Gelassenheit to go: Denk noch mal nach!

Work-Life-Balance

Übungen, die den Geist beruhigen

Die Buddhisten nennen unseren ruhelosen Verstand »monkey mind« und sehen in ihm das größte Hindernis auf dem Weg zum inneren Frieden. Einerseits kann er die Quelle für Wohlbefinden und Lebensqualität sein, andererseits aber auch einen Hemmschuh für mehr innere Ruhe darstellen. Der Verstand kann schwierige Situationen schwieriger machen. Und gerne macht er Stress noch stressiger und aus einer Mücke einen Elefanten.

 

Erkenne die Affen in deinem Kopf

Unser Geist ist so raffiniert, dass wir die meiste Zeit gar nicht merken, dass er für unsere Schwierigkeiten verantwortlich ist und nicht die äußeren Umstände. Hier ein Beispiel, das demonstriert, wie verschiedene Gedanken zu verschiedenen Gefühlen führen können.

Die Ausgangssituation: John ist eine halbe Stunde zu spät, steht im Stau und meldet sich nicht. Susan ist zu Hause und wartet. Wie sie sich fühlt, hängt von ihren Gedanken ab.

Susans Gedanke Nr. 1: Oh, sehr gut. Wenn John später kommt, kann ich die Show im Fernsehen zu Ende schauen. Ich kann diese gewonnene Zeit für mich nutzen. 
Gefühle, die aus diesem Gedanken entstehen: Dankbarkeit, Erleichterung.

Susans Gedanke Nr. 2: O je. Warum ist John noch nicht zu Hause? Warum hat er noch nicht angerufen? Vielleicht hatte er einen Unfall? Oh, mein Gott! Was soll ich nur machen?
Gefühle, die aus diesem Gedanken entstehen: Angst, Aufregung, Unruhe.

Susans Gedanke Nr. 3: Wo zum Teufel steckt John? Das ist doch verdächtig, dass er noch nicht angerufen hat. Ist er immer noch im Büro? Vielleicht hat er eine Affäre. Ich könnte ihn umbringen! 
Gefühle, die aus diesem Gedanken entstehen: Wut, Enttäuschung.

 

Siehst du, wie hinterhältig der »monkey mind« ist? Im Allgemeinen hört der Geist nie auf, »herumzugeistern«.

Aber die gute Nachricht: Du musst nicht allen Gedanken Beachtung schenken. Hätte Susan ihre Gedanken einfach nur beobachtet und erkannt, dass sie kommen und gehen, dann hätte sie sich nicht darin verstrickt. Dann hätte sie vielleicht einfach den Telefonhörer in die Hand genommen, um zu hören, was tatsächlich mit John los war. 

Kennst auch du solche Situationen?! Dann mach die folgenden Übungen so häufig wie möglich. Sie unterstützen dich darin, dass dir dein eigener Verstand nicht mehr auf der Nase herumspringt, sondern dir hilft. 

 

Mach deinen Verstand zu deinem Werkzeug 

Impuls:

Die momentanen Umstände überfordern oder verängstigen dich.

Methode:

Schließ die Augen, atme tief ein und frag dich: »Wird das in einem Jahr noch eine Rolle für mich spielen? In fünf Jahren? In fünfzig Jahren?« Stell dir mit jedem Zeitsprung vor, wie du in der Zukunft auf die Situation zurückblicken wirst, die gerade hinter dir liegt.

Wenn du wissen möchtest, was genau damit gemeint ist, dann unternimm einen Besuch auf einem Friedhof. Der Friedhof ist ein ruhiger, würdiger Ort. Aber es gibt dort noch etwas anderes, das uns guttut: den Frieden mit denen zu teilen, die die Ängste des Lebens schon hinter sich gelassen haben. »Entspann dich!«, scheinen sie zu flüstern. »Genieß die kleinen Freuden des Lebens!«

Sich mit dem Tod anzufreunden kann zu bemerkenswerten Einsichten führen. Auf dem Friedhof liegen Menschen wie Burt und Ida, die im Abstand von 15 Jahren gestorben sind, 1891 und 1876. Oder Martha, die während ihres 66 Jahre währenden Lebens drei Kinder begraben musste. Oder Samuel, der im Jahr 1850 im zarten Alter von acht gestorben ist.
Dort gibt es Dutzende von Babys, Geschwistern und Eheleuten, die ihr Leben gelebt haben, ihre Toten betrauerten und an ihren Schwierigkeiten fast verzweifelt sind. Sie haben die Höhen genossen und die Tiefen durchlitten, und jetzt ist ihr Leben vorüber. 

