Smoothies: Wie gesund sind sie wirklich?

Gesunde Ernährung

Vitamine in der Flasche: Wie gesund sind Smoothies wirklich?

Frisch, fruchtig und voll mit Vitaminen: Smoothies sind eine Trenderscheinung, die in Sachen Wohlbefinden und Gesundheit zum Hoffnungsträger avanciert. Stiftung Warentest holt Smoothie-Trinker jetzt zurück auf den Boden. Obwohl die Fruchtmixgetränke aus dem Hochleistungsmixer als wahre Vitaminbomben angepriesen werden, sind sie offenbar kein Ersatz für frisches Obst und Gemüse. Wie gesund sind die angeblichen Vitaminbomben wirklich? Ist der Smoothi anstatt versprochenem Nährstoffwunder in der Flasche womöglich nur eine schöne Idee?

 

Gesunde Smoothies kriegst du nicht in Fertigflaschen

Smoothies gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Himbeer und Pfirsich kuscheln sich im Fruchtsmoothie eng an Basisfrüchte wie Banane und Apfel. Obst Smoothies sind etwas für Anfänger. Fortgeschrittene Smoothie-Trinker und Abenteuerlustige setzen für Smoothie Rezepte auf Blattgemüse wie Spinat oder Kopfsalat und Exoten wie Chia, Matcha oder Algen. Detox Smoothies mit Pflanzengrün zur Entgiftung stehen besonders nährstoffreichen Smoothie-Mahlzeiten gegenüber, die neben Fruchtsaft zusätzlich Molke enthalten und so nicht nur Vitamine, sondern außerdem Proteine liefern. Die gängige Empfehlung von Ernährungsberatern: täglich fünf Portionen Obst und Gemüse mit mengenmäßig leichter Gemüsebevorzugung. Vor diesem Hintergrund scheinen Smoothies fast schon ein Garant für angemessene Ernährung zu sein. Von welchem Hersteller auch immer: Die Flaschen mit Flüssigobst und -gemüse gibt es längst in jedem Supermarkt. Für gestresste Berufstätige bieten die verzehrfertigen Flaschen viele Vorteile: Neben der Zeitersparnis in Sachen Obst- und Gemüsezubereitung sind sie vor allem eine schnelle und aufwandlose Vitamindosis am Arbeitsplatz. Trotz des fruchtigen Trends kommt die Stiftung Warentest bei der Untersuchung von Fertigsmoothies zu ähnlichen Ergebnissen wie bereits britische Wissenschaftler im Jahr 2016: Frisches Obst und Gemüse lohnen sich eher als Smoothie-Getränke. Ausschlaggebend sind dafür das Sättigungsverhalten bei der Nahrungsaufnahme und die Vitaminverteilung in Früchten und Gemüse.

 

Nimmersatt: Wieso du fertige Frucht Smoothies satthaben solltest

Flüssignahrung macht nicht so satt wie eigentliche Nahrungsaufnahme. Das Kauen bringt in deinem Darm und Magen Prozesse in Gang, die beim Trinken außen vor bleiben. Im Verlauf des langwierigen Kauprozesses stellen sich deshalb erste Sättigungsgefühle ein. Feste Nahrungsstücke füllen deinen Magen mit mehr Volumen an als Flüssigkeiten. Daher macht dich die Aufnahme von festem Obst und Gemüse eher satt, als der Konsum eines Smoothie. Gerade Diätfreunde halten Flüssigobst oft für ein Wundermittel. Tatsächlich können Smoothie-Getränke deiner Diät allerdings einen Strich durch die Rechnung machen. Mit denselben oder sogar mehr Kalorien wie das enthaltene Obst in Festform hinterlassen die Zuckerbomben bedeutend mehr Hunger und verführen dich damit zu höheren Kalorienaufnahmen. Wenn du das Obst nicht in den Mixer wirfst, wirst du von derselben Obstmenge eher satt. Speziell bei Diäten nimmst du am besten die Inhaltsangabe von Flüssigobstportionen unter die Lupe. Zugesetzter Zucker sollte in deinem Smoothie nicht enthalten sein. Sogar ohne Zuckerzusätze bestehen die Fläschchen aus größeren Mengen an Fruchtzucker und wirken sich deshalb ab einer bestimmten Menge in Blutzuckerschwankungen mit Heißhungerattacken aus. Wenn du nur kleine Portionen Obst über den Tag verteilt isst, nimmst du auf einen Schlag keine zu großen Fruchtzuckermengen auf und hältst deinen Blutzuckerspiegel konstanter. Um die in einem einzigen Smoothie enthaltene Fruchtzuckermenge über feste Nahrung aufzunehmen, brauchst du mindestens einige Stunden oder sogar den ganzen Tag lang. Schließlich stecken in den Flüssigobstflaschen teils mehr als 150 Trauben, zwei ganze Bananen, mehrere Äpfel und, und, und ...

 

Den Nährstoffen zuliebe Smoothies selber machen

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung verteufelt den Smoothie nicht unter allen Umständen. Falls ausnahmsweise kein Obst oder Gemüse zur Hand ist, kann die Flüssignahrung zumindest einen kleinen Ausgleich schaffen. Vom dauerhaften Obst- oder Gemüseersatz mit Trinknahrung rät die DGE allerdings ab. Der Grund: Viele Früchte und Gemüsearten tragen ihre Nährstoffe unter der Schale. Beim Schälen gehen deshalb etliche Vitamine verloren. In einer Smoothie-Flasche steckt daher nicht unbedingt derselbe Gesundheitswert wie in den darin enthaltenen Festzutaten. Außerdem verdünnen viele Hersteller laut der Stiftung Warentest mit Fruchtsaft, der an sich weniger sekundäre Pflanzenstoffe und Ballaststoffe enthält als Püree. Ein echter Smoothie enthält neben Saft immer ganze Früchte. Wenn du beim Smoothie-Trinken echtes Gesundheitsbewusstsein beweisen willst, leg‘ dir lieber selbst Mixer und Entsafter zu. So kannst du entscheiden, welche Qualität das verarbeitete Obst hat und wie viele Früchte am Ende in der Flasche stecken. Willst du mit deiner Eigenproduktion die Fertigware in die Tasche stecken, dann mach über gesundheitsbewusste Rezepte Smoothies selbst, die zu einem Großteil ganze Früchte mit Schale enthalten. Der Smoothietrend hat seine guten Seiten, solange du dich bewusst mit seinen Schwächen auseinandersetzt.

 

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