Karlinders Kolumne: Hautsache gesund

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Charlotte Karlinder Hautsache gesund

„Ok, dann kann ich mich ja jetzt endlich auf die faule Haut legen, damit ich morgen nicht zu dünnhäutig bin und mit einer schönen Pfirsichhaut aufwache.“ Diese humorigen Zeilen schrieb mir meine Kollegin kürzlich nach der fertiggestellten Ausgabe meines Online-Gesundheitsmagazins zum Thema HAUT. „Dein Sprachwitz „haut“ mich förmlich um! NA dann: Gute Nacht!“, antwortete ich. Ok, meine Reaktion hatte zwar inhaltlich nichts mit Haut zu tun – aber mal im Ernst: Um keine anderes Organ der Menschheit ranken sich so viele Redewendungen wie um unsere Haut. Denn weiter geht’s: Aus der Haut fahren, sich in seiner Haut wohl fühlen, hautnah erleben, die eigene Haut retten, mit heiler Haut davonkommen....und was da noch alles so im Namen unserer Haut gesagt wird. Zu recht übrigens, schließlich hätten wir ohne diese Hülle extrem schlechte Karten: Sie schützt uns vor Wasserverlust, Stößen und fiesen Keimen, reguliert die Temperatur, hält uns elastisch und schmückt uns (im Idealfall) mit einem ebenmäßigen Teint – genau, eben dieser Pfirsichhaut meiner Kollegin (ja, da spricht der Neid – aber dafür habe ich wenigstens ein paar lustige Sommersprossen von Mutter Natur abbekommen).

Was aber, wenn unsere Haut irgendwann einfach streikt? Und dann auch noch im Gesicht? Denn da schauen die meisten Menschen nun mal in der Regel zuerst hin (ja, ich weiß: einige Männer machen für andere Körperteile manchmal die ein oder andere Ausnahme). Deshalb ist der Leidensdruck für viele besonders groß, wenn in dieser Region etwas nicht stimmt. Ich weiß, wovon ich rede: Bei einem Wasserskiunfall habe ich mir mal einen Schneidezahn ausgeschlagen und die Lippe aufgeschlitzt, so dass sie genäht werden musste. Sie glauben nicht, wie ich wochenlang angestarrt wurde. Ich habe mich gefühlt wie eine Mischung aus Shrek und einer haarigen Vogelspinne, was die Reaktionen anbelangte.

 

Wie Hautprobleme unser Leben beeinträchtigen

In der Teeniezeit sind Hautprobleme bei vielen natürlich normal. Und auch da kann ich leider mitreden. Ich hatte mit 14 so viele Pickel – das geht auf keine Kuhhaut (Ha! Schon wieder passt eine schöne Redewendung). Schlimm war diese Zeit. Ich hatte zum Glück zwar nicht diese wuchtigen roten Riesenböbbel, die nach Abebben der Entzündung auch noch bleibende Krater verursachen. Dafür aber diese kleinen, roten Pickelchen – übers ganze Gesicht verstreut! Wegschminken unmöglich. Streuselkuchen sagt die Schulkameraden – netterweise – dann gerne auf dem Schulhof dazu. Aber das härtet ab. Damals habe ich zwar kein einziges Date abbekommen, während meine Freundinnen ein Rendezvous nach dem anderen hatten. Aber dafür später umso mehr = ). Ich habe quasi ab dem 18ten Lebensjahr zurückgedatet – ha! Aber schön war es damals nicht. Irgendwann habe ich dann tatsächlich die Antibabypille gegen die Pickel verordnet bekommen und – zack! – waren die Pusteln alle auf einen Schlag weg.

Falsche Ernährung, zu wenig Schlaf, Sonne – wenn die Belastung der Haut zu groß wird, bedeutet das für sie Stress und sie gerät aus der Balance.
Charlotte Karlinder

Schlimm ist es aber auch, wenn so etwas im Erwachsenenalter auftritt. Das trägt dann den schönen Namen: Spätakne. Und diese Form ist übrigens gar nicht so selten. Denn ebenso wie kein anderes Organ so viele Sprichwörter hervorgebracht hat, zeigen sich auch Stress und Hormone nirgends so stark wie in unserem Hautbild. „Ich hab’ auf einmal totalen Pickelalarm – mit 40!“ beschwerte sich meine Freundin Sara kürzlich. Und machte SOFORT einen Termin beim Hautarzt ihres Vertrauens. Der bekam die hormonelle Achterbahnfahrt per Tablettenkur zum Glück ziemlich schnell in den Griff. Denn schön ist es natürlich nicht, wenn man sich mit 40 wieder in der Anti-Pickel-Abteilung der örtlichen Drogerie wiederfindet.

