Markus Strauß: Das Superfood Heidelbeere (mit 2 Rezepten)

Gesunde Ernährung
Hand mit Superfood Heidelbeere

Einheimische Heidelbeeren

Heidelbeeren aus dem Supermarkt sind ausnahmslos Zucht­formen. Die echten, einheimischen Heidelbeeren sind im Inneren blauviolett durchgefärbt, wäh­rend die aus Amerika stammenden Zuchtformen innen weiß und weniger aromatisch sind: also mehr Schein als Sein. Auch die Tatsache, dass diese Art Blaubeeren über viele Monate hinweg im Sortiment ist, lässt auf ihre unnatürliche Herkunft schließen. Da machen wir uns doch lieber mit einem Körbchen am Arm auf in den Wald, um die kleinen blauen Köstlichkeiten selbst zu ernten.

Die Heidelbeere ist eine ty­pische Pflanze im Unterwuchs von Nadelwäldern in Mittelge­birgen. Hier liebt sie die hohe Feuchtigkeit und den sauren, humusreichen Waldboden. Außerdem ist sie auch häu­fig in der Nähe von Mooren anzutreffen. Halte also an diesen Stellen die Augen nach den blauen Beeren offen; gerade in den Mittelgebirgen und den Alpen findest du den zierlichen Strauch sogar in Massenbeständen, so dass du nicht lange suchen musst.

 

So erkennst du Heidelbeeren

Die Heidelbeere ist ein kleiner Zwergstrauch mit zierlichem Wuchs, der 10-50 cm hoch wird. Seine aufrechten, grünen Trie­be sind kantig, und im Frühjahr erscheinen ovale Blättchen mit einem fein gesägten Blattrand. Die grünen, oft etwas rötlich angelaufenen Blüten sitzen einzeln in den Blattachseln und sind wie ein kleines Glöckchen geformt. Die Beeren selbst sind blauschwarz gefärbt, auf der unbe­rührten Beere findet sich hellblauer Reif. Auch innen sind die Heidelbeeren dunkelviolett.

 

Der Farbstoff in den Beeren stärkt das Immunsystem.
Markus Strauß

So wirken Heidelbeeren

Man kann die Heidelbeeren mit Fug und Recht als echtes einheimisches "Superfood" bezeichnen. Diese Kraftpakete sind reich an Vitaminen (C, E und B), Spurenelementen wie Chrom und Mangan und stecken außerdem voller Pektine, Fruchtsäu­ren, Gerbstoffe und Flavonoide.

Wusstest du, dass der blaue Farbstoff in den Beeren beson­ders wertvoll ist? Er wirkt gegen sogenannte freie Radikale – also gegen oxidativen Stress. Mit diesem "Anti-Aging-Effekt" schützt er uns vor Zellalterung und stärkt gleichzeitig das Im­munsystem. Die Wirkung der dafür verantwortlichen Anthocy­ane im blauen Farbstoff wird durch Erhitzen nicht vermindert, sie bleibt auch in Kompott, Kuchen oder Marmelade erhalten.

Besonders interessant finde ich die gegensätzliche Wir­kungsweise von getrockneten und frischen Beeren: Getrocknete Beeren haben stopfende Wirkung und helfen daher bei Durchfall! Frische Beeren hingegen wirken in größe­ren Mengen verzehrt abführend und werden daher auch zur Be­handlung von Madenwürmern genutzt.

 

Sammelhinweise 

Beeren: Juli und August
Aus eigener Erfahrung rate ich dir, zum Sammeln von Blaubeeren immer alte Kleidung zu tragen bzw. gut aufzupas­sen, denn die Beeren färben stark ab. Und bitte behandel die Zwergsträucher mit den zierlichen Ästchen schonend! Der Einsatz von Kämmen schadet den Pflanzen und ist deshalb in Deutschland aus Gründen des Naturschutzes verboten.

 

Heidelbeer-Smoothie

Gibt Kraft, stärkt das Immunsystem und macht schon am Morgen gute Laune.
Für 2 Portionen
 
150 g Heidelbeeren
4–6 Datteln, entsteint
Saft von ½ Zitrone
1 Msp. Ceylon-Zimt
200 ml Wasser
1 TL Chiasamen
 
Alle Zutaten zusammen in einem leistungs­starken Standmixer zu einem cremigen Smoothie verarbeiten und genießen.

 

Heidelbeer-Eiscreme (vegan)

Eine herrlich gesunde Nascherei für heiße Sommertage
Für 2 Portionen
 
150 g frische Heidelbeeren, gekühlt
2 gelbbraune, vollreife Bananen, gefroren
Saft von ½ Zitrone
2 EL Mandelmus
1 TL Vanillezucker
 
Alle Zutaten zusammen in einem Mixer zu einer Creme verarbeiten und sofort genießen.
Wer mag, kann die Eiscreme auch in Eisförmchen abfüllen und – dekoriert zum Beispiel mit Mandelsplittern – als Snack am Stiel servieren.

 

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