Fit und fröhlich: Selbstversuch Fitnesswoche

Work-Life-Balance
Fit und fröhlich dank regelmäßigem Sport.

Tschüss, Sofa - hallo Sport

Dass Sport die Gesundheit maßgeblich fördert und speziell einen den Körper und Geist entlastenden Ausgleich zum Büroleben darstellt, ist auch für mich kein Geheimnis mehr. 
Und trotzdem erwische ich mich immer wieder selbst dabei, wie ich den Feierabend anstatt mit einem Ausdauerlauf viel lieber mit einer Tüte Chips auf dem Sofa einleite. 
Doch damit sollte jetzt Schluss sein – sagte ich mir zumindest vor drei Monaten – ich möchte fit werden und vor allem gesund leben.

 

Ab sofort lebe ich gesund!

Voller Motivation stürze ich mich zu Beginn des Selbstversuchs direkt in mein erstes YouTube-Workout.  20 Minuten sollten kein Problem sein, schließlich bin ich gar nicht so unsportlich – dachte ich zumindest. 12 Minuten später jedoch finde ich mich in einem Zustand maßloser Erschöpfung wieder. Unfähig das Training fortzusetzen, lasse ich mich auf der Sportmatte nieder und denke nach. Wieso bin ich nur so unsportlich geworden? Und wann? Andererseits habe ich bereits 12 Minuten Sport gemacht. Das reicht doch für den Anfang, oder? Zeit fürs Sofa! Und die Chips habe ich mir jetzt verdient. 

 

Alles auf Anfang

Nach zwei klagevollen Wochen, in denen ich mir tausende Ausreden gesucht habe,  mein morgendliches Workout zu umgehen, entscheide ich alles auf Anfang zu setzen. Ich brauche jemanden, der mich an die Hand nimmt, einen Personal Trainer, der sich meiner gleitenden Arbeitszeit anpasst. Diesen finde ich nicht etwa im Fitnessstudio, sondern im Buchhandel. Das Buch „Fit und fröhlich“  von der bekannten Sportmoderatorin Annika Zimmermann soll mir dabei helfen, meine Ziele zu verschriftlichen, mir hilfreiche Übungen an die Hand geben und mich mit ausgeklügelten Fitnessplänen versorgen. 

 

Spaziergänge ins Sport-Glück

Mit dem neuen Fitnessprogramm finde ich zwar Anhaltspunkte, aber noch keine neue Motivation. Also überlege ich, wo der Ursprung meiner Trägheit liegt und finde ihn nicht etwa in der allgemeinen Abneigung gegenüber dem Sport, sondern darin, dass ich mich überhaupt zu nichts aufraffen kann. 
Die Enttäuschung über den misslungenen ersten Versuch, Sport in meinen Alltag zu integrieren, holt mich immer wieder ein. Um den Kopf frei zu bekommen, entscheide ich mich deshalb an diesem Sonntagnachmittag zu einem Spaziergang.
Mein Weg durch den Park führt mich zu einer Bank, die in eine so unglaublich ruhige Umgebung von Bäumen, Parkwiesen und einem kleinen See eingebettet ist, dass ich einfach nicht weiterlaufen kann. Ich setze mich und bewundert die Umgebung und vor allem die Stille, die mitten in der Stadt doch eher selten ist.

Als ich einige Tage später am letzten Arbeitstag vor meinem Urlaub verfrüht zu Hause bin, entscheide ich mich, erneut die Bank aufzusuchen. Obwohl mein Zug noch am selben Abend in Richtung Heimat fährt, mache ich mich kurzerhand auf den Weg. Erst am See wird mir bewusst, dass ich es in diesem Tempo nicht rechtzeitig zum Zug schaffe. Also atme ich ein letztes Mal die Stille ein und jogge – in Jeans und Bluse! – nach Hause. 
Es wäre eine Lüge zu sagen, ich hätte den Weg komplett im Lauftempo zurückgelegt, aber Fakt ist: Ich erreiche den Zug noch rechtzeitig und das trotz – oder gerade wegen? - Sport irgendwie zufrieden.

