Schätze des Waldes: Diese Köstlichkeiten findest du im Wald (mit 2 Rezepten)

Gesunde Ernährung
Schätze des Waldes

Heilpflanzen direkt in deiner Umgebung

Wusstest du, dass essbare Wild- und Heilpflanzen aus dem Wald ganz ohne menschliches Zutun wachsen? Sie werden uns von der Natur quasi geschenkt, und umweltfreundlich sind sie ebenfalls. Sie stehen uns zur Verfügung, und wir brauchen nur zuzugreifen. Einfach so! Ohne lange Transportwege. Ohne Verpackung, also ohne Müll zu produzieren. Und sie sind garantiert taufrisch. Immer regional. Immer saisonal.

Bäume wie die Linde, der Holunder oder die Birke haben bereits in der Naturheilkunde ihren festen Platz und werden zum Glück jetzt auch für die Natur- und Waldküche wiederentdeckt. Der Wald ist sogar so gut ausgestattet, dass er für jedes Leiden die entsprechende Zutat bereithält. Und manche Pflanze verwöhnt uns darüber hinaus mit köstlichen Aromen. Allein die Linde hält so viel für dich bereit, dass du staunen wirst.

 

Die Linde

Es gibt mehrere Lindenarten, am bekanntesten sind die Winter- und die Sommerlinde. Beide Arten sind essbar. Sie können 30–40 m hoch und stolze 1000 Jahre alt werden. Bei jungen Bäumen ist die Krone oft herz- oder halbkugelförmig. Die Blätter der Sommerlinde können bis zu 15 cm groß werden. Ihre Unterseite ist behaart, oft auch die Oberseite, und in den Winkeln der Blattnerven sitzen weiße »Bärtchen«. Die Blätter der Winterlinde sind kleiner, fester und dunkler als die der Sommerlinde und nur auf der Unterseite behaart. In den Blattnervenwinkeln hat sie rostbraune »Bärtchen«. Die Blätter beider Arten haben einen fein gezackten Rand und sind mehr oder weniger herzförmig.

Der Duft ihrer Blüten lockt im Sommer Bienen an, und ihr hoher Gehalt an Nektar und Pollen macht sie zu einer hervorragenden Bienenweide. Wie Menschen können aber auch zu anderen Jahreszeiten unterschiedliche Pflanzenteile ernten und genießen. Außerdem ist die Linde ein wirkungsvolles Hausmittel, das bei Erkältungskrankheiten gut tut beziehungsweise im wahrsten Sinne des Wortes »Linderung« verschafft.

 

Lindenblüten sind ein tolles Mittel bei Erkältung!
Redaktion

Lindenblüten-Heilbad

Wenn du eine Erkältung hast und diese ganz klassisch »herausschwitzen« möchtest, dann gib einen Heilaufguss aus 2 Handvoll getrockneten Lindenblüten und 2 Litern kochendem Wasser zu einem warmen bis heißen Vollbad. Bleib am besten nicht länger als 15 Minuten darin liegen, sonst bekommst du möglicherweise Kreislaufprobleme! Auch bei Rheuma oder als Einschlafhilfe am Abend kann ein solches Bad eine Wohltat sein.

 

Lindenblüten-Heiltee

Für einen Tee aus Lindenblüten kannst du pro Tasse 2 Teelöffel Teeblüten mit kochendem Wasser abgießen und ihn dann abgedeckt 10 Minuten ziehen lassen. So entfaltet er seine optimale Wirkung und den charakteristischen Geschmack. Süße ihn nach Belieben mit 1 Teelöffel Honig.

 

Dolmades von der Linde (Linden-Röllchen) 

Bringt griechisches Flair in die Küche – ohne Verreisen
Für etwa 20 Stück
 
Für die Füllung:

  • 1 Tasse Goldhirse
  • 2,5 Tassen Gemüsebrühe
  • 150 g Schafskäse, zerbröckelt
  • Minzeblätter, fein gehackt
  • Abrieb von ½ unbehandelten Zitrone
  • Salz und Pfeffer

Für die Röllchen:

  • 20 möglichst große Laubblätter der Sommerlinde
  • Olivenöl für die Form
  • Zitronensaft zum Beträufeln

Die Goldhirse mit der Gemüsebrühe in einem Topf aufkochen und 5 Minuten weich garen. Dann weitere 10 Minuten abgedeckt ausquellen lassen.

Die Hirse anschließend mit Schafskäse, Minze, Zitronenabrieb und etwas Salz und Pfeffer abschmecken und zu einer streichfähigen Masse vermischen.

Eine Auflaufform mit etwas Öl einfetten und den Backofen auf 175 °C vorheizen. Die Blätter für die Röllchen vorbereiten: Dazu jeweils den Blattstiel entfernen und die Blätter mit einem Nudelholz kräftig weich rollen. Jeweils etwas von der Füllung in der Mitte eines Blattes aufbringen und einrollen, dabei die Seiten einschlagen. Die Röllchen, wenn nötig, mit einem Zahnstocher fixieren und in die Auflaufform setzen. Zusätzlich mit etwas Olivenöl bestreichen und für 10 Minuten im vorgeheizten Ofen backen.

Auf Tellern portionieren und mit etwas frisch gepresstem Zitronensaft beträufeln. Dazu passt ein frischer Blattsalat mit Waldkräutern.

 

Salat in Grün-Orange

Ein frühlingsfrischer Energiespender
Für 2 Personen

Für den Salat:

  • 2 große oder 4 kleine Karotten
  • etwa 40 Lindenblätter

Für das Dressing:

  • 1 EL kaltgepresstes Nuss- oder Olivenöl
  • 3 EL Sahne
  • 2 EL Zitronensaft
  • 2 TL Apfel-, Birnen- oder Agavendicksaft
  • Salz und Pfeffer nach Belieben

Die Karotten waschen, schälen und fein raspeln. Die Lindenblätter waschen, die Blattstiele entfernen und die Blätter parallel zur Mittelrippe halbieren. Anschließend in feine Streifen schneiden. Karotten- und Lindenblattstreifen in einer Schüssel vermengen.

Alle Zutaten für das Dressing mischen, unter den Salat ziehen und nochmals abschmecken.

So viel zur Linde. Im Wald findest du aber auch Bärlauch, Giersch, Gundermann … und vieles mehr. Nachlesen kannst du alles in dem Buch „Die Wald-Apotheke“ von Dr. Markus Strauß, aus dem diese köstlichen Linden-Rezepte stammen.

 

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