 

Wenn unsere Haut nicht in Balance ist

Aber auch andere Gründe machen unserer Haut das Leben schwer: Falsche Ernährung, zu wenig Schlaf, Sonne – wenn die Belastung der Haut zu groß wird, bedeutet das für sie Stress und sie gerät aus der Balance, die Symptome folgen auf dem Fuße. Und dann ist das Gejammer groß – und das Gerenne zum Arzt geht los. Was ja häufig auch sinnvoll ist. Allerdings muss man noch nicht mal Arzt sein, um konsultiert zu werden. Es reicht vollkommen, habe ich am eigenen Leib erfahren, sich als Gesundheitsexpertin auf einer Party zu befinden. „Charlotte, Du machst doch auch was mit Gesundheit – vielleicht kannst Du mal rasch gucken, ich hab da was ganz Komisches – vielleicht weißt Du ja, was das ist...Und ehe man sich versieht, geschweige denn antworten konnte, dass da doch lieber ein Arzt draufschauen sollte, wird einem der eingewachsene Zehennagel (durch falsches Schneiden der Fußnägel) , sich pellende Füße (Fußpilz!), der rote, eitrig anmutende Ausschlag (zum Beispiel Molusken = Dellwarzen!) oder der auffällige Leberfleck (in der Regel zum Glück KEIN malignes Melanom (= schwarzer Hautkrebs) unter die Nase gehalten. Mit letzterem ist übrigens nicht zu spaßen: Wer schon lange nicht mehr bei der Leberfleck-Kontrolle war, bitte unbedingt gleich morgen einen Termin vereinbaren – es ist einer der wenigen Krebsarten, die wenig Chancen auf Heilung haben, wenn man ihm erst mal die Tür unter die Haut aufgemacht hat.

Ein Freund von mir leidet unter Rosazea, eine Krankheit, die völlig zu Unrecht unter „Säufernase“ läuft. Mit Alkohol hat sie nämlich genauso wenig zu tun wie Läuse mit mangelnder Hygiene. Vielmehr ist es eine entzündliche Hauterkrankung, bei der sich die feinen Äderchen der Haut weiten, dadurch ist sie gerötet und die Knötchen entwickeln sich bei vielen im Verlauf zu einer richtig knotigen Verdickung der ganzen Nase – inklusive einem hohen Leidensdruck, da es optisch nicht nur aus dem Schönheitsideal fällt, sondern den Betroffenen auch noch nachgesagt wird, Alkoholiker zu sein. Deshalb ist es mir an dieser Stelle wichtig, für diese Patienten, häufiger sind übrigens Männer betroffen, eine Lanze zu brechen. Etwas, das Frauen häufiger (zum Beispiel nach Schwangerschaften) aber generell beide Geschlechter plagt, sind ja die guten, alten Hämorrhoiden. Meist ist vorher eine angeborene Bindegewebsschwäche vorhanden und starkes Pressen beim Toilettengang unterstützt die krankhafte Vergrößerung dieser Schwellkörper in der Darmschleimhaut (also bitte bereits Kindern sagen, dass sie das unterlassen sollen – wissen viele Eltern nicht!). Eine wirklich unangenehme juckende, brennende und manchmal nässende Sache, die man ungerne neben den wartenden Kunden in der Schlange dem Apotheker oder Arzt erzählt. Außer eine meiner schmerzfreien (wie man im übertragenen Sinne ja so schön sagt) Freundinnen, die kürzlich beim Dinner in die Runde plauderte:“ Oh nein, für mich bitte keinen Rotwein – davon bekomme ich immer wieder diese schlimmen Hämorrhoiden.“ Herrlich! Fand ich aber eigentlich gut – immer dieses Getue um die Wehwehchen in bestimmten Körperregionen. Denn glauben Sie mir: Wenn nicht so viele Menschen unter Hämorrhoiden und Herpesviren leiden würden, gäbe es für die Salben dagegen bestimmt keine Werbespots im TV.

 

Geheimwaffe gegen Herpes: Zink

Ok, wenn Sie bis hierhin gelesen haben: Respekt! Und ich erspare Ihnen jetzt weitere blumige Exkurse darüber, was unsere Haut noch alles so ereilen kann. Aber einen Tipp möchte ich zum Schluss apropos Herpes noch loswerden: Viele Leser schreiben mir, sie würden so häufig darunter leiden, daher meine absolute Geheimwaffe, die ich nicht oft genug erwähnen kann und das Feedback besteht durch die Bank weg aus bestätigenden Dankesemails : Nehmen Sie Zink, und zwar am besten Curazink aus der Apotheke – vorbeugend immer mal wieder eine mehrwöchige Kur einlegen und die nervigen Lippen-Bläschen gehören der Vergangenheit an. Also, weiterhin einen schönen Sommer mit viel Rotwein und schönen Lippen.

Denken Sie bitte immer daran: HAUTsache gesund! Charlotte Karlinder

 

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