – und zur Gewohnheit geworden.

 

Und noch was: Da wir evidenzbasiert (studienbasiert) wissen, dass wir Kindern Dinge vorleben müssen, damit sie es übernehmen, anstatt ihnen zu sagen, was sie tun sollen, habe ich ihnen von Anfang an vor oder nach dem Sport laut gesagt, wie sehr ich mich freue, etwas für meinen Körper und meine Gesundheit zu tun. Mit Erfolg: Meine Tochter hat sich neulich gefreut, dass wir den Bus verpasst haben – weil: „War ja viel besser für unseren Körper zu laufen, als im Bus zu stehen, Mama! Machen wir nächstes Mal gleich so.“ YAY! Oder mein Sohn, der stolz zu mir kam und sagte: „Mama, ich habe gerade ‚ne Stunde WII gespielt – das war total anstregengend!“ Ääääh....Aber: Ich weiß, dass viele diesen Dingen skeptisch gegenüberstehen – aber in der Tat ist Technik nicht nur Fluch, sondern in diesem Fall eine Möglichkeit, auch die letzten Nerds vom Tabletspielen auf dem Sofa runterzubekommen. Und das macht IMMER Sinn.

Also: Setzen Sie Ihren Körper auf Nummer 1! Ich wünsche Ihnen einen Sommer voller Käsekuchen – und Treppenhäuser! Und besuchen Sie mich gerne für noch mehr Gesundheit zu Hause hier – www.charlotte-karlinder.de

Ihre Charlotte Karlinder

 

©Reinhard Hunger

Mehr für dich