Susanne Seethaler: Achtsam kochen – Ein Leitfaden

Gesunde Ernährung

Achte die Lebensmittel

Achte beim Einkaufen auf gute Qualität und versuche so viel wie möglich vom jeweiligen Produkt zu verwerten. Behandle alle Lebensmittel mit Respekt und Dankbarkeit.

Ein Zenkoch verwertet immer das, was die Natur ihm gerade schenkt, und richtet seine  Mahlzeiten, soweit es ihm möglich ist, nach den Jahreszeiten aus, um die Umwelt weitestgehend zu schonen.

Bevor du zu kochen beginnst, denke immer daran, dass du FÜR jemanden kochst; du kochst FÜR deinen Körper, damit er gesund, fit und kräftig bleibt, und du kochst FÜR andere Menschen aus dem gleichen Grund.

Mache dir bewusst, dass das Essen nicht nur als Nahrung dient, sondern dass es auch die Verkörperung von Lebensfreude und Genuss ist. Eine gute und gesunde Küche zeichnet sich durch Gerichte aus, die nicht nur dem Körper guttun, sondern auch Herz und Seele befriedigen.

 

Koche mit Ruhe und Hingabe

Zeit ist die wichtigste Zutat aller Gerichte. Lass dir also beim Zubereiten der Mahlzeiten so viel Zeit wie möglich.

Segne deine Gerätschaften: In der Regel kennen wir nur das Segnen der fertigen Speisen auf dem Tisch mittels Tischgebet. Der Zenkoch aber segnet auch alle Gerätschaften, mit denen er in seiner Küche hantiert. So drückt er seine Wertschätzung und Dankbarkeit gegenüber den alltäglichen Dingen und Hilfsmitteln des Lebens aus und macht sich auch bewusst, wie schwer und mühsam seine Arbeit ohne Töpfe, Pfannen, Messer, Löffel usw. wäre. Durch den Respekt, den er mit Hilfe des Segnens den Küchengerätschaften zollt, geht der Zenkoch viel sorgsamer mit allem um, dadurch geht weniger kaputt, und die Dinge haben eine längere Lebenszeit.

Verliebe dich ins Kochen! Ein alter japanischer Koch sagte einmal zu einem Gast, der in seinem Restaurant ein schlichtes, aber sehr schmackhaftes Gericht in den höchsten Tönen lobte: “Du willst das Geheimnis meines guten Essens wissen? Nun, ich bin in das Kochen verliebt!”

Beginne die Welt durch die Augen eines Zenkochs zu sehen: Er ist sich bewusst, dass das, was er mit seinen Händen erschafft, zu den wertvollsten Dingen gehört, die er als Mensch für sich und andere Lebewesen tun kann. Dazu zählt natürlich nicht nur das Kochen!

 

Hygiene ist auch beim achtsamen Kochen wichtig

Lasse Reinlichkeit und Ordnung in der Küche walten. Für einen Zenkoch spiegelt der Arbeitsplatz den Geist wider. Eine unaufgeräumte Küche weist auf einen unaufmerksamen und mit Gedanken überfrachteten Geist hin.

Reinige und ordne also zwischen den einzelnen Arbeitsschritten immer wieder die Arbeitsfläche und deine Arbeitsgeräte, so kommen frischer Wind und Klarheit sowohl in deine Kochkunst als auch in deine innere Welt.

Bereite alle Lebensmittel – waschen, schälen und schneiden –, schon bevor das eigentliche Kochen beginnt, gut vor. Das spart Zeit und hilft dir, dich ganz auf den Kochvorgang zu konzentrieren.

Öffne all deine Sinne während des Kochens. Schaue, rieche, taste und schmecke – und lass nicht zu, dass deine Gedanken, die naturgegeben immer wieder in die Zukunft oder in die Vergangenheit abschweifen wollen, die Oberhand gewinnen.

 

©Caroline Gros

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