Und du? Wirst du dich in fünf Jahren noch an die Rechnung für das Kabelfernsehen erinnern? Oder wird dich der kurze Streit mit deiner Schwester noch beschäftigen?
Mach eine geistige Zeitreise, gib dir die Chance, verstehen zu können, dass sich die meisten Situationen auf die eine oder andere Weise von selbst lösen. Jede Situation geht irgendwann vorbei. Gibt es tatsächlich eine aktuelle Situation, die es wert ist, dafür den inneren Frieden aufzugeben? Tu, was zu tun ist, und vergiss dabei nicht, dass eines Tages all das Vergangenheit sein wird.

Zweck:

Eine größere Achtsamkeit für die alltäglichen Momente zu entwickeln, eröffnet Perspektiven für ein Leben mit weniger Stress. Sich vorzustellen, wie du in der Zukunft darüber denken wirst, gibt dir den nötigen Weitblick für deine jetzigen Lebensumstände. Mit etwas Distanz kannst du tiefer atmen, loslassen, dich entspannen und das Leben fließen lassen.

 

Wenn du dir deiner eigenen Gedanken bewusster wirst, verbessert sich deine Fähigkeit, deinen Geist und seine Denkmuster zu verstehen und zu ändern.
Redaktion

Mach deine Gedanken sichtbar

Impuls:

Deine Gedanken fahren Karussell.

Methode:

Nimm Papier und Stift zur Hand, halt etwa drei Minuten inne und notier danach, was dir in den Kopf kommt.
 

Teil 1: Notier jeden Gedanken. Zum Beispiel: Das ist eine dämliche Übung. Ich weiß nicht, was ich schreiben soll. Oh, was gibt’s eigentlich zum Abendessen? Ich weiß gar nicht, wer Bobby vom Training abholt. Ich werde noch wahnsinnig – wie soll ich das alles schaffen?

Teil 2: Lies dir deine Notizen noch mal durch und nimm dabei die Beobachterperspektive ein. Zum Beispiel: »O je, das klingt wirklich sehr gestresst. Man merkt, wie sie sich selbst verrückt macht.«

Diese Übung ist ideal, um dich selbst zu beobachten und dich ein wenig davon zu distanzieren. Das macht frei: Oh, da ist ja wieder mein nervöser Geist, der sich darüber Sorgen macht, was mein Chef wohl denken könnte. Oder: Ja, da sind wieder meine Ängste, die mich daran hindern, an Veranstaltungen mit vielen Leuten teilzunehmen. Oder: Da sind sie wieder, die alten Denkmuster, die Angst, nicht genug Geld zu verdienen. 
Wenn du nicht allen Gedanken Glauben schenkst, die dir durch den Kopf gehen, sondern sie beobachtest, benennst, über sie lachst und sie dann wieder ziehen lässt, wirst du freier. Du erkennst, was sie sind: nur Gedanken, die nicht zwangsläufig die Realität sind.

Zweck:

Wenn du deine Gedanken zu Papier bringst, kannst du sie objektiver betrachten. Du löst dich dadurch von negativen Denkmustern und verringerst den Stress. Du beginnst, Strukturen und sich ständig wiederholende Gedanken zu erkennen, die wenig hilfreich für dich sind.

 

Fazit: Wenn du dir deiner eigenen Gedanken bewusster wirst, verbessert sich deine Fähigkeit, deinen Geist und seine Denkmuster zu verstehen und zu ändern. Dieser Abstand wird dich auch darin unterstützen, nicht nur dein Denken, sondern auch dein Verhalten nachhaltig zu verändern. Dadurch findest du mehr inneren Frieden. 

 

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