Johannes Lauterbach: Entschleunigen im Büro

Work-Life-Balance
Entschleunigung im Büro zur Entspannung

Mit Entschleunigung gegen den Bürostress

Viel zu selten gönnen wir uns eine Pause. Selbst die Freizeit wird nicht als freie Zeit wahrgenommen, sondern als Zeit, in der man all die Dinge erledigen muss, für die man sonst keine Zeit hat. Freude, Humor und Spaß am Leben bleiben da schnell auf der Strecke. 

Wer allerdings meint, den Stress erst nach der Arbeit, am Wochenende oder in den Ferien abbauen zu können, zapft ständig die eigenen Leistungsreserven an. Körper und Geist können auf Dauer nur Höchstleistungen bringen, wenn wir uns regelmäßige Pausen gönnen – gerade auch während der Arbeitszeit. Denn nur im Ruhezustand können wir regenerieren.

Regelmäßige Entspannungspausen rechnen sich. Schon nach kurzer Zeit fühlen Sie sich  esser, sind fit und leistungsfähig. Sie treten Konflikten gelassener gegenüber, können Ihr Potenzial besser ausschöpfen und haben mehr Freude am Leben.

 

Übung 1: Tempowechsel (Dauer: 5 bis 30 Sekunden)

Auch wenn wir bei der Bildschirmarbeit viel sitzen, stehen wir doch immer mal wieder auf. Wir gehen beispielsweise zur Kaffeemaschine, zum Kopierer, auf die Toilette oder in ein Meeting. Kurze Wege für einen kleinen mentalen Tempowechsel.

So geht’s: Konzentrieren dich beim Gehen ganz bewusst auf deine Füße. Du beobachtest, wie du deine Füße hebst und aufsetzt, und spürst den Boden unter deinen Füßen. Du gönnst dir eine kurze Auszeit und denkst nicht an die nächste Mail, die du noch schreiben musst. Diese Mini-Gehmeditationen kannst du in deinem normalen Gehtempo machen, so dass deine Kollegen davon nichts mitbekommen.

 

 

Nach dieser Übung bist du noch konzentrierter und aufmerksamer.
Johannes Lauterbach

Übung 2: Bodyscan im Meeting (Dauer: 5 Sekunden bis 1 Minute)

Selbst ein Meeting kannst du nutzen, um etwas für deine Gesundheit zu tun.

So geht’s: Nimm dich bewusst wahr und checke deinen Körper kurz durch: Du beachtest deine Füße und Hände. Wie ist deine Haltung? Wo berührst du den Stuhl, die Lehne, die Sitzfläche? Hast du irgendwo leichte Schmerzen, drückt irgendetwas? Vielleicht bemerkst du bei dieser kleinen, unauffälligen Übung Dinge, die dir vorher nicht recht bewusst waren. Möglicherweise stellst du fest, dass du ziemlich unbequem auf deinem Stuhl sitzt – dann ändere das. Nach dieser kurzen Justierung der eigenen Person bist du noch konzentrierter und aufmerksamer.

 

Übung 3: Im Fahrstuhl (Dauer: 10 bis 30 Sekunden)

Wir sind mit fremden Menschen oder Kollegen auf engstem Raum zusammengezwängt. Betretenes Schweigen, hilflose Blicke gehen auf den Boden oder an die Decke. Oh ja, eine Fahrstuhlfahrt kann eine Herausforderung sein – ist aber gleichzeitig auch eine gute Möglichkeit für eine kurze Entspannungsübung.

So geht’s: Lege deine Zungenspitze unauffällig an den Übergang zwischen Zahnfleisch und den oberen Vorderzähnen und lassen sie dort ruhen. Atme durch die Nase ruhig ein und aus und konzentriere dich nur auf deine Zungenspitze. Achte genau darauf, was du an dieser Stelle spürst. Wie weich ist das Zahnfleisch? Wie glatt sind die Zähne? Spürst du auch bewusst in deine Zungenspitze hinein.

Hintergrund: Konzentrieren wir uns auf etwas, schaffen wir Augenblicke der Ruhe und Entspannung. Anstrengende Gedanken oder Sorgen können uns nicht erreichen und beunruhigen.

 

 

Übung 4: In stressigen Situationen (Dauer: 30 Sekunden bis 2 Minuten)

Diese wirkungsvolle Übung stammt aus der Kinesiologie. In Stresssituationen verhindert sie den Rückfall in alte, anstrengende Verhaltensmuster.

So geht’s: Lege bei geöffneten Augen eine Hand auf die Stirn und decke damit die beiden Stirnbeinhöcker über den Augenbrauen ab. Die andere Hand legst du in Augenhöhe auf den Hinterkopf. Achte darauf, dass du während der Übung tief und ruhig atmest. Du kannst dich beispielsweise auf das Heben und Senken der Bauchdecke konzentrieren.

Hintergrund: Durch das Halten der Stirn aktivieren wir unser gegenwärtiges Denken und schalten Kampf- bzw. Fluchtmechanismen aus. Durch das Halten des Hinterkopfes stimulieren wir die Augenpunkte und sehen vor unserem geistigen Auge die Situation klarer.

 

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