Karlinders Kolumne: Joggen für Anfänger

Work-Life-Balance

Laufen ist nicht euer Ding? Habe ich schon seeeeehr oft gehört den Satz (vor allem von Menschen, die danach vom Joggen nicht mehr genug bekommen können!). Zu anstrengend, zu langweilig, zu schlechtes Wetter. Verstehe ich ja auch: Wer bisher nichts damit zu tun hatte, findet es zunächst befremdlich, ohne Ziel quer durch die Stadt zu laufen. Landbewohner können es sich häufig schon eher vorstellen. Aber Fakt ist nun mal: Laufen ist eine der wenigen Bewegungsarten, bei der wir nichts brauchen – außer uns selbst und ein paar Sneaker, also Sportschuhe. Ich meine, das ist doch fantastisch, keine Geräte, keine teuren Fitnesstudiogebühren und wir sehen dabei auch neue Dinge, weil jeder Lauf auch noch eine kleine Entdeckungstour ist – allein deshalb sollte es jeder wenigstens ein paar Mal probieren.

Am Anfang ist es hart, aber Laufen macht auf Dauer einfach glücklich!
Charlotte Karlinder

Aller Anfang ist schwer

Wer meine Berichte verfolgt, weiß: Ich laufe fast jeden Tag. Und zwar immer um 9 Uhr, in gemütlichem Tempo, mit Musik auf den Ohren (außer eine Freundin ist dabei) und nie länger als 30 Minuten. Einzige Ausnahmen: Zu heiß (Gefahr für den Kreislauf!), zu kalt (unter 10 Grad ist Joggen für meine nicht daran adaptierte Lungen unangenehm), zu regnerisch (ich gestehe hiermit: Ich hasse es, nass zu werden), wenn ich einen Infekt habe (Komplikationsgefahr, wie z.B. Herzmuskelentzündung!) oder wenn Hollywood anruft – was bisher seltsamerweise nicht passiert ist. Da ich durch meinen Job viel unterwegs bin, hat der traditionelle Morgenrun (lieber morgens laufen, dann hat man es weg!) den Vorteil, dass ich auch gleich die Umgebung erkunden kann. Mittlerweile habe ich ein paar Laufschuhe, die auch alltagstauglich sind und ich auf der Reise anziehe, damit ich täglich laufen kann ohne gleich drei Paar Schuhe mitschleppen zu müssen.

Am Anfang ist es hart. Der Körper fühlt sich träge an, die Schritte schwer – und die rote Birne danach ist auch nicht gerade attraktiv. Aber nach ein paar Wochen werdet ihr feststellen: Ihr seid immer fitter, der Lauf geht euch immer leichter von der Hand – und ihr freut euch auf den nächsten Tag, wenn ihr wieder die Laufschuhe anziehen könnt. Weil Laufen glücklich macht. Wissenschaftler wissen zwar nicht ganz genau warum. Eine Theorie ist: Durch das Laufen werden Glückshormone freigesetzt, die Laune wird schlagartig besser. Unter anderem soll eine erhöhte Serotonin-Produktion für das Glücksgefühl nach dem Sport verantwortlich sein. Aber ganz ehrlich: Warum es gesund, glücklich und entspannt macht, ist ja eigentlich auch egal - Hauptsache ihr fühlt es. Ich habe euch meine Top 10-Tipps für euer neues Leben in Bewegung zusammengefasst:

 

10 Tipps zum Durchstarten

1. Erst mal zu Stadium (oder in einen anderen Sportladen des Vertrauens) gehen und ein schönes Laufoutfit kaufen – wenn man beim Laufen gut aussieht, zieht man die Klamotte viiiiel lieber an und läuft los. Tipp nebenbei: Diese engen schwarzen Joggingleggings sind auch super im Alltag zu tragen und schummeln circa 5 Kilo weg. Top!

2. Wichtig ist nur eins: Bewegen: Denn unser Körper zieht die Energie zuerst aus den verzehrten Lebensmitteln, also zum Beispiel den Kohlehydraten. Wenn wir also laufen, verbrennt der Körper die gegessenen Lebensmittel und sie landen nicht auf unserer Hüfte.

3. Mit einer kleinen Einheit anfangen – es muss leicht sein: Zum Beispiel zwei Mal 15-20 Minuten pro Woche in langsamen Tempo. Erst wenn das locker von der Hand bzw vom Fuß = ) geht, steigern auf zwei Mal 30 Minuten. Nach drei Monaten dann auf drei bis vier Mal 30 Minuten steigern. Wer lieber zwei Mal eine Stunde läuft, kann das natürlich auch tun – da hat jeder andere Vorlieben.

4. Wer zum Beispiel merkt, dass laufen nicht sein Ding ist (aber unbedingt erst mal einen Monat probieren – ich habe Freunde, die partout nicht wollten und es jetzt lieben – LAUFEN und FIT SEIN macht nämlich süchtig = ) kann etwas anderes ausprobieren: Walken, Tennis, Fitnesstudio, Volleyball, Klettern, Bouldern – die Liste der Möglichkeiten ist endlos. Einfach mal googlen, was es in der Nähe so gibt und ausprobieren, bis das Rictige da ist. Und dann gibt es kein Halten mehr.

5. Einen sogenannten ‚Habit’ (Gewohnheit) aus den Sporteinheiten machen: Wenn wir etwas regelmäßig tun, hat unser Gehirn sich nach circa 3-6 Wochen darauf eingestellt und es zum Habit (Gewohnheit) gemacht. Dann denken wir nicht mehr darüber nach, ob wir laufen gehen oder nicht – so wie beim Zähneputzen. Wichtig beim Habit ist die Regel: Ein Mal können wir eine Gewohnheit mal aussetzen aufgrund von Zeitmangel o.ä. – aber: NEVER MISS A HABIT TWICE!

 

Focus on health, not on weight
Charlotte Karlinder

6. Vor dem Sport ein 0,3 Glas Wasser trinken. Wenn wir dehydriert sind, fühlen wir uns schlapp und schwach – das Wasser vorweg füllt die Flüssigkeitsspeicher auf und es läuft sich leichter.

7. Eine Freundin, Freund oder Partner finden, mit dem ihr es zusammen macht ist viel spaßiger – und man lässt es dann nicht so leicht ausfallen.

8. Eine spezielle Playlist erstellen mit den Lieblingsliedern erstellen und damit laufen. Studien haben gezeigt, dass wir um 70 % motivierter sind, wenn wir mit Musik laufen. Wichtig: Auf das Tempo achten, langsame Engtanz-Liebeslieder sind ungeeignet = ).

9. Morgens laufen – dann kann der Körper den ganzen Tag auf Hochtouren weiter und man hat ein gutes Gefühl, schon etwas für seine Gesundheit getan zu haben. Und kann abends schön aufs Sofa und die Füße hochlegen = ). 

10. Focus on health, not on weight: Wenn wir anfangen, Sport zu machen, weil es gut für unsere Gesundheit ist, anstatt gestresst die Bikini-Figur vor Augen zu haben, macht es mehr Spaß – und die Figur kommt wie von Zauberhand von ganz alleine!

 

Viel Spaß beim Fitwerden – und berichtet mir bitte von euren Erfolgserlebnissen! Ihr findet mich und mein karlinderleichtes Gesundheitsmagazin unter www.charlotte-karlinder.de. Dort könnt ihr mir übrigens auch jederzeit Fragen jeglicher Natur stellen. Ich wünsche euch eine gesunde Woche, Charlotte Karlinder

 

©Reinhard Hunger

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