Annika Zimmermann: Tipps und Tricks gegen den inneren Schweinehund

Work-Life-Balance

Lache über die selbst

Es gibt Tipps, um unseren Kopf zu überlisten, wenn er sich mal querstellt. Wenn du gerade eine Phase hast, in der es eher runtergeht, dann habe ich hier ein paar Kniffe für dich. Zunächst schmunzle einmal über dich. Ja, über dich selbst. Wie oft gaukeln wir uns selbst etwas vor, warum wir ein Etappenziel / eine Aufgabe heute nicht erledigen und verschieben müssen, obwohl es in Wahrheit einfach an der notwendigen Motivation fehlt? 

Was ich dir aufzeigen will: Manchmal brauchen wir trotz Spaß an der Sache die Extraportion Motivation. Du kennst das: Es gibt Tage, an denen man nicht so recht hochkommt; als wenn einem jegliche Bewegungsfreude genommen wur­de. Umso besser ist es aber, wenn du es trotzdem schaffst! 

 

Such dir den Extra­kick, der dich auf die Beine und zum Sporteln bringt

Mach zum Beispiel auf dem Sofa liegend eine Playlist an, die du magst und die dich motiviert. Wenn du keine eigene hast, findest du im Internet oder über Streaming-Musikdienste schnell etwas: Fit mit Beat, Workout-Motivation etc. lauten die Schlagwörter. Auf die Ohren damit und am besten dabei schon umzie­hen. Den größten Schritt hast du dann schon geschafft, und die Freude nach dem Training ist an einem solchen Tag besonders groß. 

Such dir in solchen Phasen einen, der dich mitzieht: der fleißigere Arbeits­kollege oder der Trainer im Fitnessstudio, der am lautesten motiviert und trotz Anstren­gung einfach nie sein begeis­terndes Lachen verliert – was dich in dem Moment viel­leicht auf die Palme bringt, aber am Ende auch zum Erfolg.

Manche (Frauen) bekommen einen Mo­tivationsschub durch neue Klamotten. Shoppen fürs Schwitzen! Wenn das neue Top dich zum regelmäßigen Sport bringt: super! Ab ins Outlet. Motivation durch Belohnung lässt sich auch auf unzählige andere Sachen anwenden: Nach dem Workout wartet zu Hause dein Lieblingsgericht, nach dem härtesten Training der Woche gönnst du dir die letzte Folge deiner Lieblingsserie, nach deinem ersten erfolgreich absolvierten Trainingsblock löst du den Beauty-Gutschein deiner Freundin ein o. Ä.

 

Stecke deine Ziele ab

Eine weitere Abhilfe: Ziele abstecken. Setze dir Vorgaben, die auch im Bereich des Möglichen sind. Das kann eine bestimmte Kursanzahl in einem Quartal sein, eine gelaufene Kilometerdistanz pro Woche, ein bestimmtes Gewicht nach einem halben Jahr. Melde dich zu einem Wettkampf an, der dich interessiert und fordert. Tritt in Laufgruppen, Verei­ne oder andere Sport-Communities ein, wenn dich das Umfeld auf Dauer besser mitzieht. Schicke Freunden über passen­de Sport-Apps deine Workouts und ver­gleicht euch und eure Ziele. Mach dich und dein Tun transparent. Umso weniger läufst du vor dir selbst davon.

Und wenn alles zäh und schwierig bleibt oder bei dir we­der Mucke noch Belohnung noch Kon­kurrenz helfen: Gewöhnung hilft sicher­lich! Die Zeit vereinfacht dir jedes Trai­ning und jede Überwindung. Mit jedem Mal wird es einfacher, weil es alltäglicher wird. Lass kein Training aus und zieh es durch, umso schneller gewöhnst du dich daran und es ist eine ganz normale Sache wie das Zähneputzen am Morgen.

 

Neue Impulse und veränderte Routinen halten dich frisch und motiviert und hel­fen neben dem Kopf auch dem Körper.
Annika Zimmermann

Stay tuned

Und so sportelst du los, verfolgst deine Strategien und bist zufrieden mit dir und deiner Fitness. Wunderbar! Achte nur darauf, dass selbst bei diesem Optimalzustand irgendwann die Abnut­zung eintritt. Du kannst eine Passion auch zu intensiv betreiben und irgend­wann wandelt sie sich ins Gegenteil. Und »Couch-Potato« ist nicht unser Ziel. Da­mit du nicht wieder bei Punkt eins an­fangen musst, setz auf Variation und halte immer Ausschau nach neuen Her­ausforderungen. 

Du veränderst dich. Sporttrends verändern sich andauernd. Neue Impulse und veränderte Routinen halten dich frisch und motiviert und hel­fen neben dem Kopf auch dem Körper. Bei einem Training ohne neue Impulse stellt sich der Körper irgendwann darauf ein und du erzielst nicht mehr die glei­chen gewünschten Resultate.

Auch was die Tageszeit des Trainings angeht, kannst und solltest du durchaus variieren. Der richtige Mix zwischen Routine und Change ist immer hilfreich. Durch neue Einflüsse stumpft man nicht ab und hat trotzdem immer wieder eine bekannte Einheit vor sich, auf die man sich freuen und einstellen kann.

 

Das große Ganze

Es läuft trotz richtiger Trainings- und Ernährungsstrategie nicht? Mehr noch, deine Leistung wird immer schlechter und du kannst es dir einfach nicht mehr erklären? Nicht den Kopf in den Sand stecken! Manchmal liegt der Fehler nicht an einer richtigen oder falschen Strategie oder einer zu stressigen Arbeitsphase. Pack deine Spürnase aus! Und tappe nicht in die Falle, dir einfach Supplemente einzuwerfen. Dazu gibt es heutzutage ein Riesenangebot. »Besse­re Regeneration, schneller fit und schlank werden dank neuer Wunder aus dem Labor.« Glaube nicht an diese Marketing-Versprechen, sondern an dich! Manch­mal muss man einfach nur einige Schritte zurückgehen und das große Ganze an­schauen. Und dabei Geduld mitbringen, um den eigenen Körper richtig lesen zu können.

 

©Ruben Elstner

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