Und plötzlich platzt eine Art innerer Knoten und ich weiß, auf dieses Gefühl möchte ich nicht mehr verzichten. Und wirklich: Die Sporteinheiten werden zur Routine, der Lauf zur Bank vor einem Urlaub sowie an stressigen Tagen.

 

Die folgenden Wochen – Rückschläge und andere Erfahrungen

Ich nehme mir vor, jede Woche einmal zur Bank zu laufen. Rückschläge enttäuschen mich zwar immer wieder, aber umso größer ist die Freude, als ich zum ersten Mal den Weg durchlaufe. 
Schneller als gedacht bemerke ich, dass sich mein Körper weniger nach Chips sehnt und mehr nach Bewegung – und das, obwohl ich nur einmal die Woche Sport mache. 
Anhand von Annika Zimmermanns Buch entwickel ich einen Workout-Plan, den ich mehrmals wieder verwerfe und neu schreibe, bis ich der Meinung bin, dass er zu mir und meinem Alltag passt. Es ist interessant zu sehen, dass sich mit der Zeit Übungen herauskristallisieren, die mir und meinem Körper mehr zusprechen als andere. So habe ich am Ende weniger einen wirklichen Plan als vielmehr eine Liste von Übungen, die ich nach Belieben ausführe. 

 

Ich mache nicht viermal wöchentlich Sport - und das ist okay so. Wenn ich eins gelernt habe, dann, dass man sich zu nichts zwingen sollte.
Redaktion

Das Ergebnis – mein persönlicher Sportplan

Lebend in einer 23 m²-Wohnung, muss sich mein Sportplan nicht nur in meinen Alltag  integrieren, sondern auch in meine begrenzten Räumlichkeiten.
Ich beginne erst einmal, die Übungen aufzuschreiben, die ich ohne Sorgen in meiner Wohnung durchführen kann: Bergsteiger, Dips, Split-Kniebeugen, der Skorpion oder der Beckenlift. 
Natürlich sieht bei mir noch nichts so aus, wie auf den Fotos von Annika Zimmermann, aber durch ihre Staffelung der jeweiligen Übungen in Varianten für Frischstarter, Fortgeschrittene und Fitness-Fans kann ich ihre Workouts an mein Fitnessniveau anpassen und mich nach und nach steigern. 

Wenn ich heute ein Workout mache, liegt neben mir immer ein Spickzettel mit Übungen, die mir guttun. So kann mein Kopf nie wieder eine Sporteinheit vorzeitig für beendet erklären, nur weil ihm keine Übungen mehr einfallen. In welcher Reihenfolge ich alles durchlaufe, ist an sich nicht von Bedeutung, aber ich merke auch, dass es einfacher wird, wenn man eine hat. So kann man den Kopf ausschalten und sich vollkommen auf den Körper konzentrieren. 

 

Mein Fazit nach drei Monaten 

Nach ungefähr drei Monaten kann ich auf die Frage, ob ich jetzt jede Woche viermal Sport treibe, bewusst mit Nein antworten. Es gibt Tage, an denen ich mich einfach nicht gut fühle und an denen ich wirklich keine Zeit oder Lust habe, mich am Abend noch zehn Minuten zu bewegen. Und das ist okay so. Denn wenn ich eines gelernt habe, dann ist es, dass man sich zu nichts zwingen sollte. Ich kann getrost behaupten, dass Sport nun ein fester Bestandteil meines Lebens ist und auch, dass ich mich allgemein betrachtet deutlich besser fühle: Ich bin entspannter, habe nicht nur in Sachen Sport ein gestärktes Durchhaltevermögen und mein Körper fühlt sich einfach besser an. 

Ich bin vielleicht nicht so fit wie Annika Zimmermann, aber ich bin fitter, gesünder und glücklicher als ich es noch vor drei Monaten war. Und das ist doch schon einmal ein guter Anfang.

 

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